Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 4 : Innovationshub für die Industrie
Shiva Nejati hat sich schon früh für anwendungsorientierte Wissenschaften interessiert.

Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 4 : Innovationshub für die Industrie

Foto: David Laurent / University of Luxembourg
Shiva Nejati hat sich schon früh für anwendungsorientierte Wissenschaften interessiert.
Panorama 3 Min. 09.01.2016

Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 4 : Innovationshub für die Industrie

Vom Iran über Kanada, London und Norwegen nach Luxemburg – so sehen heute internationale Karrieren junger Forscher aus. Dr. Shiva Nejati, mit iranischen und kanadischen Wurzeln, forscht an der Universität Luxemburg im „Software Verifi- cation and Validation Lab“ des SnT (Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust), als eine der wenigen Frauen in einer traditionellen Männerdomäne.

Von Barbara Fischer-Fürwentsches

Den Ausschlag für die Berufswahl legte die Schule im Iran. Dort wurde großer Wert auf Mathematik und Naturwissenschaften gelegt, und den Gymnasiasten wurden auch Programmierkurse angeboten. Nach einigen Studienjahren an der Sharif University of Technology in Teheran und der Universität von Toronto in Kanada hat sie das Studium der Informatik mit einem Master und der Promotion an der Universität von Toronto abgeschlossen. „Ich habe mich schon früh für die anwendungsorientierte Wissenschaft und Forschung interessiert“, so Nejati. „Es ist faszinierend zu sehen, dass man über die Forschung konkrete Probleme lösen kann.“ Erste Forschungsprojekte haben sie dann nach London und Norwegen verschlagen, bevor sie 2012 nach Luxemburg kam.

Anwendungsorientierte Forschung

Den Weg nach Luxemburg hat ihr ihr damaliger Vorgesetzter im Forschungslabor in Oslo aufgezeigt, der die begabte junge Forscherin nach seiner eigenen Berufung an das SnT überzeugen konnte, mit der Familie ins Großherzogtum zu ziehen. Sehr erleichtert hat der jungen Familie diese Entscheidung, die Möglichkeit einer englischsprachigen Schulbildung für die Kinder zu haben und die warmherzige Willkommenskultur für „Expatriats“ in Luxemburg. „Wir fühlen uns in Luxemburg sehr wohl und zu Hause“, betont Nejati. Neben dem privaten Umfeld war aber vor allem der Rahmen für die Forschung ausschlaggebend. „Wir arbeiten projektbezogen sehr eng mit der Industrie zusammen, da sind die richtigen Partner sowie Nähe und Erreichbarkeit wichtig.“ Beides ist in Luxemburg gegeben: Partner wie Delphi, IEE, SES oder Hitec sind vor Ort und haben Bedarf an innovativen und zukunftsorientierten Lösungen. Forschungsschwerpunkt des SnT ist die angewandte Forschung im Bereich der Entwicklung von sicheren, zuverlässigen und vertrauenswürdigen ICT-Systemen und Diensten. ICT Systeme und Dienste müssen zuverlässig, robust und sicher sein – Fehler können teuer werden und zu erheblichen Imageproblemen für das Unternehmen führen. Nejati arbeitet aktuell gemeinsam mit Partnern wie IEE und Delphi an Software-Systemen für Autos. „Unser Fokus liegt auf der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Software – wir bauen diese Autos nicht, aber wir helfen der Industrie bei der Lösung ihrer komplexen Software-Fragen. Wir machen keine Unternehmensberatung, sondern forschen an langfristigen Lösungen für neue Technologien und Herausforderungen.“

Für Nejati ist dieser direkte Kontakt zu den Unternehmen – und natürlich die Präsenz mehrerer weltweit führender High-Tech-Unternehmen in Luxemburg – ein Alleinstellungsmerkmal, das für die Forschung an der Universität Luxemburg spricht. Aus Sicht der Wissenschaftler sehr positiv ist auch die gute finanzielle Basis der Forschung: Neben dem Fonds national de la recherche (FNR) steuern auch die Unternehmen ihren Teil zur Finanzierung der Forschungsarbeit bei.

Einziger Wermutstropfen: zu wenige Frauen auf beiden Seiten, sowohl in der Forschung als auch in der Industrie. Dr. Nejati würde sich wünschen, dass sich mehr Mädchen trauen, Informatik zu studieren oder Ingenieurin zu werden.

Ein Beitrag der Universität Luxemburg

Mehr zum Thema:

Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 1: Mike Tibolt bringt es auf den Punkt

Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 2: Vom Herd zum Labortisch

Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 3: Im Dienst des Alters


Lesen Sie mehr zu diesem Thema