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Im Dienst des Alters
Panorama 3 Min. 06.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 3

Im Dienst des Alters

Anja Leist mag es, in einem internationalen Team an praxisorientierten Aufgaben zu arbeiten.
Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 3

Im Dienst des Alters

Anja Leist mag es, in einem internationalen Team an praxisorientierten Aufgaben zu arbeiten.
Foto: Michel Brumat / Universität Luxemburg
Panorama 3 Min. 06.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 3

Im Dienst des Alters

Alzheimer und Demenz: jeder hat Angst davor und keiner weiß sich zu schützen. Genau hier setzt die Forschung der Universität Luxemburg an. Dr. Anja Leist forscht und lehrt am „PEARL Institute for Research on Socio-Economic Inequality“ (IRSEI).

 Von Barbara Fischer Fürwentsches

Alzheimer und Demenz: jeder hat Angst davor und keiner weiß sich zu schützen. Genau hier setzt die Forschung der Universität Luxemburg an, mit einem starken Fokus auf den Praxisbezug. Dr. Anja Leist forscht und lehrt am „PEARL Institute for Research on Socio-Economic Inequality“ (IRSEI) der Universität unter der Leitung von Prof. Louis Chauvel.

„Das Verhalten und Erleben von Menschen zu verstehen hat mich schon immer interessiert. Besonders spannend ist es zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen im Alter sind und wie unterschiedlich sie Erlebtes wahrnehmen und verarbeiten. In der Demenzforschung interessiert mich natürlich besonders, welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung begünstigen oder hemmen.“ Für das Psychologie-Studium hat es Anja Leist aus Süddeutschland nach Trier verschlagen. Das Thema ihrer Doktorarbeit, „Autobiografisches Erinnern kritischer Lebensereignisse“, war der erste Schritt in das breite Gebiet der Altersforschung.

Der Region ist sie treu geblieben und lehrt und forscht seit 2009 an der Uni Luxemburg zu den Themen Altersforschung und Demenz. Und das mit großem Erfolg, wie die zahlreichen internationalen Auszeichnungen der jungen Forscherin belegen. So erhielt sie u. a. Forschungsgelder im Rahmen des „Future Leaders of Ageing Research in Europe“-Programms, einen Publikationspreis der größten U.S.- amerikanischen Altersgesellschaft und ist im Leitungskomitee des Netzwerks „World Young Leaders in Dementia“.

„Der Zweitgutachter meiner Doktorarbeit, Prof. Dieter Ferring, hat mich an die Uni Luxemburg geholt,“ verrät Anja Leist. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut hat. „Im Vergleich zu anderen Unis ist Luxemburg sehr international. Die Vielsprachigkeit und das multikulturelle Umfeld an der Uni begeistern mich. Auch das hohe intellektuelle Niveau in unserem internationalen Team – mit entsprechend internationalen Kontakten – ist sehr inspirierend.“ Ganz nebenbei bietet Luxemburg der jungen Mutter die Möglichkeit, Forschung und Familie unter einen Hut zu bringen.

Forschung für die Praxis

„Das Besondere an einem kleinen Land wie Luxemburg ist die größere Sichtbarkeit als Forscher“, so Anja Leist. „Wir publizieren unsere Forschungsergebnisse nicht nur in den Fachjournalen, sondern auch in der regionalen Presse. Und wir haben direkten Kontakt mit den zuständigen Ministerien und Fachverbänden, die die Ergebnisse unserer Forschung in die Praxis umsetzen.

So arbeitet die Uni beispielsweise mit dem staatlichen RBS Center Fir Altersfroen zusammen. Dank der Kontakte der Uni wurde dort mit InformCare eine EU-weite Informationsplattform für pflegende Angehörige und Pflegekräfte in Luxemburg ausgebaut - gemäß dem Motto „Forschung ist nicht das, was im Elfenbeinturm stattfindet. Forschung ist das, was in der Praxis ankommt.

Denn das reale Leben findet nicht in den Hörsälen und Laboren statt. Für ihre Forschung zu Gesundheit und kognitiven Fähigkeiten im Alter greift Anja Leist auch immer wieder auf Luxemburger Probanden zurück, die über öffentliche Ausschreibungen gefunden werden.

Patienten und Angehörigen das Leben erleichtern

Die Forschungsergebnisse fließen auch in den europäischen Alzheimerverband ein und damit auch auf nationaler Ebene in Luxemburg. „Es ist noch ein weiter Weg, bis wir Alzheimer und Demenz wirklich verstehen, aber wir sind auf einem guten Weg, den Patienten und Angehörigen das Leben ein wenig zu erleichtern“, erklärt Anja Leist.

Konkret können dies Kleinigkeiten sein wie die Gestaltung von Besuchs- und Aufenthaltsräumen. So wurde kürzlich von einem Team israelischer Designstudenten in Kooperation mit Servior ein Designprojekt ausgearbeitet für die Gestaltung eines Aufenthaltsraums, der der geänderten Sinneswahrnehmung von Menschen mit Demenz Rechnung trägt.

Anja Leists Beitrag war die Vermittlung von Wissen über Demenz und, basierend auf Erkenntnissen der Forschung, was die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz sind. Auch dies ein Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis.

Ein Beitrag der Universität Luxemburg


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