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Showmaster-Legende Dieter Thomas Heck ist tot
Panorama 4 Min. 24.08.2018

Showmaster-Legende Dieter Thomas Heck ist tot

Dieter Thomas Heck moderiert 1984 die Sendung "Melodien für Millionen" in der Stadthalle von Hannover.

Showmaster-Legende Dieter Thomas Heck ist tot

Dieter Thomas Heck moderiert 1984 die Sendung "Melodien für Millionen" in der Stadthalle von Hannover.
Foto: Jörg Schmitt/dpa
Panorama 4 Min. 24.08.2018

Showmaster-Legende Dieter Thomas Heck ist tot

Er war der „Mister Hitparade“: Dieter Thomas Heck drückte der ZDF-Sendung 15 Jahre lang seinen Stempel auf. Insgesamt stand er 50 Jahre lang auf der Bühne. Im vergangenen Jahrzehnt hatte er sich jedoch weitgehend vom Showgeschäft zurückgezogen.

(dpa/r.h.) - Der Showmaster Dieter Thomas Heck ist tot. Der langjährige Moderator der „ZDF-Hitparade“ starb am Donnerstag im Alter von 80 Jahren, wie der Medienanwalt Christian Schertz am Freitagabend im Namen der Familie in Berlin mitteilte.

Einen seiner letzten großen öffentlichen Auftritte hatte Heck im Februar 2017 bei der Verleihung der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk. Dabei wirkte er im Gegensatz zu früher müde. Bereits zehn Jahre zuvor hatte er nach einem halben Jahrhundert im Showgeschäft seine letzten Sendungen moderiert. Außerdem brachte er seine Biografie auf den Markt. Gelegentlich noch trat er als Gast in Fernsehshows auf und stand dabei auch als Sänger auf der Bühne.

Zum Fernsehstar wurde Heck mit der „ZDF-Hitparade“, die er von 1969 bis 1984 insgesamt 183 Mal live aus Berlin präsentierte. Seine Begrüßung des Publikums mit den Worten „Hier ist Berlin“ wurde legendär.

Doch Heck moderierte nicht nur die „Hitparade“, er stand auch für große Samstagabendshows wie „Melodien für Millionen“, „Musik liegt in der Luft“, „Die Super-Hitparade“ (alle ZDF), für die „Deutschen Schlagerfestspiele“ oder „Die Schlagerparade der Volksmusik“ (ARD) vor der Kamera. Außerdem präsentierte er erfolgreiche Unterhaltungssendungen wie „Die Pyramide“ (1978 bis 1994) und „Ihr Einsatz bitte“ (1987–1990).

Radio Luxemburg als Karrieresprungbrett

Seine Medienkarriere begann 1961, als Heck, der eigentlich Carl-Dieter Heckscher hieß, in der Fernseh-Nachwuchssendung „Toi-toi-toi“ von Peter Frankenfeld als Sänger entdeckt wurde. Im gleichen Jahr begann er beim damaligen Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden als Sprecher und arbeitete bei Radio Luxemburg als Disc-Jockey. Dort bekam er auch einen neuen Vornamen: Thomas. Grund für den Wechsel: Es gab bereits einen „Dieter“ bei den „fröhlichen Wellen“. Seit diesem Tag gibt es den Dieter Thomas Heck. Er war schon immer ein guter Verkäufer, und am besten verkaufte er sich selbst. Erst verkaufte er Autos, dann als Verlagsangestellter die Schallplatten der anderen, bis er sich selbst als Sänger präsentierte. Obwohl mit einem satten Bariton und einer professionellen Ausbildung vortrefflich ausgestattet, wurde es nichts mit einer Gesangskarriere.

Dafür hatte Dieter Heck schon mal ein Radiostudio von innen gesehen, und auch das Fernsehen war ihm nicht mehr fremd. Zwei Jahre in Luxemburg reichten aus, um einen Karrieresprung ins Saarland zu wagen. Bei der „Europawelle Saar“ etablierte er eine Hitparade mit deutschsprachigen Schlagern. In Saarbrücken tüftelte Heck auch an einem Konzept, das sich schon bald als Erfolgsstory erweisen sollte: die „ZDF-Hitparade“. Zum Liebling der Fernsehkritiker ist der Moderator trotzdem nie so recht geworden. „Jede Geste gerät ihm zu groß, jeder Lacher zu laut, und auch die Souveränität ist meist demonstrativ und ein klein wenig peinlich“, schrieb der „Spiegel“ noch 1995. Heck ignorierte solche Töne und stieg unbeirrt weiter auf der Karriereleiter nach oben. Mit Shows wie „Melodien für Millionen“ und „Die goldene Stimmgabel“ – oft von ihm selbst produziert – wurde er zum erfolgreichen TV-Unternehmer.

Die „Hitparade“ war längst eine Institution des ZDF. Dennoch stieg ihr Moderator nach 183 Folgen aus. „Es war mir klar, wenn ich da noch zehn Jahre dabei bin, habe ich keine Chance, etwas anderes zu machen“, erklärt Heck rückblickend. Parallel zur „Hitparade“ war Heck bereits Moderator der „Pyramide“, es folgten Abendshows wie „Musik liegt in der Luft“, „Das große Los“ und „Melodien für Millionen“.

Mit dem Start des Privatfernsehens wechselten viele Protagonisten die Seiten. Dieter Thomas Heck hingegen blieb dem ZDF trotz manch verlockender Angebote stets treu. „Wenn ich irgendwo zu Hause bin, dann will ich mich auch zu Hause fühlen“, erklärt er seine Standfestigkeit. „Natürlich habe ich auch meine Ohrfeigen bekommen“, sagt er. „Aber mit Hildchen habe ich eine tolle, charmante Frau kennengelernt, mit der ich das ganz große Los gezogen habe.“ Gemeint ist seine zweite Frau Ragnhild Möller, die er 1976 geheiratet hat.

Es war ein weiter Weg vom kleinen Carl-Dieter Heckscher – so sein bürgerlicher Name –, der in einer Bombennacht in Hamburg verschüttet und erst nach drei Tagen von seiner Mutter ausgegraben wurde, bis zum Fernsehstar. Schock und Todesangst führten dazu, dass der Fünfjährige das Sprechen verlernte. Dreizehn Jahre lang stotterte er. Es ist also schon eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet die Sprache fortan sein Leben bestimmen sollte: als Verkäufer, als Sänger, als Radiosprecher, TV-Moderator und Schauspieler.

Als Heck im vergangenen Frühjahr die „Goldene Kamera“ für sein Lebenswerk erhält, bedankt er sich mit brüchiger Stimme. Immer wieder berichtet der Boulevard von massiven gesundheitlichen Problemen des einstigen Strahlemannes. Eine Diabetes sowie Lungen- und Herzprobleme sollen ihm zu schaffen machen.

Der dreifache Großvater lebte mit seiner Frau Ragnhild seit 30 Jahren vorwiegend in der prächtigen Finca „El Sombrerico“ an der spanischen Costa Cálida. Zum Geburtstag hat ihm der Wettergott ein besonderes Geschenk gemacht: „Die  Sonne scheint, die Vögel zwitschern, das Meer rauscht leise vor sich hin und die Aloe hat bereits seit zehn Tagen die schönsten Kerzenblüten. Was kann man sich mehr wünschen?“

Es wird ein „Tag der offenen Tür“. Am Nachmittag kann jeder vorbeischauen. „Hildchen“ hat ein Buffet vorbereitet, für Freunde, Nachbarn und Landsleute. Und wer etwas schenken möchte – so der Jubilar – spende bitte an die Welthungerhilfe.



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