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Schwieriger Auftrag für „Clear-Space-1“
Panorama 2 Min. 29.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Schwieriger Auftrag für „Clear-Space-1“

Rund 130 Millionen Müllpartikel umkreisen zurzeit die Erde.

Schwieriger Auftrag für „Clear-Space-1“

Rund 130 Millionen Müllpartikel umkreisen zurzeit die Erde.
Foto: Shutterstock
Panorama 2 Min. 29.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Schwieriger Auftrag für „Clear-Space-1“

Christian SATORIUS
Christian SATORIUS
Die Europäische Weltraumorganisation will das All entrümpeln. Doch eine leichte Aufgabe wird dieses Projekt nicht.

Das Weltall hat ein großes Müllproblem, das zunehmend zur Gefahr für die Raumfahrt wird. Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA umkreisen zur Zeit über 8 400 Tonnen Schrott die Erde, Tendenz steigend.

Seit „Sputnik“ im Jahr 1957 das Zeitalter der Raumfahrt einleitete, brachten mehr als 5 450 Raketenstarts über 8 950 Satelliten ins All. Von den rund 5 000, die sich noch immer dort befinden, ist die Mehrheit allerdings gar nicht mehr funktionstüchtig, sagt die ESA.

Wie kleine Geschosse

Zusammen mit alten Raketenteilen, abgebrochenen Solarpanels, Schrauben, Trümmerteilen und kleinen Farbpartikeln stellen sie ein riesiges Gefahrenpotenzial dar. Abermillionen kleiner Weltraummüllteilchen schießen mit teilweise atemberaubenden Geschwindigkeiten von über 50 000 km/h wie Geschosse durchs All und entwickeln dabei ein enormes Zerstörungspotenzial. Kein Wunder, dass die funktionstüchtigen Satelliten heute schon routinemäßig Ausweichmanöver fliegen müssen, um nicht mit dem Weltraummüll zu kollidieren.

„Man stelle sich vor, wie gefährlich die Seefahrt wäre, wenn alle Schiffe, die je im Laufe der Geschichte gesunken sind, noch an der Oberfläche treiben würden“, warnt ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner. „Das ist aber die aktuelle Situation im Orbit und wir können nicht zulassen, dass das so weitergeht.“

Aus diesem Grund haben sich die ESA-Mitgliedstaaten unlängst darauf geeinigt, erstmals eine Müllabfuhr im Weltraum ins Leben zu rufen. 2025 wird „Cleare-Space-1“ starten, erste Vorbereitungen sollen bereits im März 2020 anlaufen. Die weltweit erste Müllabfuhr-Mission hat die etwa satellitengroße und 100 Kilogramm schwere „Vega“-Raketenoberstufe der ESA namens „Vespa“ zum Ziel, die seit 2013 die Erde umkreist.

„Cleare-Space-1“ soll mit ihren vier Greifarmen die „Vespa“ erfassen und in eine tiefere Umlaufbahn bringen, wo sie dann verglühen kann. Diese Mission soll wichtige Erkenntnisse für kommende Aufräumaktionen erbringen.

„Wir müssen Technologien entwickeln, um Weltraummüll zu vermeiden und alten Schrott wieder zu entfernen“, meint Luisa Innocenti, Leiterin der „Clean-Space-Initiative“. Die Zeit drängt, denn immer mehr Staaten, Firmen und Privatleute streben ins All.

Als China im Jahr 2007 den alten Wettersatelliten „Fengyun-1C“ mit einer Antisatellitenrakete von der Erde aus abschoss, entstanden dabei unzählige Trümmerteile, von denen allein 3 000 Stücke so groß sind, dass sie heute noch überwacht werden müssen, um ihnen gegebenenfalls ausweichen zu können.


A Soyouz rocket lift-off from Europe's launchpad in Kourou, French Guiana, on December 18, 2019, with Europe's CHEOPS planet-hunting satellite on board. - The 30-centimetre (12-inch) telescope has been designed to measure the density, composition, and size of numerous planets beyond our solar system, so-called exoplanets. According to the European Space Agency (ESA), CHEOPS will observe bright stars that are already known to be orbited by planets. (Photo by jody amiet / AFP)
"Cheops"-Mission startete verspätete ins All
Es hat nicht sofort geklappt mit dem Raketenstart – doch 24 Stunden später dann Aufatmen: Das Weltraumteleskop „Cheops“ ist unterwegs ins All. Die Mission soll Wissenschaftlern dabei helfen, ferne Planeten besser zu verstehen.

„Wir haben da ein globales Problem geschaffen, das nur gelöst werden kann, wenn andere Länder mithelfen“, meint man auch bei der NASA, die seit 1979 ein Anti-Weltraummüll-Programm am Johnson-Space-Center in Houston unterhält und mit dem Weltraumüberwachungssystem SSN zumindest die 22 300 größeren Objekte als eine Art Frühwarnsystem verfolgt und katalogisiert.

Mehr als 130 Millionen Partikel

Ein Honigschlecken wird die Müllabfuhr im Weltall allerdings nicht werden. Schon jetzt umrunden nach ESA-Angaben mehr als 5 400 Objekte mit einer Länge von über einem Meter die Erde, 34 000 Trümmer von mehr als zehn Zentimetern kommen noch hinzu, ebenso wie 900 000 Schrottteile, die einen Durchmesser zwischen einem und zehn Zentimeter haben. Nicht zu vergessen: 130 Millionen Müllpartikelchen zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter Länge.


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