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"Schlager ist jung und modern"
Die Fans von Vanessa Mai dürfen sich freuen: Im kommenden Herbst tourt die Sängerin durch Deutschland. Ein Tourstopp ist auch in Trier eingeplant – am 25. Oktober 2019.

"Schlager ist jung und modern"

Foto: Sandra Ludewig
Die Fans von Vanessa Mai dürfen sich freuen: Im kommenden Herbst tourt die Sängerin durch Deutschland. Ein Tourstopp ist auch in Trier eingeplant – am 25. Oktober 2019.
Panorama 3 4 Min. 06.08.2018

"Schlager ist jung und modern"

Auf der Überholspur: Sängerin Vanessa Mai spricht im Interview über ihr neues Album namens "Schlager", ihre junge Ehe und den pubertierenden Familienmops Ikaro.

Interview: Steffen Rüth

"Schlager" heißt ihr neues Album, aber der Titel führt bewusst leicht hinters Licht. Denn sobald man sich mal kurz Vanessa Mais deutschsprachigen Gesang wegdenkt, erinnern die neuen, stärker an Dance, Pop und sogar Hiphop orientierten Songs eher an internationale Kolleginnen wie Katy Perry oder Ariana Grande. Wem das alles zu rasant klingt, für den hat Mai indes noch ihre bisherigen Hits neu eingespielt und somit aus "Schlager" ein Doppel-Album gemacht.

Vanessa Mai, "Schlager" ist ein jahrzehntealtes Wort für deutschsprachige Unterhaltungsmusik. Was haben Sie mit dem Begriff vor?

Ihn von seinen Vorurteilen befreien. Und auch die Vorurteile der Leute beseitigen. Ich will die Schublade, auf der "Schlager" steht, aufmachen, auskippen und aufräumen. Ich mache Schlager und bin stolz darauf, Schlager zu machen, und mit diesem Album will ich zeigen, dass sich der Schlager gewandelt hat. So wie ich ihn verstehe, ist Schlager jung und modern. Er kann nach Pop, nach Dance klingen, und auch ein Rapper darf in ihm vorkommen. Die Kiddies schreiben mir, dass sie in der Schule gemobbt werden, wenn sie sagen, dass sie Schlager hören. Aber wenn sie meine Lieder vorspielen, dann fänden die anderen die cool.

Sie sind unglaublich fleißig, bringen jedes Jahr ein neues Album heraus.

Das wird gerne negativ ausgelegt. So nach der Devise, dass ich mir nicht genug Zeit lassen würde. Ich bin jemand, der sich gerne entwickelt, und ich kann ja auch nichts dafür, dass ich immer so viele Ideen habe. Ich fühle mich gut, bin jung und gesund, warum soll ich nicht viel arbeiten?

Ist das für Sie positiver Stress?

Ja, eigentlich schon. Wenn es mir mal nicht so gut gehen würde, dann wären mein Mann oder ich aber die ersten, die sagen würden "Stopp! Pause!" Wenn ich mich in ein neues Projekt reinhänge, dann macht mir das halt immer so viel Spaß, deshalb empfinde ich die Arbeit gar nicht so als Arbeit.

Es heißt, Ihr Bühnenunfall im April, bei dem Sie sich schwer am Rücken verletzt haben, sei durch Überlastung zustande gekommen.

Alle sagen, das sei ein Zeichen gewesen, dass ich ein bisschen vom Gas gehen und langsamer machen soll. Aber ich sage: Nein, das war ein Zeichen, dass ich bewusster sein muss bei der Arbeit.

Was ist der Unterschied zwischen "langsamer" und "bewusster" arbeiten?

Ich habe immer noch Hummeln im Hintern und mache bis zu zwanzig Termine am Tag. Aber ich passe auf, dass ich zwischendrin mal durchatme und, ganz wichtig, regelmäßig was esse. Grundsätzlich habe ich durch den Unfall aber nichts an meiner Arbeitsweise geändert.

Ist Ihr Mann Andreas Ferber, der auch gleichzeitig Ihr Manager ist, ein ähnliches Arbeitstier wie Sie?

Andreas lebt auch leidenschaftlich für das, was wir machen. Aber er ist eindeutig der Kopf von uns beiden. Ich bin das Herz, sehr explosiv und emotional. Und Andreas erdet mich. Zusammen sind wir ein superstarkes Team.

Im Song "Verdammter Engel" geht es um einen Mann, mit dem Sie immer wieder im Bett landen, obwohl Sie nicht mit ihm zusammen sind.

Das ist einer der Lieblingssongs von Andreas. (lacht)

Also kennen Sie das, zwar nicht mit, aber auch nicht ohne diesen Typen leben zu können?

Na klar. Andreas ist ja nicht mein erster Freund. Natürlich habe ich auch schon solche Geschichten erlebt.

Sie bezeichnen Andreas also immer noch als Ihren "Freund"? Sie sind jetzt seit gut einem Jahr verheiratet.

Ach so, stimmt, Mann! Auf den Namen "Ferber" höre ich inzwischen, auch an die Unterschrift habe ich mich gewöhnt. Aber "Mann" ist noch komisch. Auch umgekehrt. Wenn Andreas sagt "Ich komme mit meiner Frau", dann denke ich erst: "Mit wem?" Ein Jahr Ehe ist echt noch nicht lang, wenn man bedenkt, dass man ja hoffentlich ein ganzes Leben zusammenbleiben wird.

Ihr Mops Ikaro ist anderthalb Jahre alt. Wie macht er sich?

Er ist mitten in der Hundepubertät. Er hört nicht mehr auf uns, seine Hormone spielen verrückt, da muss man Verständnis für haben. Er ist halt ein kleiner Hund, der noch nicht weiß, wie das Leben läuft. Jedes Mal, wenn eine Hündin vorbeikommt, tickt er aus.

Wie war das bei Ihnen in der Pubertät? Haben Sie auch den Verstand verloren, wenn ein Junge vorbeilief?

Ich war sehr harmlos. Ein richtig liebes Kind. Wirklich pubertär war ich nie. Klar bin ich auch mal zickig gewesen, doch das bin ich heute manchmal noch, das hatte nichts mit der Pubertät zu tun.

Hätten Sie gern eine aufregendere Jugend gehabt?

Nein, überhaupt nicht. Meine Kindheit war megaschön. Ich hatte auch immer ein superenges Verhältnis zu meinen Eltern. So eine Phase, in der ich die beiden blöd fand, die gab es nie.

Ist die Verbindung immer noch eng?

Ja. Wir wohnen immer noch in derselben Stadt, in Backnang bei Stuttgart. Ich liebe es nach wie vor, heimzukommen und die Wiesen zu sehen. In Backnang kennt mich jeder, ich kann dort sein, wie ich bin. Ich fühle mich weiterhin sehr wohl dort.


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