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Schimmel und Schädlinge: Häufige Macken alter Häuser
Sie können eine Goldgrube sein - aber häufig müssen Käufer erst einmal viel Geld und Aufwand in die Sanierung alte Häuser stecken.

Schimmel und Schädlinge: Häufige Macken alter Häuser

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Sie können eine Goldgrube sein - aber häufig müssen Käufer erst einmal viel Geld und Aufwand in die Sanierung alte Häuser stecken.
Panorama 4 Min. 04.11.2014

Schimmel und Schädlinge: Häufige Macken alter Häuser

Alte Häuser haben Charme. Doch durch die rosarote Brille sieht so manch ein Bewohner vielleicht nicht, wie groß der Sanierungsbedarf ist. Der reicht von feuchten Wänden bis hin zu gesundheitsgefährdenden Baumaterialien

(dpa/tmn) - Ein bisschen neue Farbe, vielleicht einen Satz neuer Fenster - schon ist das alte Haus wieder in Form. Wer so denkt, kann beim Immobilienkauf leicht auf die Nase fallen. Denn alte Häuser haben häufig einen viel größeren Sanierungsbedarf. Ein Überblick zeigt die häufigsten Mängel an alten Gebäuden und deren Sanierungsmaßnahmen:

Feuchtigkeit: Aufsteigende Feuchtigkeit ist ein Dauerthema. Und mit ihr verbunden ist die Zerstörung von Mauerwerk. Hier gibt meist ein feuchter Keller Ausschlag für die Feuchtigkeit. Eigentlich müsste man das gesamte Gebäude trockenlegen. Das bedeutet oft die Abdichtung von außen - dafür muss unter Umständen Erde abgetragen werden.

Für die horizontale Abdichtung sind zwei Verfahren üblich: Entweder werden Platten in die Fugen eingeschlagen, oder es wird durch Bohren Material in die Wände injiziert.

Ein Problem vieler alter Häuser: Das Mauerwerk im Keller ist feucht.
Ein Problem vieler alter Häuser: Das Mauerwerk im Keller ist feucht.
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Feuchtigkeit kann sich auch durch falsche Baumaßnahmen in den Wänden sammeln. Vor rund 20 bis 30 Jahren habtman teilweise zu viel Kunststoff verwendet, wenn die Fassaden saniert wurden. Dadurch kann die Feuchtigkeit nur schlecht ausweichen. In den Wänden entstehen so Blasen, von außen ist die Nässe durch Dellen erkennbar. Von oben kann Wasser durch defekte Rinnen oder Ziegel eindringen. Dadurch besteht die Gefahr, dass Holz- oder Stahlträger beschädigt werden.

Schädlinge: Feuchtigkeit begünstigt gleich das nächste Problem, mit dem alte Häuser zum Teil kämpfen: Schimmel. Gerade in Gipsputz halte sich die Feuchtigkeit gut. Schlecht gedämmte oder falsch eingebaute Fenster sowie das Fehlverhalten von Bewohnern können die Pilzbildung ebenfalls begünstigen. Eventuell müssen die Eigentümer die Räume mit Schimmelbefall von Grund auf neu verputzen. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, zum Beispiel Lüftungssysteme zu installieren.

Schädlinge können sich in alten Häusern eingenistet haben: Der Hausbock frisst sich beispielsweise durch Dielen und Balken.
Schädlinge können sich in alten Häusern eingenistet haben: Der Hausbock frisst sich beispielsweise durch Dielen und Balken.
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Doch nicht nur Schimmel greift das Haus an - auch Schädlinge nisten sich gerne mal ein. Zum Beispiel der Hausbock. Was beim Befall getan werden muss, ist je nach Ausmaß ganz unterschiedlich: Die Sanierung reicht vom Austausch beschädigten Holzes bis hin zum Abschlagen des Dachstuhls und Rausnehmen beschädigter Wände. Noch ein bisschen übler kann ein anderer Pilz den Bewohnern mitspielen: der echte Hausschwamm. Das ist so ziemlich der Gau.

Leitungen: Alte Wasserleitungen setzen sich im Laufe der Jahre häufig zu. Schlecht ist, wenn zwischendurch mal saniert wurde, und wo zwei Materialien zusammenkommen, die nicht zusammengehören. Bei ganz alten Anlagen und bei solchen mit Rohren aus unterschiedlichen Materialien muss womöglich die gesamte Anlage ausgetauscht werden. Das bedeutet mitunter: Abbrucharbeiten, neuer Putz, Malerarbeiten und so weiter. Das sind belastende Kosten-, Schmutz- und Zeitfaktoren. Die gute Nachricht: Heizungsleitungen sind weniger häufig ein Problem als die Wasserleitungen.

Eventuell müssen Bewohner auch beim Stromnetz nachbessern: In alten Häusern gibt es mitunter nämlich nur eine Steckdose pro Raum, für den heutigen Bedarf ist das unangemessen. Je nachdem, wie die Leitungen verlegt sind, kann die Nachrüstung mehr oder weniger Aufwand bedeuten. Sind sie in Schienen verlegt, geht es leichter, als wenn sie auf dem Mauerwerk unter dem Putz liegen.

Dämmung: Alte Häuser haben nicht grundsätzlich ein Problem mit fehlender Dämmung und einen Bedarf an Nachrüstung. Hier ist die Abwägung ganz wichtig. Womöglich ist es in Sachen Energieeffizienz nämlich sinnvoller, in eine gute Heiz- und Fenstertechnik zu investieren als in eine Dämmung. Alte Gebäude mit 40 bis 50 Zentimeter dickem Mauerwerk benötigen nicht immer eine Wärmedämmung. Viele Häuser aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben wiederum eine recht dünne Außenwand, hier lohnt es sich zu dämmen. Generell empfiehlt es sich, einen Bauphysiker in diese Entscheidungen miteinzubeziehen.

Der Pilz namens Hausschwamm kann große Schäden verursachen.
Der Pilz namens Hausschwamm kann große Schäden verursachen.
Foto: dpa-tmn

Schadstoffe: Asbest ist immer noch ein Problem. Auch wenn häufiger Verwaltungs- als Wohngebäude betroffen sind. Aber auch Nachkriegshäuser können mit Asbestplatten gebaut sein. Solange die Asbestteile intakt sind, stellten sie keine Gesundheitsgefahr dar. Aber sobald Fasern austreten, muss eine Spezialfirma her.

Auch die früher verwendete künstliche Mineralfaser für Dämmung und Isolierung gilt heute als schädlich. Sie muss je nach Situation mit besonderer Vorsicht ausgebaut und entsorgt werden. Kritisch ist auch das Holzschutzmittel Lindan, das lange benutzt wurde. Oder Farben, mit denen man in den 70er Jahren manchmal gearbeitet hat und die heute verboten sind. Unter Umständen muss mit einer Luftprobe im Innenraum geprüft werden, ob sie noch ausgasen. Eine Gegenmaßnahme kann darin bestehen, die betroffenen Materialien zu „maskieren“, also mit einer äußeren Schutzhülle abzudecken.

Daumenregel für Sanierungskosten: Viele Leute unterschätzen, was alte Häuser wirklich kosten. Wer in ein Haus aus den 30er Jahren investiert, soll etwa 50 Prozent der Kaufkosten noch einmal an Sanierungskosten einrechnen. Bei Häusern aus den 70ern bis 80ern sind es etwa 35 Prozent. Und schon bei nur 20 Jahre alten Häusern fallen rund 20 Prozent an, um es an moderne Anforderungen anzupassen.


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