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Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot
Panorama 3 Min. 23.04.2019

Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot

Hannelore Elsner starb am 21.04.2019 nach kurzer, schwerer Krankheit.

Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot

Hannelore Elsner starb am 21.04.2019 nach kurzer, schwerer Krankheit.
Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
Panorama 3 Min. 23.04.2019

Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot

Sie war eine von Deutschlands Film-Diven und wurde als „Die Kommissarin“ im Fernsehen bekannt. Jetzt ist sie gestorben.

(dpa) - Egal ob Komödie, Charakterrolle oder die als Fernsehkommissarin: Hannelore Elsner gehörte viele Jahrzehnte zu den bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands.


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Im Alter von 76 Jahren ist die temperamentvolle Theater-, TV- und Filmschauspielerin am Ostersonntag nach kurzer, schwerer Krankheit in München gestorben.  

Sie galt als eine der großen Diven des deutschen Nachkriegsfilms. Schon als Jugendliche stand die 1,60 Meter große Elsner vor der Kamera. Mehr als 200 Fernseh- und Kino-Rollen nahm die ausdrucksstarke Schauspielerin mit dem strahlenden Lachen und der markanten Stimme seither an.

1998: Hannelore Elsner mit ihrem Kollegen Thomas Scharff während Dreharbeiten zu "Die Kommissarin".
1998: Hannelore Elsner mit ihrem Kollegen Thomas Scharff während Dreharbeiten zu "Die Kommissarin".
Foto: Jörg Schmitt/dpa

Im Fernsehen war Elsner in der ARD-Serie „Die Kommissarin“ (1994-2006) besonders erfolgreich. Als Lea Sommer war sie eine der bekanntesten deutschen TV-Ermittlerinnen. In Pumps, Kostüm und schwarzer Lederjacke ermittelte sie in fast 70 Folgen. Til Schweiger war anfangs ihr Assistent.  

Für „Die Unberührbare“ (2000), eine Darstellung einer vom Leben gezeichneten Schriftstellerin, bekam Elsner den Deutschen Filmpreis. Gleich noch einmal bekam sie ihn für ihren Leinwandmonolog einer Schauspielerin in „Mein letzter Film“ (2002) nach einem Drehbuch von Bodo Kirchhoff.  

2011: Hannelore Elsner erhält bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises in München den Ehrenpreis.
2011: Hannelore Elsner erhält bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises in München den Ehrenpreis.
Foto: Peter Kneffel/dpa

Einer ihrer letzten öffentlichen Auftritte war Ende Februar in München bei der Premiere des zweiten „Kirschblüten“-Films von Doris Dörrie. Mitte März begann Elsner in München und Umgebung mit den Dreharbeiten zu einem Märchenfilm.

Das Leben der gebürtigen Bayerin ist bewegt: Schon als kleines Mädchen muss sie den Tod ihres geliebten älteren Bruders verkraften. Bald darauf stirbt der Vater. Sie wechselt häufig die Schule und übernimmt als 14-Jährige in München kleinere Jobs, weil das Geld knapp ist. „Ich war nirgendwo richtig daheim“, schreibt sie über ihre Jugend, schildert aber auch ihre unbändige Lebenslust.

Die 28-jährige Hannelore Elsner im Jahr 1970.
Die 28-jährige Hannelore Elsner im Jahr 1970.
Foto: Barfknecht/dpa

Mit 16 Jahren sei sie in München bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter entdeckt worden - von dem türkischen Regisseur Halit Refig. Nach Proben in Istanbul durfte sie auf die Schauspielschule und übernahm bald kleinere Rollen in Filmen mit Stars wie Hans-Joachim Kulenkampff und Freddy Quinn. Sie schwärmte jedoch für den französischen Film.

Ihre Agentin habe ihr damals geraten, die Nase schmaler machen und die Zähne begradigen zu lassen, sowie sich einen Künstlernamen zuzulegen, erinnert sich Elsner. Sie hörte nicht darauf, strich nur das „t“ aus ihrem Geburtsnamen Elstner. Ihre erste von zahlreichen Auszeichnungen bekam Elsner mit 29 Jahren: die Goldene Kamera für die Rolle der Sasha in Tschechows Stück „Iwanow“. Ihren Ruhm als preisgekrönte Charakterdarstellerin begründete sie erst um die Jahrtausendwende.

Ihr Kinodebüt gab sie 1961 in dem Film „Das Mädchen mit den schmalen Hüften“. Starregisseur Jürgen Roland vertraute ihr ein Jahr später in der Krimiserie „Stahlnetz“ ihre erste Hauptrolle an. Als Durchbruch zu internationaler Anerkennung gilt ihre Hauptrolle in Alf Brustellins Film „Berlinger“ (1975).

1977: Hannelore Elsner mit Mario Adorf beim Deutschen Filmball.
1977: Hannelore Elsner mit Mario Adorf beim Deutschen Filmball.
Foto: Istvan Bajzat/dpa

Brustellin war seit 1973 ihr Partner. Von ihrem ersten Ehemann, dem 18 Jahre älteren Schauspieler Gerd Vespermann, war sie längst geschieden. Sie lernte Brustellin bei den Dreharbeiten für den Kinofilm mit Elke Sommer und Mario Adorf „Die Reise nach Wien“ (Regie: Edgar Reitz) kennen. Die Dreharbeiten helfen ihr über den plötzlichen Tod der Mutter hinweg, das Verhältnis schilderte sie als schwierig.

Der Filmemacher starb 1981 bei einem Verkehrsunfall. Da war Elsners einziges Kind, ihr Sohn Dominik, gerade ein halbes Jahr alt. Sie hatte Monate mit dem Neugeborenen im Krankenhaus verbracht, weil es zu früh auf die Welt gekommen war. Vater ist der Regisseur Dieter Wedel.

1993 heiratete sie den Theaterdramaturgen und Verlagsleiter Uwe Carstensen und zog mit ihm von München nach Frankfurt am Main, die Ehe ging 2000 auseinander.


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