Wählen Sie Ihre Nachrichten​

SARS-CoV-2: Steckbrief eines Killers
Panorama 12 Min. 26.03.2020

SARS-CoV-2: Steckbrief eines Killers

Eine Falschfarbendarstellung zeigt wie SARS-CoV-2-Viren (gelb gefärbt) aus einer Wirtszelle austreten.

SARS-CoV-2: Steckbrief eines Killers

Eine Falschfarbendarstellung zeigt wie SARS-CoV-2-Viren (gelb gefärbt) aus einer Wirtszelle austreten.
Grafik: NIAID / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)
Panorama 12 Min. 26.03.2020

SARS-CoV-2: Steckbrief eines Killers

Michel THIEL
Michel THIEL
Ein Virus zwingt die ganze Welt in die Knie: Was Wissenschaftler bisher über SARS-CoV-2 herausgefunden haben, wie das Virus bekämpft werden kann und warum der Hype um angebliche "Heilmittel" gefährlich ist.

Als am 12. Dezember 2019 in einem Krankenhaus in der chinesischen Stadt Wuhan ein Patient eingeliefert wurde, der aufgrund "unklarer Ursachen" an einer schweren Lungenentzündung litt, wusste die Welt noch nicht, was auf sie zukommen würde.

Erst am 7. Januar, nachdem die Zahl ähnlicher Fälle explosionsartig angestiegen war und Gesundheitsbehörden in aller Welt Alarm schlugen, konnten chinesische Wissenschaftler den Erreger der neuartigen Krankheit identifizieren, die heute "Covid-19" genannt wird.


Covid-19: Verloren im Statistik-Dschungel
Viele Menschen starren derzeit wie gebannt auf die neuesten Covid-19-Zahlen. Das LW hat mit dem Epidemiologen Joël Mossong über Sinn und Unsinn solcher Daten gesprochen.

Seitdem läuft die Forschung über SARS-CoV-2 auf Hochtouren und mittlerweile wurden über 20.000 wissenschaftliche Arbeiten zu dem noch vor drei Monaten gänzlich unbekannten Erreger verfasst.

Fast im Minutentakt werden seither die neuesten und vermeintlich relevantesten Forschungsergebnisse zu dem Virus in den Medien und auf sozialen Netzen verbreitet.

Die gesamte Menschheit verfolgt wie gebannt den Stand der Forschung und hofft vor allem auf eines: gute Nachrichten. Die gibt es zwar durchaus, aber es wäre voreilig, in diesem Zusammenhang verlässliche Aussagen zu treffen - dafür ist es schlichtweg noch zu früh.

Da neben wissenschaftlich gesicherten Fakten, die naturgemäß vage und beschränkt sind, auch massenhaft falsche, nur teils korrekte und leider auch sehr gefährliche Informationen zu dem Virus in der Öffentlichkeit zirkulieren, lohnt es sich, die informationelle Spreu vom Weizen zu trennen. 

Eine kleine Übersicht über die wichtigsten Forschungsergebnisse zu SARS-CoV-2.

Woher kommt das Virus?

Zur Herkunft von SARS-CoV-2 wurde gleich zu Beginn der Pandemie viel geschrieben. Teilweise zirkulierte die Behauptung, es handele sich um eine vom Menschen geschaffene Biowaffe. Dafür gibt es nach Aussage sämtlicher Virologen dieser Welt allerdings nicht den geringsten Hinweis.


Falschinformationen in Zeiten der Corona-Pandemie
Ist Klopapier eine potenzielle Virenschleuder? Wie sieht es eigentlich mit Bargeld aus? Kann eine aufgeschnittene Zwiebel die Viren aus der Luft "saugen"? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.

Dieses Virus wäre zudem eine sehr schlechte Waffe, da es im Vergleich zu vielen anderen Pathogenen nicht besonders tödlich, aber dafür sehr ansteckend ist - das Risiko, dass beim Einsatz einer solchen Waffe "der Schuss nach hinten losgeht" wäre einfach zu hoch. Bei Krankheitserregern wie jenen des Milzbrands oder der Pest, die als waffenfähig angesehen werden, ist dieses Verhältnis genau umgekehrt.

Auch wenn SARS-CoV-2 bis vor drei Monaten unentdeckt war, bedeutet das nicht, dass ähnliche Viren der Wissenschaft zuvor gänzlich unbekannt waren. Bei dem aktuellen Erreger handelt es sich um einen Vertreter der großen Viren-Familie Coronaviridae, die seit den 1960er-Jahren als Verursacher zahlreicher Krankheiten bei Vögeln und Säugetieren identifiziert wurden.

Ein naher Verwandter, SARS-CoV, löste die SARS-Pandemie 2002/2003 aus, während der weltweit über 8000 bestätigte Fälle und 774 Todesopfer gezählt wurden. Ebenfalls verwandt ist das Coronavirus MERS-CoV, das seit 2013 weltweit 2519 bestätigte Krankheitsfälle hervorrief und bisher 866 Menschen das Leben kostete.

Ein typischer Vertreter aus der Familie der Coronaviridae.
Ein typischer Vertreter aus der Familie der Coronaviridae.
Grafik: www.scientificanimations.com/wiki-images/ (CC-BY-SA)

Doch wo genau verstecken sich solche Viren in der Natur? Gewöhnlich kommen diese aus Wirtsorganismen, also Tieren oder Pflanzen. Als solche standen bei SARS-CoV-2 zunächst Gürteltiere unter Verdacht. Mittlerweile glauben Forscher aber, dass das Virus wie das länger bekannte SARS-CoV aus Hufeisen-Fledermäusen stammen könnte, die als häufiges Reservoir dieser Viren-Familie bekannt sind. Ähnliche Hypothesen gibt es zum Ebola-Virus, das auch möglicherweise durch den Verzehr von Wildtieren auf den Menschen übergesprungen ist. 

Zwischenwirt und Überträger auf den Menschen könnte bei SARS-CoV-2  der "Larvenroller", ein kleiner Allesfresser aus der Familie der Schleichkatzen gewesen sein. Die Tatsache, dass das Fleisch der Katzenartigen in einigen asiatischen Ländern verzehrt wird, spricht für diese Hypothese.

Der "Larvenroller", eine Schleichkatze, dessen Fleisch in Asien auch vom Menschen verzehrt wird
Der "Larvenroller", eine Schleichkatze, dessen Fleisch in Asien auch vom Menschen verzehrt wird
Rushenb / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Entgegen erster Vermutungen gilt es jedoch mittlerweile nicht mehr als wahrscheinlich, dass die Pandemie auf einem Markt für Wildtiere und Meeresfrüchte in Wuhan seinen Ursprung hatte, denn möglicherweise zirkuliert das neu entdeckte Virus schon seit November.

Rezente Forschungsergebnisse stärken nun die Hypothese, dass es sich bei SARS-CoV-2 um eine so genannte "Chimäre", also ein genetisches Mischwesen handeln könnte. Untersuchungen des Erbmaterials des Erregers würden große genetische Überschneidungen mit zwei anderen Viren der Coronaviridae-Familie zeigen. Es sei also möglich, dass SARS-CoV-2 erst durch die "Verschmelzung" zweier Viren in seinem Reservoir-Organismus oder in einem Zwischenwirt entstanden sei - dies könnte erklären, wieso der Erreger zuvor nie entdeckt wurde.

Wie gefährlich ist das Virus?

Die Tatsache, dass SARS-CoV-2 eine globale Krise auslösen konnte, hat vor allem zwei Gründe. Erstens ist der Erreger außergewöhnlich hoch ansteckend, zweitens ist er relativ tödlich.

Die Transmissibilität (R0) des Erregers, also die durchschnittliche Zahl an Personen, die ein Infizierter anstecken wird, liegt ersten Erkenntnissen zufolge für SARS-CoV-2 zwischen 3,3 und 5,5. Bei einem saisonalen Influenzavirus liegt dieser R0-Wert etwa zwischen 1,3 und 1,7, also rund zwei bis vier Mal niedriger. 

Mit drastischen Maßnahmen wie Social Distancing und massiven Tests könnte die Transmissibilität von SARS-CoV-2 aber auf einen R0-Wert unter 2 gesenkt werden.


A Malian researcher conducts a COVID-19 coronavirus test, in the laboratory of the "Point G" hospital in Bamako, on March 19, 2020. - Although no positive cases have yet been confirmed in Mali, hospitals and doctors are getting ready for a potential emergency. (Photo by MICHELE CATTANI / AFP)
Covid-19-Taskforce: Forschen gegen das Virus
Angesichts der Covid-19-Krise haben sich mehrere Akteure des luxemburgischen Forschungssektors zusammengeschlossen.

Die Mortalität von SARS-CoV-2 ist bisher nicht genau bekannt, da es sich bei diesem Wert um die Summe der Infizierten Individuen geteilt durch die Summe der Todesfälle handelt - nur der letzte Wert ist aber sicher zu ermitteln, da die Dunkelziffer der infizierten Personen um ein mehrfaches höher ist als die Zahl der positiv getesteten Patienten.

Das führte dazu, dass zu Beginn der Pandemie zunächst alarmierend hohe Werte von 3,5 Prozent gemeldet wurden, was sich aber nicht bestätigte. Aktuell gehen Wissenschaftler von einer durchschnittlichen Sterblichkeitsrate zwischen 0,7 und 2 Prozent aus - dieser Wert kann allerdings je nach Alterskohorte, Gesundheitszustand und medizinischer Betreuung bis auf über 15 Prozent ansteigen. Auch hier zum Vergleich: Bei Influenza-Viren liegt die Mortalität im Durchschnitt unter 0,2 Prozent, selbst in Hochrisiko-Gruppen bei maximal 0,8 Prozent.

Wie kann das Virus zerstört werden?

Das Virus wurde bisher im Sekret des Nasen- und Rachenraumes, im Sputum (ausgehusteter Schleim), dem Stuhl, der Tränenflüssigkeit und dem Blut nachgewiesen. An allen Gegenständen, die mit diesen Ausscheidungen in Kontakt gekommen sind, können die nur 60 bis 150 Nanometer kleinen Viren haften bleiben.


Die Covid-19-Pandemie als Infografik
Ein Team von Datenbloggern hat eine Infografik zur Covid-19-Pandemie zusammengestellt, die viele interessante Daten auf einen Blick überschaubar macht.

Erst nach dem Einsetzen der Symptome werden sie über Mund- und Rachenraum ausgeschieden, etwa beim Husten, Niesen oder einfach auch nur beim Sprechen. Sie bilden in der Luft ein so genanntes Aerosol, also eine Wolke winziger Flüssigkeitströpfchen, das sich je nach Luftfeuchtigkeit recht lange halten kann.

Wie lange genau die Viren außerhalb von Lebewesen infektiös, also ansteckend bleiben, ist weiter Gegenstand von Untersuchungen. Ersten Erkenntnissen zufolge bleibt das Virus auf Kunststoffoberflächen mit bis zu 72 Stunden am längsten infektiös, gefolgt von Stahloberflächen mit 48 Stunden. Auf Karton ist bereits nach 24 Stunden kein ansteckendes Virusmaterial mehr vorhanden.

Im Aerosol soll das Virus der selben Studie zufolge maximal 3 Stunden lang ansteckend bleiben. Es bleibt anzumerken, dass es sich um Erkenntnisse aus dem Labor handelt, die wahrscheinlich nicht direkt in die Realität übertragbar sind: Viren-Dichte, Oberflächenbeschaffenheit und Interaktion mit dem infektiösen Objekt sind weitere Faktoren, die eine große Rolle spielen. 


Luxemburger Initiative: Schutzvisiere aus dem 3D-Drucker
Zwei Luxemburger organisieren die private Fertigung dringend benötigter Schutzvisiere für medizinisches Personal per 3D-Drucker.

Die gute Nachricht ist, dass SARS-CoV-2 außerhalb lebender Organismen recht leicht zu zerstören ist. Schon normale Seife zerstört die Schutzhülle des Erregers, da diese aus Lipiden, also fett-artigen Verbindungen, besteht - daher die Empfehlung, sich stets gründlich und mit Seife die Hände zu waschen.

Auch gängige Haushaltschemikalien wie Chlorbleiche, verdünnte Wasserstoffperoxid-Lösung und wässrige Alkohol-Lösungen (Ethanol oder Isopropanol) ab einer Konzentration von 30 Prozent eignen sich zum Desinfizieren von Objekten und zerstören das Virus zuverlässig nach bereits 30 Sekunden.

Wie sieht es mit Arzneimitteln aus?

Kaum ein anderer Teilaspekt der Covid-19-Problematik hat in der Öffentlichkeit so viele gefährliche Halbwahrheiten und Falschinformationen hervorgerufen, wie die Suche nach einem Heilmittel.

Um es vorweg zu nehmen: zur Zeit gibt es kein Medikament, das Covid-19 zuverlässig heilen kann. Es gibt lediglich eine Reihe bekannter Wirkstoffe, die bei der Behandlung der lebensbedrohlichen Symptome mehr oder weniger gut helfen. Dazu zählen einige Virostatika, also virenhemmende Stoffe, die auch bereits erfolgreich bei MERS-CoV und HIV eingesetzt wurden.

Eine groß angelegte klinische Studie soll derzeit die Wirksamkeit der vier Arzneimittel genau ermitteln, die bei der Behandlung von Covid-19 am vielversprechendsten sind: Lopinavir, Ritonavir, Remdesivir und Chloroquin.

Chloroquin: kein Wundermittel, aber dafür gefährlich

Einen besonders hohen Bekanntheitsgrad erreichte leider dank der fehlgeleiteten (und völlig unqualifizierten) "Werbung" durch Persönlichkeiten wie dem Tesla-Chef Elon Musk, dem US-Präsidenten Donald Trump oder dem nicht ganz unumstrittenen französischen Virologen Didier Raoult: Das seit den 1940er Jahren bekannte Medikament Chloroquin, das vor allem gegen Malaria und rheumatische Erkrankungen eingesetzt wird.


(FILES) In this file photo taken on February 26, 2020 French professor Didier Raoult, biologist and professor of microbiology, specialized in infectious diseases and director of IHU Mediterranee Infection Institute poses in his office in Marseille, southeastern France. - Many people rushed on March 23, 2020 in front of the Marseille's center of expertise on infectious diseases, in order to be tested by the teams of Professor Didier Raoult who recommends treatment with chloroquine. Regarding the treatment in question with chloroquine, according to the French Minister of Health, French High Public Health Council said on March 23, 2020, that the chloroquine could be given to patients suffering from "severe forms" of the COVID-19 (the novel coronavirus) but should not be used for "less severe" forms. (Photo by GERARD JULIEN / AFP)
La croisade du docteur chloroquine
Le chercheur français Didier Raoult est un infatigable avocat du produit antipaludéen chloroquine pour le traitement du Covid-19.

Wissenschaftliche Studien deuten tatsächlich darauf hin, dass Chloroquin bei der Behandlung zwar helfen kann, die Infektion "heilen" kann es aber auf keinen Fall. Dies gelingt derzeit bei schweren Krankheitsverläufen nur durch lange künstliche Beatmung auf der Intensivstation bei gleichzeitiger Behandlung mit mehreren Medikamenten - und selbst das hilft bekanntlich nicht in jedem Fall. 

Zudem handelt es sich um einen relativ gefährlichen Wirkstoff, der nur unter strenger medizinischer Aufsicht eingesetzt werden darf und deswegen auch überall rezeptpflichtig ist. Die Nebenwirkungen können lebensgefährlich sein und reichen von psychotischen Anfällen bis hin zu Herz-Attacken.

Besonders bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen, also der Hochrisiko-Gruppe bei Covid-19, kann Chloroquin also bei unsachgemäßer Anwendung mehr schaden, als dass es hilft.


Vom Virus gepackt: Drei Corona-Infizierte erzählen
Wenn das Virus einen packt, was bedeutet das? Drei Personen, die am Corona-Virus erkrankt sind, geben Einblick in ihr Leben mit dem Virus ... Ein nicht immer einfacher Umgang.

In den USA gab es bereits erste Todesfälle durch Selbstmedikation mit dem Malaria-Mittel: Dort gab es nach der "Empfehlung" durch den US-Präsidenten einen regelrechten "Run" auf das Medikament, das nun für Patienten, die es wirklich benötigen, kaum mehr verfügbar ist.

Die massive Einnahme von Chloroquin in der Bevölkerung könnte zudem zukünftig Probleme bei der Behandlung von Malaria hervorrufen, da der Erreger der Tropenkrankheit resistent gegen den Wirkstoff werden könnte - ähnlich, wie es bei der unsachgemäßen Einnahme von Antibiotika passieren kann.

Wann ist mit einem Impfstoff zu rechnen?

Die Entwicklung eines Impfstoffs läuft in aller Welt auf Hochtouren: 41 verschiedene Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 sind derzeit in Entwicklung. Aber es wird höchstwahrscheinlich Monate dauern, bis ein solcher Impfstoff erprobt und in ausreichenden Mengen verfügbar ist, um die Pandemie einzudämmen.


24.02.2020, Baden-Württemberg, Tübingen: Ein Mann schaut sich in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac einen Träger mit Bakterien an, aus denen DNA und anschließend RNA gewonnen wird (gestellte Szene). Der mutmaßliche Versuch der US-Regierung, den Tübinger Impfstoff-Entwicker CureVac zu einem Standortwechsel zu bewegen, beschäftigt auch den Kreis der G7-Staaten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wettlauf um ein Medikament: Klinische Studien womöglich auch in Luxemburg
Weltweit suchen Unternehmen nach Wirkstoffen gegen Covid-19. Auch Forscher aus Luxemburg tragen dazu bei, die Funktionsweise und die Verbreitungsmuster des Virus besser zu verstehen.

Dieser Impfstoff wäre mit Abstand die effektivste Waffe gegen das Virus. Derzeit kann höchstens die Ausbreitung des Virus gebremst werden, um die Zahl der kritisch Kranken möglichst klein zu halten.

Das Problem bei diesem Ansatz ist, dass es selbst bei erfolgreicher Bekämpfung der Pandemie während ihres Höhepunktes auch später immer wieder zu neuen Infektionswellen kommen kann, weil es in der Bevölkerung kaum Immunität gegen den Erreger gibt.

Hinzu kommt die Gefahr, dass SARS-CoV-2 mutieren könnte und ein Impfstoff deswegen immer nur eine Zeit lang effektiv wäre. Dies ist beispielsweise bei Influenza-Viren der Fall, wo der Impfschutz nur etwa sechs Monate anhält, bevor mutierte Viren auftauchen. Aus diesem Grund muss jede Saison eine neuer Influenza-Impfstoff entwickelt werden.


Neben Moderna in den USA beteiligen sich weltweit Biotech-Firmen an dem globalen Wettlauf, einen Impfstoff gegen den Corona-Virus zu finden.
Erster Corona-Impfstoff getestet
US-Forscher versuchen, einen Impfstoff zu entwickeln. In Seattle erhielten die ersten Testpersonen eine Injektion mit dem im Eiltempo entwickelten Mittel.

In diesem Zusammenhang scheint es mittlerweile jedoch gute Nachrichten zu geben: Ersten Erkenntnissen zufolge mutiert SARS-CoV-2 nicht besonders häufig. Ein Impfstoff wäre also möglicherweise lange genug wirksam, um eine dauerhafte Eindämmung zu ermöglichen.

Ohne Impfstoff ist mit einer weiteren Ausbreitung der Krankheit zu rechnen, längerfristig könnten dann tatsächlich 50 bis 70 Prozent der gesamten Weltbevölkerung in Kontakt mit dem Erreger kommen. Ist dieser Punkt erreicht, stellt sich eine so genannte "Herdenimmunität" ein, die eine weitere Ausbreitung in Schach hält. Der Preis, der für einen solchen Ansatz wäre mit Millionen von Todesopfern weltweit allerdings inakzeptabel hoch.

___

 Fotos: 

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Alles zum Corona-Virus
Das neuartige Corona-Virus grassiert. Wir haben alle Artikel dazu in einem Dossier zusammengefasst.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.