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Rosetta-Mission: Sonde soll auf Komet landen
Panorama 9 2 2 Min. 22.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Rosetta-Mission: Sonde soll auf Komet landen

Panorama 9 2 2 Min. 22.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Rosetta-Mission: Sonde soll auf Komet landen

Während Luxemburg bei der Europäischen Raumfahrtagentur den Vorsitz inne
hat, absolviert diese die vielleicht bedeutendste Mission seit ihrem Bestehen.

(jsf) - Nie zuvor ist ein Satellit auf die Umlaufbahn eines Kometen eingeschwenkt. Und nie zuvor landete ein Forschungsmodul auf einem. Doch genau das ist am 12. November geplant. Am Höhepunkt der wohl bedeutendsten Mission der Europäischen Raumfahrt-Agentur (ESA), der Luxemburg aktuell vorsitzt. (Siehe auch: Luxemburgs Zukunft im All)

Vor zehn Jahren wurde der Satellit Rosetta mit einer Ariane 5-Rakete in den Orbit geschossen. Fünfeinhalb Jahre brauchte Rosetta, um Schwung zu holen. In vier Runden um die Sonde hat der Satellit diesen bei drei Vorbeiflügen an der Erde und einem am Mars gewonnen und sich so in die Tiefen unseres Sonnensystems katapultiert.

Drei Mal so weit von der Sonne entfernt wie die Distanz zwischen dieser und der Erde. Dort bekamen die Sonnensegel aber zu wenig Energie. Im März 2011 schickte das Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt den Satelliten in den Tiefschlaf. Aufwachen musste er von selbst. Ob das klappt, war ungewiss. Probleme waren bereits aufgetreten. Zuerst ließ er sich nicht steuern wie gedacht, dann gab es einen Druckabfall in einem System. Zum Glück gefährdete das nicht das eine Milliarde Euro teure Projekt.

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„Das war keine einfache Zeit“, sagt der ESA-Flugdirektor Andrea Accomazzo. 957 Tage später und mehr als 800 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, schickte Rosetta dann ihren „Ich bin da“-Piep, und alle fielen sich in die Arme. Doch der heikelste Part kam noch: Die Annäherung an den Kometen.

Im September schwenkte Rosetta in einen Orbit um den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko, kurz Tschuri, ein. „Wir sind mit neun Leuten 
24 Stunden am Tag mit Rosetta in Kontakt“, sagt der Operationsmanager Sylvain Lodiot. 200 Leute arbeiten insgesamt an dem Projekt. In zwei Schritten zogen sie den Orbit enger bis auf zehn 
Kilometer. „Je näher wir kommen, desto größer wird der Einfluss des Kometen.“ Da Tschuri sich wieder der Sonne nähert, werden auch die Gasreaktionen durch die Sonnenwinde immer stärker. „Jeder Orbit ist eine neue Welt und braucht viele Berechnungen“, so Lodiot.

Harpunenschuss auf Komet

Navigiert wird vor allem aufgrund der Fotos, die Rosetta alle sechs Stunden schießt. Mit Hilfe derer wurde auch der Landeplatz für Philae gefunden. In drei Wochen wird die Landeeinheit abgeworfen und auf Tschuri aufsetzen. Bohrer in den Füßen, Harpunen und eine Schubdüse sollen verhindern, dass der Lander abprallt.

Kometen sind Überreste von der Entstehung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren und haben sich seither kaum verändert. Mit den zehn Messinstrumenten von Philae sollen unter anderem Kohlenstoffverbindungen gefunden werden. „Durch diese könnten mit einem Kometen, die Bausteine des Lebens auf die Erde gelangt sein“, sagt Stephan Ulamec, Philae-Projekt-Leiter beim Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR). Wie groß die Erwartungen sind, zeigen die Namen der Raumfahrzeuge. Mit Hilfe eines Obelisken der Nil-Insel Philae und des Steins von Rosetta konnten 1822 die ägyptischen Hieroglyphen entschlüsselt werden.

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