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„Rosetta“ beendet historische Weltraum-Mission
Panorama 11 1 2 Min. 30.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Spektakuläre Kometen-Landung geglückt

„Rosetta“ beendet historische Weltraum-Mission

Dieses Bild aus dem Jahr 2012 zeigt, wie sich ein Künstler die Rosetta-Mission vorgestellt hat.
Spektakuläre Kometen-Landung geglückt

„Rosetta“ beendet historische Weltraum-Mission

Dieses Bild aus dem Jahr 2012 zeigt, wie sich ein Künstler die Rosetta-Mission vorgestellt hat.
Foto: AFP
Panorama 11 1 2 Min. 30.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Spektakuläre Kometen-Landung geglückt

„Rosetta“ beendet historische Weltraum-Mission

Noch ein Höhepunkt zum Schluss: Die aufsehenerregende Weltraum-Mission „Rosetta“ hat nicht einfach aufgehört. Ihr gelang mit einer Kometen-Landung am Ende noch ein Meisterstück.

(dpa/miz) -  Nach zwölf Jahren im All ist die Raumsonde „Rosetta“ wie geplant auf den Planeten „Tschuri“ aufgeprallt. Damit hat die Europäische Raumfahrtagentur Esa am Freitag ihre historische Weltraum-Mission zu einem Kometen abgeschlossen.

Hier geht's zum Livestream der Landung (12.20):

http://rosetta.esa.int/

Die Mission mit der Sonde „Rosetta“ sei ein für alle Mal beendet, sagte der Chef des Esa-Flugbetriebs, Paolo Ferri, im Kontrollzentrum Darmstadt: „Sie bleibt in der Kälte für immer und ewig.“ Geplant war, dass sich „Rosetta“ beim Aufsetzen auf den 720 Millionen Kilometer von der Erde entfernt Kometen ausschaltet.

Die Raumsonde hatte mehrere Instrumente an Bord, mit denen der Komet erforscht worden war. In Schweifsternen stecken die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahre, in der sich das Sonnensystem bildete. 

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Auf dem Kometen, dessen Form an eine Ente erinnert, war bereits vor fast zwei Jahren eine noch nie dagewesene Landung gelungen. Auf „Tschuri“ ging das Mini-Labor „Philae“ nieder. Die Raumsonde „Rosetta“ hatte den Lander an Bord gehabt und auf dem Weg durchs All zu dem Kometen gebracht. „Die Resultate werden unser Bild von Kometen über viele Jahre prägen und unser Verständnis zur Entstehung des Sonnensystems und zu den Ursprüngen des Lebens vertiefen“, ist sich der Projektleiter für den Lander, Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sicher.

Die Instrumente von „Rosetta“ sollten auch in der Schlussphase Bilder schießen und Messungen vornehmen. Die Raumsonde hatte sich zwar schon mit Extrem-Tiefflügen dem Kometen trotz seiner Aktivität genähert und ihn unter die Lupe genommen - aber so nahe war sie noch nie. In einer weiteren Mission haben Esa-Wissenschaftler vor, zusammen mit der US-Raumfahrtagentur Nasa einen Asteroiden zu erforschen. Das Programm muss noch genehmigt werden.

Wichtige Stationen der Rosetta:

1985: Die Europäische Raumfahrtagentur Esa beschließt im Programm „Horizont 2000“ die Erkundung eines Kometen

Dezember 2002: Probleme mit „Ariane 5“-Raketen, die „Rosetta“ ins All bringen sollen, verhindern den für Januar 2003 geplanten Start zum ursprünglichen Zielkometen „Wirtanen“

2. März 2004: Start mit einer „Ariane 5“ vom europäischen Weltraumhafen Kourou

5. März 2005: Swing-by-Manöver an der Erde vorbei. Die Sonde nutzt die Schwerkraft der Erde, um Flugbahn und Geschwindigkeit zu ändern

25. Februar 2007: Swing-by Mars

12. November 2007: Swing-by Erde

5. September 2008: Swing-by Asteroid „Steins“

13. November 2009: Swing-by Erde

10. Juli 2010: Swing-by Asteroid „Lutetia“

8. Juni 2011: „Rosetta“ wird in den Tiefschlaf versetzt, damit sie Energie spart.

20. Januar 2014: „Rosetta“ wird nach 957-tägigem Tiefschlaf geweckt

28. März: Systeme des Landers „Philae“ fahren hoch

Mai bis August: Kursanpassungen und Bremsmanöver

6. August: Erreichen der Umlaufbahn um den Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ (kurz: „Tschuri“)

15. September: Aus fünf Regionen wird der Zielort für den Lander gewählt: die Stelle „J“ auf dem Kopf des entenförmigen Kometen

12. November: „Philae“ landet - nach zehn Jahren, acht Monaten und zehn Tagen

15. November: „Philae“ stellt alle Instrumente wegen Energiemangels ab

13. Juni 2015: Der Lander sendet wieder Daten zur Erde

9. Juli 2015: „Philae“ sendet die letzten Informationen

August 2015: Der Komet „Tschuri“ erreicht den sonnennächsten Punkt seiner Bahn

2. September 2016: Ein besonderes Foto gelingt der Hochleistungskamera Osiris an Bord der Raumsonde „Rosetta“: „Philae“ steht eingeklemmt in einem dunklen Spalt auf dem Kometen.

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