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Roboter macht Jagd auf gefräßige Seesterne
Ein Tauchroboter - Model RangerBot - schwimmt über Korallen. Korallenfressende Seesterne bedrohen das Great Barrier Reef in Australien.

Roboter macht Jagd auf gefräßige Seesterne

Foto: dpa
Ein Tauchroboter - Model RangerBot - schwimmt über Korallen. Korallenfressende Seesterne bedrohen das Great Barrier Reef in Australien.
Panorama 2 Min. 19.09.2018

Roboter macht Jagd auf gefräßige Seesterne

Australiens Great Barrier Reef wird von einer Dornenkronen-Plage heimgesucht. Tauchende Roboter rücken den giftigen Seesternen zu Leibe.

(dpa)- Seit Jahren machen Dornenkronen-Seesterne (Acanthaster planci) dem Great Barrier Reef zu schaffen. Um ihre Ausbreitung aufzuhalten, töteten Taucher die Tiere bisher einzeln mit Giftspritzen – ohne durchschlagenden Erfolg. Nun verheißt eine neue Erfindung Besserung: tauchende Killer-Roboter.

Forscher der Queensland University of Technology (QUT) haben die sogenannten RangerBots, die Mini-U-Booten ähneln, in Zusammenarbeit mit Google und der Great Barrier Reef Foundation entwickelt. Der Unterwasserroboter kann per Tablet durch komplexe Korallenriffe navigiert werden, um dort Dornenkronen-Seesterne aufzuspüren. Dann schießt der Apparat eine tödliche Injektion aus Essig oder Gallensalz auf den Seestern – das Riff soll dabei unversehrt bleiben. Der gelbe Unterwasserjäger könne die dornigen Seesterne mit einer Zuverlässigkeit von 99,4 Prozent erkennen, sagt sein Erfinder, der QUT-Ingenieur Matthew Dunbabin.

Der 15 Kilo schwere und 75 Zentimeter lange Roboter kann pro Batterieladung bis zu acht Stunden tauchen und auch nachts im Einsatz sein, selbst in Gewässern mit Haien und Krokodilen. Zudem kann der Roboter laut Dunbabin Korallenriffe auch auf andere Gefahren hin inspizieren, etwa sonstige Schädlinge, Korallenbleiche oder Versandung.

Auch Anna Marsden, Geschäftsführerin der Great Barrier Reef Foundation, setzt große Hoffnungen in die hochtechnologische Meeresdrohne. "Nahrung und Lebensunterhalt von mehr als einer Milliarde Menschen sind von Korallenriffen abhängig – sie laufen Gefahr, alles zu verlieren, wenn diese wichtigen Ökosysteme nicht geschützt werden." Das Gebiet vor Australiens Nordostküste ist die größte Korallenregion weltweit: Auf einer Fläche fast so groß wie Deutschland bieten etwa 2 900 Riffe Lebensraum für Millionen Meeresbewohner. Jedes Jahr zieht die Touristenattraktion mehr als zwei Millionen Besucher an und erwirtschaftet umgerechnet gut vier Milliarden Euro. In den vergangenen Jahren aber machten zahlreiche Probleme dem Riff zu schaffen, etwa Sedimentbildung, Meeresversauerung oder die Korallenbleiche.

Ein Dornenkronenseestern. Die sogenannten Dornenkronen fressen Korallen und lassen kahle Riffe zurück.
Ein Dornenkronenseestern. Die sogenannten Dornenkronen fressen Korallen und lassen kahle Riffe zurück.
Foto: dpa/Christiane Oelrich

Laut einer Studie hat das Great Barrier Reef zwischen 1985 und 2012 die Hälfte seiner Korallen eingebüßt. 40 Prozent davon fielen den gefräßigen Dornenkronen zum Opfer, nur der Klimawandel setze den Korallen schlimmer zu.

Rasante Vermehrung

"Mehrere Millionen dieser Seesterne gibt es derzeit in der Region", so Sven Uthicke vom australischen Institute of Marine Science. Dabei sind Dornenkronen, die zu den größten Seesternen gehören, per se keine Schädlinge: In geringerer Zahl helfen sie, die Korallenvielfalt zu bewahren, denn sie fressen die am schnellsten wachsenden Arten. Doch sobald sich pro Hektar mehr als etwa 15 der Stachelhäuter tummeln, wird schneller gefressen als nachwachsen kann.

Wissenschaftler sehen zwei Hauptgründe für die derzeitige Plage: den Rückgang natürlicher Feinde, wie Stern-Kugelfische oder Tritonshörnern, einer Schneckengattung. Zum anderen lässt der zunehmende Eintrag von Nährstoffen etwa aus der Landwirtschaft ins Meer Algen wuchern – die Hauptnahrung der Dornenkronen-Larven. Auf den Killer-Robotern liegt nun die Hoffnung, die schädlichen Seesterne schneller und effizienter zu eliminieren.


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