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Reisevorbereitungen: Rechtzeitig an Impfungen denken
Ein Blick in den Impfpass und eine Impfberatung gehören unbedingt zur Reisevorbereitung dazu.

Reisevorbereitungen: Rechtzeitig an Impfungen denken

Foto: Guy Jallay
Ein Blick in den Impfpass und eine Impfberatung gehören unbedingt zur Reisevorbereitung dazu.
Panorama 2 Min. 14.05.2016

Reisevorbereitungen: Rechtzeitig an Impfungen denken

Cheryl CADAMURO
Cheryl CADAMURO
Die Sommerferien nahen, bald werden die Urlaubskoffer gepackt. Wer die Reise unbeschwert genießen möchte, sollte sich rechtzeitig über Impfempfehlungen für den Urlaubsort und seinen aktuellen Impfstatus informieren.

Von Eva Walker

Dr. Therese Staub von der „Travel Clinic“ am Centre Hospitalier de Luxembourg empfiehlt, sich spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt medizinischen Rat über mögliche Impfungen oder medizinische Prophylaxe einzuholen. Da gerade vor den Ferien mit eventuellen Wartezeiten für einen Impftermin zu rechnen ist bzw. auch nicht immer alle Impfstoffe in den Apotheken vorrätig sind, sollte man das Thema besser nicht auf die lange Bank schieben.

Jeder sollte eine Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphterie, Polio und Keuchhusten haben und an die alle zehn Jahre notwendigen Auffrischungsimpfungen (Tetanus, Diphterie und Keuchhusten) denken. Für Reisen empfehlen wir zudem die Hepatitis A-Impfung. Wer Impflücken hat, sollte vor Reisebeginn unbedingt nachimpfen lassen“, so die Medizinerin. Welche Impfungen zusätzlich nötig sind, hängt vom jeweiligen Reiseziel ab.

Bei Reisen innerhalb Europas kann je nach Zielort beispielsweise eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sinnvoll sein. Da die Impfempfehlungen der aktuellen Lage in den einzelnen Ländern angepasst werden, ist es wichtig, sich auf dem Laufenden zu halten. Manche Urlaubsländer schreiben auch bestimmte Impfungen vor und verwehren die Einreise, wenn der erforderliche Nachweis nicht vorgelegt wird. Vor allem bei Fernreisen in tropische Gefilde besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit Krankheitserregern zu infizieren die in Europa nicht oder weniger stark verbreitet sind.

Beratungsstelle „Travel-Clinic“

Die „Travel-Clinic“ berät über mögliche Vorsorge gegen Malaria, Dengue-Fieber, Typhus, Japanische Enzephalitis, Tollwut, Hirnhautentzündung und Gelbfieber. Ein Risiko, an Gelbfieber zu erkranken besteht hauptsächlich für Reisende nach Afrika und Südamerika. Wichtig ist: Gelbfieberimpfungen werden in Luxemburg nur in der "Travel-Clinic", nicht beim Hausarzt, vorgenommen. Epidemien in Europa „Auch Mumps, Masern und Röteln sind ein großes Thema, da diese Erreger vor allem in der Dritten Welt auf dem Vormarsch sind. Auch wenn das Ansteckungsrisiko in anderen Ländern geringer ist, besteht bei Reisen immer die Gefahr, mit diesen Viren in Kontakt zu kommen.

So kommt es auch in Europa immer wieder zu Epidemien. Gegen Mumps-Masern-Röteln impft man seit einigen Jahren zwei Mal, viele haben jedoch nur eine einfache Impfung bekommen und besitzen nicht den vollen Impfschutz“, gibt die Spezialistin zu bedenken. Nicht immer können Impfungen vor Krankheiten schützen. „Im Moment wird häufig über Zika berichtet, besonders in Brasilien und auf den Kapverdischen Inseln gibt es viele Fälle. Schwangere und Stillende sollten Gelbfiebergebiete meiden, da sie nicht geimpft werden können“, rät Dr. Staub. Grundsätzlich bezahlt die Krankenkasse die Kosten für den Arztbesuch, der Impfstoff muss jedoch in vielen Fällen privat bezahlt werden.

Wer spät dran ist, sollte sich vor der Abreise trotzdem informieren, manche Impfstoffe wirken noch kurzfristig. Ansprechpartner für Auskünfte rund um das Thema „Reiseimpfungen“ sind die „Travel-Clinic“ (Tel: 4411-3091) oder Hausärzte. Auf der Seite der Weltgesundheitsbehörde (www.who.int) oder unter fitfortravel.nhs.uk findet man weitere Informationen.


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