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Raus aus dem Gefängnis im Kopf
Panorama 2 Min. 25.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Sport für die Psyche

Raus aus dem Gefängnis im Kopf

Auch hinter Gefängnismauern tut Sport gut. Und nicht nur der Körper profitiert, sondern auch die Psyche.
Sport für die Psyche

Raus aus dem Gefängnis im Kopf

Auch hinter Gefängnismauern tut Sport gut. Und nicht nur der Körper profitiert, sondern auch die Psyche.
Foto: dpa
Panorama 2 Min. 25.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Sport für die Psyche

Raus aus dem Gefängnis im Kopf

Depressionen, Schlafstörungen, negative Gedankenkarussells - von all dem sind immer mehr Menschen in der westlichen Welt betroffen. Schützen kann ein Medikament, das kostenlos zu haben ist und nicht mal Nebenwirkungen hat: Bewegung.

(dpa) - Studien belegen, dass aerobe Bewegung - also solche, die mit moderater Intensität auskommt - antidepressiv wirkt. Zum Stressabbau ist nichts besser geeignet als Sport. Und trotzdem lassen sich viele nach einem anstrengenden Arbeitstag lieber erschöpft auf die Couch fallen. Weil Sport anstrengend ist. Dabei ist genau diese Anstrengung Teil des Wirkmechanismus.

Mit Bewegung zur Entspannung

„Die Stresshormone wie etwa Cortisol werden in Balance gebracht“, erklärt der Sportwissenschaftler Prof. Ingo Froböse von der Sporthochschule in Köln das Prinzip. „Das passiert, indem wir einen Reiz setzen, der uns anspannt, woraufhin Entspannung folgt.“ Je mehr Stress man hat, desto mehr Sport müsste man ausgleichend machen. Dabei zähle nicht die Sportart, sondern Intensität und Dosierung. Alles steht und fällt allerdings mit der Motivation, denn um einen Effekt zu spüren, muss man sich regelmäßig bewegen.

Auch Cora S. Weber, Fachärztin für Psychosomatik und Innere Medizin aus Berlin, hat sich viel mit Bewegung und Psyche beschäftigt. Drei Mal 45 Minuten aerobe Bewegung in der Woche hilft ihr zufolge gegen Depression, ist also nachweislich stimmungsaufhellend. „Der Sport wirkt sogar angstlösend“. Auch bei Angst entsteht Stress, der durch die Bewegung gelöst wird. Entscheidend ist aber noch etwas anderes: Sport lenkt von der Furcht ab.

Sie empfiehlt gegen das Gefängnis im Kopf Laufen, weil es zu den ersten Fähigkeiten gehört, die der Mensch lernt. Und weil die Umsetzung so einfach ist. „Im Grunde aber müssen Sie sich den Ausdauersport aussuchen, den Sie gerne machen.“ Prof. Froböse sieht nicht nur im Ausdauersport Vorteile: „Mir müssen Sie mit Yoga zwar nicht kommen, aber wer das gerne macht, soll das machen.“ Es wirke genauso gut. Der Fokus auf die Atmung ist meditativ, Muskeln werden angespannt und entspannt.

Blutige Anfänger sollten am besten mit zügigem Walken beginnen, Joggen überfordere die allermeisten. „Jede Art von Bewegung tut gut, gehen Sie nach Ihrer Arbeit spazieren, laufen Sie zur S-Bahn.“ Und wieder: dranbleiben zählt.

„Nach acht bis zehn Wochen kommt meistens ein Motivations-Tief, auf das man gefasst sein sollte“, so Froböse. „Belohnen Sie sich oder hängen Sie sich ein Ziel an den Kühlschrank.“ In den Kühlschrank greifen hilft dagegen nicht: Es betäubt das Unbehagen höchstens für einen Moment, bewältigt es aber nicht.

Schlecht ist Bewegung dann, wenn sie zusätzlichen Stress verursacht. Das kann der Fall sein, wenn eine Sportart zu intensiv und häufig ausgeübt wird oder wenn sie keine Freude bereitet.


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