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Psychologe über Verschwörungstheorien zur Mondlandung
Panorama 2 Min. 18.07.2019

Psychologe über Verschwörungstheorien zur Mondlandung

Verschwörungstheorien rund um die Mondlandung gibt es wie Staubkörner auf der Mondoberfläche.

Psychologe über Verschwörungstheorien zur Mondlandung

Verschwörungstheorien rund um die Mondlandung gibt es wie Staubkörner auf der Mondoberfläche.
Foto: Pixabay
Panorama 2 Min. 18.07.2019

Psychologe über Verschwörungstheorien zur Mondlandung

Am Samstag jährt sich nicht nur die erste bemannte Mondlandung zum 50. Mal - und auch die Verschwörungstheorien rund um die Mondlandung feiern ein rundes Jubiläum.

(KNA) Waren sie - oder waren sie nicht ... auf dem Mond, die Amerikaner? Ist der Erdtrabant nicht eigentlich nur ein Hologramm? Und wie sieht es mit Alien-Hinterlassenschaften aus, die Neil Armstrong und seine Kollegen gefunden haben könnten? Im Interview mit der KNA spricht der Psychologe und Journalist Sebastian Bartoschek über Verschwörungstheorien um die Mondlandung und über den Sinn unserer Sinneseindrücke. 

Herr Bartoschek, vor 50 Jahren sind die US-Amerikaner auf dem Mond gelandet. Oder sie sollen auf dem Mond gelandet sein, wie manch einer sagen würde ...

Die bekannteste Mondlandungs-Verschwörungstheorie ist die, dass man damals gar nicht auf dem Mond gelandet ist und die gesamte Mondlandung in der Wüste nachgedreht worden sei. Hintergrund dafür ist, dass das US-Raumfahrtprogramm zahlreiche Rückschläge erlitten und eigentlich die UdSSR die Nase vorn hatte. Und dann musste es ja überraschen, mit welcher Präzision die Mondlandung innerhalb kürzester Zeit gelang. Das hat schon für Fragezeichen und Missgunst gesorgt.

Der Psychologe und Journalist Sebastian Bartoscheck im Gespräch mit der KNA.
Der Psychologe und Journalist Sebastian Bartoscheck im Gespräch mit der KNA.
Foto: Katja Bartoschek / CC BY-SA 3.0 /www.psycho-talk.de/das-team/

Und die weniger bekannten Theorien?

Es gibt eine, die besagt, dass man zwar auf dem Mond gelandet sei, dort aber die Artefakte einer Alien-Rasse oder einer Alien-Zivilisation vorgefunden habe und dann gemeinsam mit der UdSSR vereinbart habe, dies zu vertuschen. Daher habe man es dann in der Wüste nachdrehen müssen, weil man die Originalbilder nicht nutzen konnte. Es gibt aber sogar Verschwörungstheorien wie die von David Icke, die davon ausgehen, dass der Mond gar nicht existiere. Er sei nur ein Hologramm und auf einem Hologramm könne man nicht landen.


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Die "Mondlandungs-Lüge"
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Wir sind uns ja aber ziemlich sicher, dass der Mond ein real existierender Himmelskörper ist. Weil wir ihn sehen, weil wir Fakten über ihn lesen können. Aber warum glauben wir eigentlich überhaupt, was wir sehen, hören oder lesen?

Weil es erst einmal sinnhaft ist, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn wir jeden unserer Sinneseindrücke stets hinterfragten, würden wir in der Vielzahl von Einzeleindrücken ersaufen. Und deshalb ist es eine gute Strategie, grundsätzlich seinen Sinneseindrücken zu vertrauen. Sinneseindrücke, denen wir grundsätzlich nicht vertrauen könnten, würden einfach keinen Sinn ergeben.

Wenn unsere Sinneseindrücke prinzipiell Sinn ergeben, wie kommt es dann, dass wir doch manchmal zweifeln? Gar Verschwörungen annehmen?

Das hat mehrere Facetten. Zunächst wissen wir schon aus der Menschheitsgeschichte, dass es Verschwörungen gibt. Es ist ja auch keine schlechte Idee, vorsichtig zu sein, wenn man den Eindruck hat, dass sich Mitmenschen gegen einen verschwören. Das ist durchaus vorgekommen.

Es hätte zum Beispiel der ein oder andere Papst der Geschichte einen großen Vorteil gehabt, wenn er ein bisschen verschwörungstheoretischer gedacht hätte. Da hätte manch einer länger gelebt. Außerdem denken wir als Menschen in Strukturen. Es hat uns als Spezies ja sehr weit gebracht, dass wir Strukturen erkennen und daraus Regelhaftigkeit ableiten können. Allerdings nehmen wir manchmal auch falsche Strukturen an ...

... und zustande kommt eine Fehlinterpretation von Fakten?

So könnte man das nennen.


Foto: Katja Bartoschek / CC BY-SA 3.0 /www.psycho-talk.de/das-team/


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