Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Prozess gegen Ex-Filmmogul Weinstein verschoben
Panorama 26.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Prozess gegen Ex-Filmmogul Weinstein verschoben

Weinstein am Montag beim Verlassen des Gerichtsgebäudes.

Prozess gegen Ex-Filmmogul Weinstein verschoben

Weinstein am Montag beim Verlassen des Gerichtsgebäudes.
Foto: AFP
Panorama 26.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Prozess gegen Ex-Filmmogul Weinstein verschoben

Alles war vorbereitet für den aufsehenerregenden Beginn des Prozesses gegen Harvey Weinstein. Doch nun wird die Verhandlung um Monate verschoben. Der Grund: Vorwürfe einer bekannten Schauspielerin.

(dpa) - Der für September angesetzte Missbrauchsprozess gegen den früheren Filmproduzenten Harvey Weinstein wird wegen einer neuen Anklage verschoben. Das Gericht in New York entschied nach übereinstimmenden Medienberichten in einer Anhörung am Montag, dass die Verhandlung erst im Januar 2020 beginnen soll.

Annabella Sciorra
Annabella Sciorra
Foto: AFP

Die Staatsanwaltschaft musste eine neue Anklage präsentieren, damit sie unter anderem den Fall eines anderen mutmaßlichen Opfers von Weinstein in den Prozess aufnehmen konnte. Dabei handelt es sich um die Schauspielerin Annabella Sciorra, die einst bei den „Sopranos“ mitgespielt hatte. Sie wirft Weinstein vor, sie 1993 vergewaltigt zu haben. Ihr Fall ist nach dem Gesetz im Bundesstaat New York zwar verjährt - doch die Staatsanwälte wollen mithilfe von Sciorra beweisen, dass Weinsteins Übergriffe auf Frauen einem Muster folgten.


Der einstige Filmmogul sagt, jegliche sexuelle Handlungen hätten einvernehmlich stattgefunden.
Weinstein-Prozess erneut verschoben
Erst im September soll der Ex-Filmmogul in New York vor Gericht stehen. Zwei Frauen werfen ihm sexuelle Übergriffe vor.

Mehr als 80 mögliche Opfer

Der Strafprozess gegen Weinstein sollte eigentlich am 9. September starten. Mehr als 80 Frauen hatten dem 67-Jährigen seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen, darunter auch namhafte Schauspielerinnen. Bei der Anklage in New York geht es allerdings nur um zwei Vorfälle aus den Jahren 2006 und 2013. Dem Ex-Filmmogul werden Vergewaltigung, kriminelle sexuelle Handlungen und räuberische sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

Weinstein wiegelt ab


(FILES) This file photo taken on May 23, 2017 shows US film producer Harvey Weinstein attending the De Grisogono Party on the sidelines of the 70th Cannes Film Festival in Antibes, France. 
The state of New York filed a lawsuit against Harvey Weinstein, his brother and their eponymous production company on February 11, 2018, for "egregious violations" of civil rights, human rights and business laws. / AFP PHOTO / Yann COATSALIOU
In seiner Firma: Sexuelle Übergriffe Weinsteins wurden geduldet
Die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe des US-Filmproduzenten Harvey Weinstein sind in seinem früheren Unternehmen nach Angaben der Staatsanwaltschaft über Jahre wissentlich hingenommen und in obersten Etagen unterstützt worden.

Harvey Weinstein beteuert, jegliche sexuelle Handlungen hätten einvernehmlich stattgefunden. Bei der Anhörung zur neuen Anklage am Montag plädierte er erneut auf „nicht schuldig“. Richter James Burke fragte Weinstein den Berichten zufolge angesichts der Forderungen eines noch späteren Termins durch seine Verteidiger, ob er den Prozess wirklich wolle. Der Angeklagte sorgte demnach mit seiner Antwort „nicht wirklich“ für einige Lacher im Saal.

Die Anschuldigungen gegen den einst mächtigen Weinstein nahmen ab Oktober 2017 nach Medienberichten der „New York Times“ und des Magazins „New Yorker“ Fahrt auf. Dutzende Frauen gingen danach mit ihren Vorwürfen gegen den Film-Produzenten an die Öffentlichkeit. In der Folge formierte sich unter dem Hashtag „#metoo“ eine Bewegung gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe, die weltweit für Debatten sorgte. Auch weitere bekannte Männer, darunter der Schauspieler Kevin Spacey, wurden des Missbrauchs beschuldigt.


Harvey Weinstein hier auf einem Archivfoto von 2004.
Harvey Weinstein: Belästigungs-Vorwürfe gegen Hollywood-Produzent
Ein Zeitungsbericht rückt einen der großen Filmproduzenten Hollywoods gesellschaftlich ins Zwielicht. Harvey Weinstein soll jahrelang Frauen in seiner Umgebung sexuell belästigt haben. Jetzt hat sich sogar der US-Präsident eingeschaltet.

Weinstein selbst fiel nach den Enthüllungen tief: Die von ihm gegründete Firma entließ ihn. Nach der Zahlung einer Kaution von einer Million Dollar ist er auf freiem Fuß, musste aber seinen Pass abgeben. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.    


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Weinstein schuldig gesprochen
Im Vergewaltigungsprozess gegen Harvey Weinstein hat die Jury den ehemaligen Hollywood-Mogul wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen.
NEW YORK, NEW YORK - FEBRUARY 24: Harvey Weinstein enters a Manhattan court house as a jury continues with deliberations in his trial on February 24, 2020 in New York City. On Friday the judge asked the jury to keep deliberating after they announced that they are deadlocked on the charges of predatory sexual assault. Weinstein, a movie producer whose alleged sexual misconduct helped spark the #MeToo movement, pleaded not-guilty on five counts of rape and sexual assault against two unnamed women and faces a possible life sentence in prison.   Spencer Platt/Getty Images/AFP
== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==
Harvey Weinstein droht weiteres Gerichtsverfahren
Massive Vorwürfe sexueller Belästigung gegen Harvey Weinstein lösten die MeToo-Bewegung aus. Nun begann in New York der Prozess gegen den früheren Filmmogul – und ein zweites Gerichtsverfahren könnte folgen.
Harvey Weinstein arrives using a walker at the Manhattan Criminal Court, on January 6, 2020  in New York City. - Harvey Weinstein's high-profile sex crimes trial opens on Monday, more than two years after a slew of allegations against the once-mighty Hollywood producer triggered the #MeToo movement that led to the downfall of dozens of powerful men. The disgraced movie mogul faces life in prison if convicted in a New York state court of predatory sexual assault charges, in a trial expected to last six weeks. (Photo by TIMOTHY A. CLARY / AFP)
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.