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Problemetischer Alltag: Spagat zwischen Job und Familie
Panorama 2 Min. 16.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Problemetischer Alltag: Spagat zwischen Job und Familie

Die Arbeit verfolgt viele Eltern bis nach Hause - sie können Beruf und Familie schlecht miteinander in Einklang bringen.

Problemetischer Alltag: Spagat zwischen Job und Familie

Die Arbeit verfolgt viele Eltern bis nach Hause - sie können Beruf und Familie schlecht miteinander in Einklang bringen.
Foto: dpa
Panorama 2 Min. 16.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Problemetischer Alltag: Spagat zwischen Job und Familie

Geld verdienen, Karriere machen und die Kinder erziehen: Viele Eltern bekommen das kaum unter einen Hut, zeigt eine Studie. Eine Expertin gibt Müttern und Vätern einen bewährten Tipp.

(dpa) - Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie macht vielen Eltern Schwierigkeiten. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) von ihnen gaben in einer repräsentativen Befragung des deutschen Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid an, damit Probleme zu haben. Nur 29 Prozent sagen, sie bekämen beides gut hin - vor vier Jahren machten noch 43 Prozent eine solche Aussage. Für die Zeitschrift „Eltern“ waren 1000 Väter und Mütter mit Kindern bis zu zehn Jahren befragt worden.

Doch warum fällt es Eltern so schwer, die richtige Balance zu finden? Einer der Gründe ist laut der Studie, dass Frauen immer früher wieder in den Beruf zurückkehren - oft aus finanziellen Zwängen heraus. Sie wollen jedoch auch für ihr Kind da sein. Väter wollen vielleicht mehr Zeit für die Familie, können es sich aber nicht leisten, beim Job zu reduzieren. 86 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sie sich dem Arbeitsmarkt anpassen müssten statt umgekehrt - trotz Home-Office, Teilzeit und anderen flexiblen Arbeitsmodellen.

Eltern müssen auch mit anderen Erwartungen fertig werden. Während Frauen früher als schlechte Mutter galten, wenn sie nach einer Geburt zeitnah wieder arbeiten gegangen sind, gilt heute der Studie zufolge offensichtlich oft das Gegenteil: 84 Prozent sagte, sie fühlten eine Erwartung, das Kind möglichst früh in die Kita geben zu müssen.

Weniger Vorwürfe machen!

Einfach zu lösen ist das Dilemma von äußeren Erwartungshaltungen, eigenen Wünschen und realen Gegebenheiten nicht. Vor allem hilft wohl ein bisschen mehr Gelassenheit bei der eigenen Beurteilung. Dazu rät Prof. Barbara Thiessen von der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Landshut. „Jene Eltern tun sich leichter, denen es gelingt, sich von dem Druck freizumachen, alles perfekt machen zu wollen“, sagt sie. Das Motto sollte auch mal sein: „Gut genug genügt.“

Ein bisschen weniger Selbstoptimierungszwang in Bezug auf Kindererziehung, Karriere und Wohnung nimmt schon etwas an Last. So ließen sich die Aussagen der Forscherin zusammenfassen, die bei der Studie beraten hat. Außerdem leben Paare auf lange Sicht wesentlich entspannter, wenn sie füreinander einstehen.

Was die Befragung auch zeigt: Unter den Müttern und Vätern wünschen sich nicht wenige eine sehr traditionelle Rollenverteilung. Der Mann verdient das Geld, während die Frau Haushalt und Kinder versorgt: 17 Prozent bevorzugen dieses Modell - ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2013 (6 Prozent).

Am beliebtesten ist das Modell, in dem der Vater Vollzeit und die Mutter Teilzeit arbeitet (41 Prozent). Dazu kümmert sie sich noch um Nachwuchs und Heim - auch ziemlich klassisch. Von Arbeitszeit bis Kinderbetreuung alles gerecht aufteilen, das wollen 23 Prozent.


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(Archivbild vom 09.06.2014/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.) Foto: Silvia Marks/dpa-tmn