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Prinz Laurent von Feierlichkeiten ausgeschlossen
Panorama 2 Min. 23.06.2012 Aus unserem online-Archiv

Prinz Laurent von Feierlichkeiten ausgeschlossen

Auf der Prinzenhochzeit in Monaco stürzte Laurent auf dem roten Teppich. Es sind aber vor allem die politischen Skandale, die den Prinzen in Verruf gebracht haben.

Prinz Laurent von Feierlichkeiten ausgeschlossen

Auf der Prinzenhochzeit in Monaco stürzte Laurent auf dem roten Teppich. Es sind aber vor allem die politischen Skandale, die den Prinzen in Verruf gebracht haben.
Foto: afp
Panorama 2 Min. 23.06.2012 Aus unserem online-Archiv

Prinz Laurent von Feierlichkeiten ausgeschlossen

Er gilt in Belgien als “Enfant terrible” schlechthin: Prinz Laurent, jüngster Spross des belgischen Königs Albert II hat schon für viele Skandale gesorgt. Laut der Zeitung “Le Soir” soll Laurent am kommenden Donnerstag, dem belgischen Nationalfeiertag, zur Strafe erstmals von den Feierlichkeiten ausgeschlossen werden.

(jw) - Er gilt in Belgien als “Enfant terrible” schlechthin: Prinz Laurent, jüngster Spross des belgischen Königs Albert II hat schon für viele Skandale gesorgt. Laut der Zeitung “Le Soir” soll Laurent am kommenden Donnerstag, dem belgischen Nationalfeiertag, zur Strafe erstmals von den Feierlichkeiten ausgeschlossen werden.

“Es ist eine öffentliche Bestrafung”, schreibt die französischsprachige Zeitung zwei Tage vor den Feierlichkeiten am 21. Juli. Auch wenn der Hof kein offizielles Kommunikee herausgegeben hat, so soll Prinz Laurent und seine Gattin Prinzessin Claire weder zum Te Deum noch zur Militärparade oder zu einer sonstigen, öffentlichen Veranstaltung am Nationalfeiertag erscheinen. “Der 47-jährige Prinz wird damit von der amtierenden Föderalregierung unter Yves Leterme aufgefordert, zu Hause zu bleiben”, schreibt “Le Soir”. Aufgrund der vielen Fehltritte wurden ihm öffentliche Auftritte untersagt.

Die repräsentativen Auftritte der Mitglieder der belgischen Königsfamilie am Nationalfeiertag haben eine lange Tradition und gehören zu den symbolträchtigsten Terminen des ganzen Jahres. Auch wenn Prinz Laurent bei den letzten Militärparaden oftmals einen betont gelangweilten Eindruck hinterließ, so dürfte das Fehlen eines potentiellen Thronfolgers (Laurent wurde auf den 12. Platz der Thronfolge zurückgestuft) an diesem Tag doch quasi historischen Charakter haben.

Politische Fehltritte

Dabei hat der Prinz, der ein Cousin des Luxemburger Großherzogs Henri ist, sich sein schlechtes, öffentliches Image selbst zuzuschreiben. Erst im Februar wurde bekannt, dass Laurent in einer Maschine der Brussels Airlines randalierte, weil man ihm den Zugang zur Business-Klasse verweigerte. Er hatte aber lediglich in der Economy-Klasse gebucht und weigerte sich dort, die Getränke zu bezahlen. Nebenbei leistete er sich einen Führerscheinentzug wegen Geschwindigkeitsübertretung in der Brüsseler Avenue Louise.

Am schlimmsten wiegen jedoch seine politischen Fehltritte der letzten Zeit: Trotz aller Warnungen seitens der Regierung und des Palastes war er Anfang des Jahres auf Eigeninitiative in die ehemalige belgische Kolonie Kongo, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, gereist. Einige Monate vor den dortigen Wahlen hatte dies für viel Aufsehen, politische Verstimmungen und Wortgefechte gesorgt. Später sorgte der Prinz auch wegen seiner Kontakte ins krisengeschüttelte Libyen für außenpolitischen Wirbel im Föderalstaat Belgien.

Das und einige weitere Affären hatten dafür gesorgt, dass der Leiter der belgischen Übergangsregierung Yves Leterme den Prinzen mit einem öffentlichen Auftrittsverbot belegt hatte.