Premiere im All geglückt: „Rosetta" erfolgreich: Sonde trifft Kometen
Panorama 106.08.2014

Premiere im All geglückt: „Rosetta" erfolgreich: Sonde trifft Kometen

„Wir sind da“, freute sich ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.

(dpa) - „Wir sind da“, freute sich ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. „Europas ‚Rosetta’ ist jetzt das erste Raumschiff der Geschichte, das einen Kometen trifft, ein außerordentlicher Höhepunkt bei der Erforschung unserer Ursprünge. Die Entdeckungen können beginnen.“

„Das war heute der entscheidende Schritt“, sagte Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Landung selbst sieht er gelassen entgegen. Schließlich wird der Lander vom DLR-Kontrollzentrum in Köln gesteuert.

„Kissing a Comet“

Den Vorgang selbst bezeichnete Wörner als „Kissing a Comet“ (deutsch: „Einen Kometen küssen“). Problematisch sei dabei die geringe Anziehungskraft des Kometen. Dass „Philae“ bei der Landung gleich wieder weggeschleudert wird, sollen Widerhaken verhindern. „Der Lander muss sich beim Kuss also regelrecht festsaugen“, sagte er.

Vom „Anfang einer engen Beziehung“ sprach das DLR auf seiner Website. Dabei war es keine Liebe auf den ersten Blick. Ziel der „Rosetta“-Mission war ursprünglich der Komet „46P/Wirtanen“. Dieser sollte vom Jahr 2011 an von einem Orbiter und direkt von der Oberfläche aus untersucht werden.

Erfolg nach langer Mühe

Für ihr Rendezvous mit „Tschuri“ musste „Rosetta“ einiges auf sich nehmen: Zehn Jahre, fünf Monate und vier Tage flog die Raumsonde durchs All, umkreiste die Sonne fünfmal und legte insgesamt rund 6,4 Milliarden Kilometer zurück. Am Mittwoch war es dann endlich soweit: Um 11:30 Uhr funkte sie ein Signal ins Satellitenkontrollzentrum Esoc in Darmstadt, dass sie erfolgreich in die Umlaufbahn des Kometen eingetreten sei, der wissenschaftlich korrekt „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ heißt.

Kometen, die hauptsächlich aus Staub und Eis bestehen, sind die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste der gigantischen Staubscheibe, aus der vor 4,6 Milliarden Jahren unser Sonnensystem entstand. Mit der Erforschung des grob drei mal fünf Kilometer großen „Tschuri“ will die ESA darüber genauere Erkenntnisse gewinnen.

Insgesamt 17 Nationen sind an der Mission beteiligt, die rund eine Milliarde Euro kostet. Deutschland trägt dazu knapp 300 Millionen Euro bei. Wesentliche Instrumente entstanden unter der Leitung deutscher Institute.