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Politjournalistin mit Ballgefühl
Panorama 2 3 Min. 25.08.2018

Politjournalistin mit Ballgefühl

Dunja Hayali liebt die Herausforderung: Nach den Erfolgen ihres Politmagazins wagt die studierte Sportjournalistin nun den Schritt in eine Männerdomäne: das aktuelle Sportstudio.

Politjournalistin mit Ballgefühl

Dunja Hayali liebt die Herausforderung: Nach den Erfolgen ihres Politmagazins wagt die studierte Sportjournalistin nun den Schritt in eine Männerdomäne: das aktuelle Sportstudio.
Foto: Jana Kay/ZDF
Panorama 2 3 Min. 25.08.2018

Politjournalistin mit Ballgefühl

Dunja Hayali gibt ihr Debüt als neues Gesicht des Fernsehklassikers „Das aktuelle Sportstudio“.

von Cornelia Wystrichowski

Sie gilt als besonders streitbare Politjournalistin, für ihr Engagement gegen Rassismus erhielt sie kürzlich das Bundesverdienstkreuz: Dunja Hayali. Doch kaum jemand weiß, dass die Moderatorin mal als Sportjournalistin angefangen hat – jetzt kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück:

Von Samstag, dem 25. August, an moderiert die 44-jährige Dunja Hayali „Das aktuelle Sportstudio“, pünktlich zum Beginn der Bundesligasaison. „Da wird ein Traum wahr“, sagt sie über ihren neuen Job beim 1963 gestarteten ZDF-Klassiker mit der legendären Torwand.

Eine Politjournalistin als Sportmoderatorin – was auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, könnte ein Volltreffer sein. Schließlich haben der Integrationsstreit um Mesut Özil oder Debatten um die Vergabe großer Turniere nach Katar oder Russland zuletzt gezeigt, wie nahe Sport und Politik beieinander liegen.

Dunja Hayali dürfte mit ihrer langjährigen Erfahrung aus verschiedenen Nachrichtenformaten in der Lage sein, souverän mit solchen Themen umzugehen. Eine schwierige Position Die Wahl-Berlinerin wird künftig abwechselnd mit Sven Voss, Jochen Breyer und Katrin Müller-Hohenstein das „Sportstudio“ präsentieren, das samstags zu später Stunde über sportliche Highlights berichtet.

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Die Sendung war am 24. August 1963 gestartet, am selben Tag wie die Fußball-Bundesliga und im gleichen Jahr wie das ZDF. Als erste Frau moderierte 1973 Carmen Thomas (legendär: ihr „Schalke 05“-Versprecher) die Sendung. Hayali ist also weder die erste noch die einzige „Sportstudio“-Moderatorin. Eine Selbstverständlichkeit sind Frauen im Sportjournalismus aber offenbar immer noch nicht, wie die Welle abfälliger Kommentare zeigte, die es bei der Fußball-WM gegen ZDF-Reporterin Claudia Neumann gab.

Und Jessy Wellmer von der „Sportschau“ im Ersten weiß von Tweets wie „Die soll sich mal einen Rock anziehen“ oder: „Die soll an ihren Herd gehen“ zu berichten. „Ich ahne schon, was da auf mich zukommt“, sagt Dunja Hayali, die sich mit Hass-Zuschriften auskennt, seit Jahren immer wieder rassistische und beleidigende Tweets, E-Mails und Facebook-Einträge erhält. 2016 erwirkte sie eine einstweilige Verfügung gegen einen Facebook-Nutzer, der beleidigende Kommentare auf ihrer Seite hinterließ.

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Dunja Hayali war kürzlich wegen ihrer Moderationen für Unternehmen und Verbände in die Kritik geraten. Das NDR-Medienmagazin „Zapp“ berichtete, die Journalistin sei unter anderem bei einer Veranstaltung der Glücksspielbranche tätig gewesen. Auf Facebook kündigte die Journalistin daraufhin an, ihre Auftritte bei solchen Veranstaltungen künftig noch sensibler auszuwählen.

Hayali kam 1974 als Tochter irakischer Einwanderer im nordrhein-westfälischen Datteln zur Welt und ist glühender Fan der Mannschaft von Borussia Mönchengladbach. In ihrer Jugend spielte sie Fußball und Volleyball, machte Judo und betrieb Tennis auf Leistungssportniveau. Ihr Medienstudium absolvierte die Moderatorin an der Sporthochschule Köln, danach war sie neun Jahre lang Sportjournalistin bei der Deutschen Welle. Dann profilierte sie sich als Nachrichtenjournalistin: 2007 wurde sie Co-Moderatorin beim „heute-journal“ und moderierte als erste Frau mit Migrationshintergrund eine öffentlich-rechtliche Hauptnachrichtensendung. Seit elf Jahren präsentiert sie außerdem das „ZDF-Morgenmagazin“.

Nun macht Hayali den nächsten Schritt zum Aushängeschild des Mainzer Senders: Ihr einst als Sommervertretung von Maybrit Illner gestartetes Politmagazin „Dunja Hayali“ läuft seit Juli monatlich, nun auch noch der zusätzliche Job beim „Sportstudio“. Die Verantwortlichen versprechen sich viel von dem prominenten Neuzugang: „Dunja Hayali ist eine herausragende Interviewerin und Gastgeberin. Sie verstärkt mit ihrer professionellen und charmanten Art die Sendung und hat einen neuen, frischen Blick auf das sportliche Geschehen in der Bundesliga“, sagt ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann.

Oder, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schreibt: „Wer sich wie Hayali mit Verve mit der AfD anlegt, dem sollte es doch auch erst recht ein Vergnügen sein, Ralf Rangnick, Karl-Heinz Rummenigge und Clemens Tönnies unangenehme Fragen zu stellen.“


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