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Pferderettung sollte wohlüberlegt sein
Panorama 2 Min. 07.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Tragische Schicksale

Pferderettung sollte wohlüberlegt sein

Auf viele der geretteten Pferde wartet eine bessere Zukunft oder wenigstens ein angenehmer Ruhestand.
Tragische Schicksale

Pferderettung sollte wohlüberlegt sein

Auf viele der geretteten Pferde wartet eine bessere Zukunft oder wenigstens ein angenehmer Ruhestand.
Foto: Manon Kramp
Panorama 2 Min. 07.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Tragische Schicksale

Pferderettung sollte wohlüberlegt sein

Zu alt, zu teuer: Es gibt Pferde, die von ihren Besitzern nicht mehr gehalten werden können oder wollen. Wer ein solches Tier bei sich aufnehmen will, muss manche Probleme in Kauf nehmen.

(dpa/tmn/mk) - Dem kleinen braunen Pony geht es gut. Es steht auf einer grünen Koppel und knabbert am Gras, neben ihm futtert eine kleine Schimmelstute. „Die beiden sind wie ein altes Ehepaar“, erzählt Jessica Schütz, die Besitzerin der Shetlandponys. Sie hat die Kleinen aus Mitleid vor sechs Jahren aus einem deutschen Tierheim geholt. Seitdem arbeiten die betagten Ponys manchmal in ihrer Reitschule. Von der Vergangenheit der Ponys weiß die neue Halterin nur wenig. „Sie kamen aus einer Art Massentierhaltung“, ist die einzige Information, die sie hat. 

Bei Pferden, die von ihren Eigentümern nicht mehr gehalten werden wollen oder können, steckt meist ein tragisches Schicksal dahinter. Die Besitzer sind zum Beispiel verarmt oder krank; die Tiere sind zu alt für einen Reitbetrieb geworden, um noch rentabel zu arbeiten. Manchmal wurden sie auch ihren Besitzern wegen schlechter Pflege weggenommen. Viele Pferde haben ein Manko wie Allergien oder Arthrose. Manche wurden noch nie geritten, andere haben dabei schlechte Erfahrungen gemacht oder sind psychisch angeschlagen.

„Deutlich höher als die Anschaffungskosten sind auf jeden Fall die Folgekosten“, gibt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn zu bedenken. Er empfiehlt, einen Tierarzt zum Kauf mitzunehmen. Dieser kann die künftigen Pferdebesitzer darüber informieren, welche Kosten für eine ärztliche Behandlung auf sie zukommen könnten. Diese gehen bei den großen Tieren schnell in den vierstelligen Bereich. Aus dem vermeintlichen Schnäppchen kann ein teurer Pflegefall werden.

Handicap kann teuer werden

Eine Alternative für Menschen mit geringem Einkommen, die aus finanziellen Gründen den reguläre Kaufpreis eines Pferdes scheuen, ist die Aufnahme eines solchen Tieres also nicht. Auch Reitern, die sportliche Ziele haben, ist Vorsicht angeraten. Bei den meisten steht im Vordergrund, dass sie helfen wollen. Geeignet sind Menschen mit reichlich Pferdeerfahrung und dem Bewusstsein, dass sie sich unter Umständen ein Problempferd in den Stall holen.

Wer aus Mitleid ein Pferd zu sich nehmen will, damit es nicht zum Schlachter kommt, sollte sich genau informieren - auch im Interesse des Tieres. Die meisten Pferde werden zum Schlachter gebracht, weil sie alt oder krank sind. Manchmal geben die Besitzer auch eine finanzielle Notlage an. „Ein Pferd vor dem Schlachter zu bewahren, das aus finanziellen oder Altersgründen getötet werden soll, ist natürlich zu befürworten“, sagt Tünte.

Anders ist es, wenn das Tier aus Krankheitsgründen geschlachtet werden soll. Dann kann es sein, dass der Pferdeliebhaber dem Tier mit der Rettung keinen Gefallen tut - weil es für den Vierbeiner besser wäre, von seinen Schmerzen erlöst zu werden.


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