Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Peter Kraus: „Ich muss immer was zu tun haben“
Peter Kraus: Auch mit 80 noch topfit, und den berühmten Hüftschwung beherrscht er nach wie vor wie kein anderer.

Peter Kraus: „Ich muss immer was zu tun haben“

Foto: Getty Images
Peter Kraus: Auch mit 80 noch topfit, und den berühmten Hüftschwung beherrscht er nach wie vor wie kein anderer.
Panorama 2 6 Min. 18.03.2019

Peter Kraus: „Ich muss immer was zu tun haben“

Peter Kraus feiert am Montag seinen 80. Geburtstag. Im Interview spricht der Sänger und Schauspieler über sein Leben, den Rock 'n' Roll und seine Hardcorefans.

Interview: Steffen Rüth

Weiter, immer weiter. Heute, am 18. März, wird Peter Kraus 80 Jahre alt, doch der Mann, der einst als Teenager den Rock 'n' Roll in den deutschsprachigen Raum brachte, denkt gar nicht daran, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. Lieber rüstet er sich für seine nächste große Tournee. Wir treffen Peter Kraus in seiner Garderobe im Hamburger „Hansa-Theater“. Er macht einen sehr drahtigen, agilen und aufgeweckten Eindruck. Der Schalk sitzt ihm eindeutig im Nacken.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Peter Kraus, vor fünf Jahren tourten Sie unter dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“. Jetzt folgt „Die Große Jubiläumstour“ auf Basis Ihres Programms „Schön war die Zeit! Die Kulthits der wilden 50er & 60er“. Haben Sie es aufgegeben, Ihren Abschied von der Bühne zu verkünden?

Die Fans lassen mich nicht aufhören! Vor fünf Jahren hatte ich wirklich den Gedanken, es langsam ausklingen zu lassen. Aber dann kam die Idee, eine Tournee mit meinen liebsten Klassikern aus den 1950er- und 60er-Jahren zu machen. Es macht mir wahnsinnig viel Spaß, die alten Lieder zu singen. Im Programm werden wir auch „Die Straße der Vergessenen“ haben, das ist der erste Song, den ich überhaupt in meinem Leben aufgenommen habe. Das war 1956.

Aber so richtig ernsthaft wollen Sie auch gar nicht Schluss machen, oder?

Nein, eigentlich nicht. In meinem Alter kann immer was passieren, und wenn ich es auf der Bühne nicht mehr bringe, den Hüftschwung nicht mehr packe, dann höre ich wirklich auf. Nur dafür bewundert zu werden, noch gerade stehen zu können, das ist nicht mein Ziel.

Sind Ihre Fans so alt wie Sie?

Einige schon. Viele Hardcorefans sind seit mehr als einem halben Jahrhundert dabei. Aber zu mir kommt ein relativ junges Publikum. Das ist mir auch wichtig. Die Musik war früher einfach gut. Sie war facettenreicher, und ich finde es schön, den jungen Leuten diese Lieder näherzubringen.

Wer sind denn Ihre Hardcorefans?

Das sind hauptsächlich Frauen.

Ist das Gefühl für Sie da oben auf der Bühne noch dasselbe wie mit 17?

Ja. Das verändert sich nicht. Zu singen und in die Gesichter glücklicher Frauen zu blicken, das ist mit 80 genauso schön wie als Teenager. Es fliegen sogar noch Schlüpfer auf die Bühne. In allen erdenklichen Größen (lacht).

Wundern Sie sich manchmal, wie schnell die Zeit vergangen ist?

Ja, aber ich kann sagen, dass ich mein Leben bis hierhin wirklich ausgekostet habe. Ich habe wirklich viel erlebt. Das Leben war und ist sehr bunt.


HOF, GERMANY - MARCH 24: French singer Mireille Mathieu and US actor Patrick Duffy during the tv show 'Willkommen bei Carmen Nebel' on March 24, 2018 in Hof, Germany. The show will be aired on March 24, 2018. (Photo by Isa Foltin/WireImage)
Patrick Duffy wird 70
Der Junge von der Southfork-Ranch, Bobby Ewing – alias Patrick Duffy –, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Ein kurzer Rückblick auf eine bewegte Karriere.

Sie waren in den 1950er-Jahren mit dafür verantwortlich, dass der Rock 'n'Roll auch in Deutschland populär wurde. Was war der Rock 'n' Roll für Sie?

Ein richtiger Aufstand. Eine Revolution. Plötzlich mussten wir nicht mehr die Musik unserer Eltern hören, sondern hatten unsere eigenen Hits. Ich habe den Rock 'n' Roll mit 15 entdeckt und war sofort begeistert. Mit 16 wollte ich zusammen mit Freunden eine Band gründen. Es gab noch nicht mal E-Gitarren, also habe ich mir meine erste Gitarre selbst gebastelt, mit einem zum Verstärker umgebauten Radio. Das war ein Riesenspaß. Dass ich im reifen Alter noch auf der Bühne stehen und Rock-'n'-Roll-Songs singen würde, hat sich damals keiner vorstellen können – ich auch nicht. Doch ich bin immer wieder zu dieser Musik zurückgekommen, und nach wie vor gefällt sie mir besser als alles andere.

Warum sind so viele Lieder aus der damaligen Zeit Klassiker geworden?

Mein Produzent sagte immer: „Einen Hit erkennst du daran, dass du ihn auch auf einem Kamm blasen kannst“. Früher war die Melodie das Entscheidende, heute geht es vor allem um technischen Firlefanz. Alles muss Remmidemmi sein, egal, ob Protestsong oder schnulzige Liebesballade.

Auch Ihre gleichaltrigen Kollegen wie Tom Jones, Cliff Richard, Rod Stewart oder Adriano Celentano sind nach wie vor aktiv. Warum macht euch das Älterwerden so wenig aus?

Wir sind gute Jahrgänge. Aufgewachsen mit viel Schwung und einem positiven Lebensgefühl. Der Krieg war noch nicht lange vorbei, wir wollten etwas aufbauen und mit Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin viel erreichen. Die Aufbruchstimmung in den 1950er-Jahren hat mich stark geprägt.

Sie sagen „Aufbruchstimmung“, heute spricht man auch oft vom „Mief“ der Fünfziger. Wie haben Sie das empfunden?

Es heißt ja heute oft, die Fünfziger seien prüde gewesen … aber das stimmt nicht. Wir hatten unseren Spaß. Man hat eben nur nicht alles an die große Glocke gehängt, sondern einfach den Mund gehalten. Früher gab es noch Geheimnisse. Heute weiß ja wegen Internet und Handy immer sofort jeder über alles Bescheid. Schrecklich. Also, die Fünfziger waren eine wilde Zeit.

Gab es eigentlich schon Drogen?

Nein, die Zeit war sehr clean. Wir haben uns auf den Alkohol beschränkt (lacht laut).

Ein Traum für einen Teenager, so ein Leben wie Ihres.

Ja, schon. Ich habe das genossen. Heute hast du ja schon Neunjährige, die werden auf Youtube schwerreich. Aber damals war so eine Karriere für einen 16-Jährigen eine Sensation. Ich habe so viele schöne Erinnerungen, auch an meine Arbeit als Schauspieler. Größen wie Heinz Rühmann und Hans Albers waren gewissermaßen meine Lehrer.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Sie werden am 18. März 80, und am 1. Oktober feiern Sie goldene Hochzeit mit Ihrer Frau Ingrid. Worauf freuen Sie sich mehr?

Also, 50 Jahre verheiratet zu sein, das ist schon beachtlich, oder? Meine Frau bekommt einen Orden.

Wofür hat sie den verdient? Ist es so schwer mit Ihnen?

Meine Frau hat es mit mir schwerer als ich mit ihr. Das bedingt mein Beruf. Und doch: Unsere Ehe läuft gut, und wir sind nach wie vor wie die Turteltauben. Ingrid ist für mich da und hilft in jeder Situation: Sie ist Ehefrau, Mutter, Geliebte, alles in einer Person. Als wir geheiratet haben und der Micky zur Welt kam (1973 wurde Sohn Mike geboren), hat sie ihren Beruf als Fotomodell an den Nagel gehängt und ist Ehefrau, Hausfrau und Mutter geworden. Das hat sich ja heute sehr verändert, Ich glaube, es erschwert eine Ehe, wenn beide Partner arbeiten.

Wie hält es ein wilder Rock 'n' Roller mit der guten, alten ehelichen Treue?

Als ich mit der Ingrid zusammenkam, hatte ich mich wirklich ausgetobt. Das war ein schöner Lebensabschnitt gewesen, aber ich war das auch ein bisschen leid. Etwas anderes musste her, eine feste Beziehung. Die Ehe war ein radikaler Schnitt für mich, sie hat alles geändert, ich hatte nun Familie und ein neues Leben.

Wie leben Sie denn heute?

Dem Alter angepasst. Ich lebe am Luganer See und in Gamlitz in der Südsteiermark, südlich von Graz an der Grenze zu Slowenien. Dort haben wir einen Bauernhof mit Tieren und einen Weinberg. Ich baue meinen eigenen Wein dort am Labitschberg an, der schmeckt super.

Sie halten gut mit?

Ja. Ich mache sehr viel Sport, fahre am liebsten Ski – auf dem Wasser und im Schnee.

Sie sehen wirklich fit aus.

Das bin ich auch. Meine innere Unruhe treibt mich an. Ich muss immer was zu tun haben.

Im Herbst 2017 haben Sie sich bei einer TV-Sendung die Schulter gebrochen. Ist alles wieder in Ordnung?

Mit viel Trainingsfleiß ist die Schulter wieder sehr gut geworden.

Als Schauspieler hatten Sie vor fünf Jahren ein kleines Comeback in dem Jugendfilm „Wenn Inge tanzt“. Geht da noch mehr?

Ja, von mir aus schon. Nur kommen keine Angebote. Muss auch nicht sein. Ich habe genug zu tun.

Werden Sie Ihren Geburtstag feiern oder fahren Sie weg?

Nein, wir machen ein Fest. Zwei sogar. In München bei meinem Freund Alfons Schuhbeck, und dann noch in Graz mit ganz vielen Freunden, die nichts mit der Unterhaltungsbranche zu tun haben.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Ich habe nicht mehr den Drang, die Welt zu erobern und weiß Gott wohin zu fahren. Ich genieße lieber das, was ich habe. Meine Oldtimer, meine Hobbys, meine Familie. Ich schraube gerne an meinen Autos herum, und noch lieber fahre ich sie aus.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Patrick Duffy wird 70
Der Junge von der Southfork-Ranch, Bobby Ewing – alias Patrick Duffy –, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Ein kurzer Rückblick auf eine bewegte Karriere.
HOF, GERMANY - MARCH 24: French singer Mireille Mathieu and US actor Patrick Duffy during the tv show 'Willkommen bei Carmen Nebel' on March 24, 2018 in Hof, Germany. The show will be aired on March 24, 2018. (Photo by Isa Foltin/WireImage)
„Pädagogische Grundsätze gibt es nicht“
Seit mehr als 40 Jahren löst „Sendung mit der Maus“-Kultfigur Christoph Biemann die Rätsel des Alltags. Im Interview spricht der Entertainer über Zuschauerreaktionen, seinen grünen Pulli und neue Ideen.
Christoph (Sendung mit der Maus) - Wissensvermittlung bei Kindern - Foto : Pierre Matgé/Luxemburger Wort