Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Paule Kremer: Durch sieben Meerengen
Panorama 4 Min. 03.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Paule Kremer: Durch sieben Meerengen

An Durchhaltevermögen fehlt es der Extremschwimmerin Paule Kremer definitiv nicht. Nach der Durchquerung des Ärmelkanals nimmt sie weitere sportliche Herausforderungen in Angriff.

Paule Kremer: Durch sieben Meerengen

An Durchhaltevermögen fehlt es der Extremschwimmerin Paule Kremer definitiv nicht. Nach der Durchquerung des Ärmelkanals nimmt sie weitere sportliche Herausforderungen in Angriff.
Foto: Sophie Margue
Panorama 4 Min. 03.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Paule Kremer: Durch sieben Meerengen

Der Ärmelkanal war nur der Anfang: Paule Kremer will als erste Luxemburgerin die Schwimm-Challenge „Ocean's Seven“ bewältigen.

von Anne Heintz 

Herausforderung gefällig? Dann ist die „Ocean's Seven“, die Durchquerung von sieben Meerengen auf fünf Kontinenten, genau das Richtige. Die höchsten Gipfel aller Kontinente wurden längst bestiegen. Die Meeresfluten der Ozeane hingegen warten noch auf ihre Herausforderer. Nur 16 Menschen ist es bisher weltweit gelungen, die sieben Ozeandurchquerungen erfolgreich zu absolvieren. 2008 gelang es einem Iren zum ersten Mal. Paule Kremer könnte die erste Luxemburgerin sein, die das waghalsige, siebenteilige Langstreckenschwimmen bewältigt.


Paule Kremer bereitet sich als erste Luxemburgerin auf Kanalschwimmen vor. / Foto: Inna GANSCHOW
Solo durch den Ärmelkanal
Paule Kremer plant, als Einzelschwimmerin den Ärmelkanal zu durchqueren. Mit ihrer Aktion möchte die 28-Jährige auf die Charity-Initiative „Plooschter Projet“ ihres Freundes aufmerksam machen, der eine Leukämie-Erkrankung besiegt hat und nun andere dafür gewinnen möchte, Stammzellen-Spender zu werden.

Bis dahin gilt es aber erst einmal, ordentlich zu trainieren und auf die Zähne zu beißen. Dass sie das kann, hat sie bereits bewiesen. Die Bewältigung einer der sieben Meerengen hat die 31-Jährige nämlich schon hinter sich: Im August 2017 durchquerte sie als erste Luxemburgerin den Ärmelkanal. In knapp 14 Stunden schwamm sie vom „Shakespeare Beach“ nahe der englischen Stadt Dover aus zum französischen Festland und stieg am Cap Gris-Nez, zwischen Calais und Boulogne-sur-Mer, aus dem Wasser.

Die Luftlinie zwischen Dover und Calais beträgt 34 Kilometer. „Meine Uhr sagte mir etwas anderes als ich völlig erschöpft aus dem Wasser stieg. 59 Kilometer hatte ich zurückgelegt. Das liegt unter anderem an der Strömung, die einen abtreibt. Berechnet werden die Distanzen immer nach Ideallinie. In der Praxis warten aber ganz andere Distanzen“, erklärt die Sportlerin.

Zweite Meerenge in Sicht

Kommenden Sommer wird sie sich der zweiten Durchquerung stellen: dem 33 Kilometer langen Catalina-Kanal in den USA. Der Kapitän, der sie mit seinem kleinen Fischerboot begleiten wird, hat sie schon gebucht. 1 000 US-Dollar musste sie dafür auf den Tisch legen. „Es ist ein kostspieliges Unterfangen. Vor allem, weil ich bisher alles selber finanziere. Ich bin auf der Suche nach Sponsoren, die mich bei meinem Wagnis unterstützen. Auch werde ich wieder – wie bereits bei der Durchquerung des Ärmelkanals – einen Spendenaufruf für das „Plooschter Projet“ lancieren. 10 000 Euro waren beim letzten Mal zusammen gekommen“, betont Paule Kremer.

Kurz vor dem Ziel: Nach 14 Stunden im kalten Wasser des Ärmelkanals erreicht die Schwimmerin das französische Festland.
Kurz vor dem Ziel: Nach 14 Stunden im kalten Wasser des Ärmelkanals erreicht die Schwimmerin das französische Festland.
Foto: Sophie Margue

Eine vorgegebene Zeitspanne, in der die sieben Durchquerungen erfolgen müssen, gibt es nicht. So dauert es oft Jahre, bis es den Extremschwimmern gelingt, alle erfolgreich abzuschließen. Geschwommen wird in einem hauchdünnen Badeanzug. Das Tragen eines Neoprens ist verboten. Auch ist es untersagt, zwischendurch eine Pause auf dem Begleitboot einzulegen. Es wird im Wasser pausiert. Eine Crew auf dem Boot versorgt die Schwimmer mit Nahrung. Diese wird per Netz ins Wasser gereicht oder hinein geworfen.

„Ja, es klingt und es ist total verrückt. Angst habe ich keine, aber großen Respekt. Vor allem, weil in den Gewässern Gefahren lauern, die nicht berechenbar sind. Haie, giftige Quallen, starke Strömungen und Kälte – es sind Ungewissheiten, auf die ich keinen Einfluss habe“, erzählt die Extremschwimmerin.

Los geht die Reise durch die Gewässer vorwiegend nachts oder in den frühen Morgenstunden. Sprich in der kompletten Dunkelheit. Auch müssen schon Tage im Voraus die Wetterbedingungen abgeschätzt werden. Die See, die ohnehin schon ihre eigenen Gesetze schreibt, darf keine zu hohen Risikofaktoren bergen. Jeder noch so kleine Planungsfehler kann schwerwiegende Folgen für die Schwimmer haben.

In den kommenden Monaten werden auf Paule Kremer lange Schwimmeinheiten und Wettkämpfe in offenen Gewässern, Muskelaufbautraining und viele Stunden im Schwimmbad warten. Fast jeden Tag muss die ehemalige Triathletin ihre Bahnen ziehen, um für die Durchquerungen fit zu sein.

Auf eigene Faust

Der Stausee sowie der Baggerweier in Remerschen zählen zu ihren Trainingsgewässern. Im Juli bestreitet sie am Bodensee ein zehn Kilometer Langstreckenschwimmen, von Friedrichshafen nach Romanshorn. Auch schwebt ihr die Teilnahme an einem Schwimm-Challenge in offenen Gewässern in England, im Lake District, vor.

Bei ihren Schwimmeinheiten wird sie größtenteils von Freunden begleitet. Eine Trainerin hat sie – anders als bei den Vorbereitungen für die Durchquerung des Ärmelkanals – dieses Mal nicht. „Ich habe ausreichend Erfahrungen in den vergangenen zwei Jahren gesammelt. Dieses Mal mache ich es auf eigene Faust“, so die Schwimmerin. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Touristen und Forscher verfolgen das Spektakel am Himmel über Südamerika. Astronomen führen Messungen durch, Schaulustige genießen einfach nur den Moment, als sich der Mond vor die Sonne schiebt und den Kontinent in Dunkelheit taucht.
TOPSHOT - Solar eclipse as seen from the La Silla European Southern Observatory (ESO) in La Higuera, Coquimbo Region, Chile, on July 02, 2019. - Tens of thousands of tourists braced Tuesday for a rare total solar eclipse that was expected to turn day into night along a large swath of Latin America's southern cone, including much of Chile and Argentina. (Photo by Martin BERNETTI / AFP)