Paul Bocuse: Trauerfeier in Schwarz-Weiß
Hunderte Köche aus aller Welt fanden sich in Lyon ein, um Paul Bocuse die letzte Ehre zu erweisen.

Paul Bocuse: Trauerfeier in Schwarz-Weiß

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Hunderte Köche aus aller Welt fanden sich in Lyon ein, um Paul Bocuse die letzte Ehre zu erweisen.
Panorama 2126.01.2018

Paul Bocuse: Trauerfeier in Schwarz-Weiß

Nathalie Roden
Nathalie Roden

Eigentlich hatte sich Paul Bocuse eine schlichte Zeremonie in einer kleinen Dorfkirche gewünscht. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Am Freitagmorgen nahmen Hunderte Köche aus aller Welt Abschied von ihrem großen Vorbild und Lehrmeister.

(nr) - 1100 Trauergäste fanden am Freitagmorgen bei der Trauerfeier in der Saint-Jean-Kathedrale in Lyon Platz. Darunter die Familie des Verstorbenen, Prominenz aus Politik und Gesellschaft  und zahlreiche Sterneköche, die bei ihm ihr Know-how verfeinert haben.  Alle anderen, die dem am 20. Januar mit 91 Jahren verstorbenen Paul Bocuse die letzte Ehre erweisen wollten, mussten die Zeremonie bei anhaltendem Regen auf den draußen aufgestellten Bildschirmen verfolgen.

"Wir fühlen uns etwas verwaist. Wir alle haben geglaubt, Monsieur Paul sei unsterblich. Aber sein Wirken wird unendlich sein. Wir haben eine Säule, eine Basis verloren und sind alle traurig",  sagte der französische Chefkoch Philippe Etchebest, der als einer der Ersten in weißer Kochjacke zur Trauerfeier erschien.

Auch Léa Linster, die 1989 als bis heute einzige Frau den renommierten Bocuse d'Or-Wettbewerb gewann und Bocuse als ihren zweiten Vater und Mentor bezeichnet, befand sich unter den Gästen. „Es war ein würdiger Abschied à la Bocuse. In der Kirche, wo es am Ende nochmals Standing Ovations gab, herrschte eine ganz besondere Stimmung“, so die Luxemburgerin später. Rund 1500 Köche aus aller Welt wurden in Lyon erwartet.

Im Anschluss an die Trauerfeier soll der Meisterkoch im Familiengrab am Friedhof von Collonges-au-Mont-d'Or an der Seite seiner Eltern die letzte Ruhe finden.


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