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Paris will die "Bouquinistes" an der Seine retten
Panorama 2 Min. 22.11.2021
Berühmte Bücherstände

Paris will die "Bouquinistes" an der Seine retten

900 Kisten mit rund 200.000 Büchern gibt es derzeit an der Seine. Doch immer mehr stehen leer.
Berühmte Bücherstände

Paris will die "Bouquinistes" an der Seine retten

900 Kisten mit rund 200.000 Büchern gibt es derzeit an der Seine. Doch immer mehr stehen leer.
Foto: Frederic de le Mure / Ministère des affairs étrangères
Panorama 2 Min. 22.11.2021
Berühmte Bücherstände

Paris will die "Bouquinistes" an der Seine retten

Die Bücherstände an der Seine in Paris sind ein Touristenmagnet. Die Corona-Krise aber hat den Andrang gebremst und zu viele Souvenirs in den Auslagen zerstören das ursprüngliche Flair. Nun gibt es eine Bewegung zur Rettung der „Bouquinistes“.

(dpa) - Sie sind eine Attraktion für Paris-Touristen und Liebhaber alter Bücher: die „Bouquinistes“ mit ihren Ständen entlang der Seine im Herzen der französischen Hauptstadt. Das Gestöber der Literaturfreunde und Gäste aus aller Welt in den grünen Bücherkisten auf den Quais aber hat einen Dämpfer bekommen. Die Corona-Krise hat den Andrang gebremst und der Verkauf billiger Souvenirs und Poster statt der Klassiker französischer Literatur zerstört das ursprüngliche Flair. Stände stehen leer, die Stadt hat eine Ausschreibung gestartet und die Bevölkerung zur Unterstützung der „Bouquinistes“ aufgerufen, selbst eine Petition wurde gestartet.

„Rettet die Buchhändler, das ist eine Herausforderung für die Zivilisation!“, ist die Petition überschrieben, die bereits Tausende online unterstützen. Seit fast fünf Jahrhunderten ständen sie an der Seine und seien seit 2019 auch als Weltkulturerbe anerkannt, ihnen drohe aber der leise Tod. „Also, Bücherliebhaber aus Paris und anderenorts (...), flaniert entlang der Seine (...) und haltet einen Moment inne an den grünen Boxen und lasst euch vom warmen Ruf der Tausenden von Büchern, die sie enthalten, verführen“, lautet der poetische Aufruf zur Unterstützung der Händler.


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Ehrung der Bouquinisten
Paris will seine Buchhändler entlang der Seine zum Unesco-Kulturerbe machen. Die Bouquinisten kämpfen gegen die Konkurrenz im Internet und Stände mit Billigandenken.

Dabei hatten die „Bouquinistes“ mitten in der Corona-Krise bereits selber eine kleine Revolution vollzogen und eine Internetplattform zur Bestellung von Büchern eingerichtet, als Stände und Einwohner im Lockdown waren. „Die "Bouquinistes„ brauchen euch!“, bewarb die Stadtverwaltung auf ihrer Website den neuen Service.

Nun sind 18 leerstehende Stände von 220 insgesamt ausgeschrieben, bis zum 18. Februar werden Bewerbungen entgegengenommen. Dabei gibt es für die Händler klare Auflagen, was in ihre jeweils vier Kisten darf. Im wesentlichen sind dies alte Bücher, alte Papiere und Gravuren, in einer Kiste dürfen auch Souvenirs angeboten werden, insofern sie von künstlerischer oder kultureller Natur sind.

Bücher verkaufen und keine Eifeltürme!

„Es werden zuviel chinesische Souvenirs verkauft, man muss Bücher verkaufen und keine Eiffeltürme“, beklagt sich eine ältere Händlerin. „Die Leute, die Bücher lieben, kommen auf die Quais“, meint sie. Zu ihren Kunden zählten ausländische Literaturliebhaber, die Bücher suchten, die sie bei sich zu Hause nicht erhielten.

Auch Studenten seien darunter, die von ihren Professoren eine Liste mit lesenswerten Werken dabei hätten. Als sie in der Corona-Krise wieder öffnen konnte, habe das Interesse der Menschen an Büchern eher zugenommen, sagt die Händlerin. Die zu Hause festsitzenden Menschen hätten das Lesen neu entdeckt. 


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