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Palmzweige als Leibgericht
Panorama 1 2 Min. 12.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Palmzweige als Leibgericht

Die Raupen des Buchsbaumzünslers verursachen Kahlfraß an verschiedenen Arten der Pflanze – sowohl am Gewöhnlichen Buchsbaum als auch am Kleinblättrigen Buchsbaum.

Palmzweige als Leibgericht

Die Raupen des Buchsbaumzünslers verursachen Kahlfraß an verschiedenen Arten der Pflanze – sowohl am Gewöhnlichen Buchsbaum als auch am Kleinblättrigen Buchsbaum.
Foto: Shutterstock
Panorama 1 2 Min. 12.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Palmzweige als Leibgericht

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Der Buchsbaumzünsler wütet seit einigen Jahren auch in Luxemburgs Gärten. Bei der Bekämpfung ist viel Geduld gefragt.

Wer am Sonntag einige Buchsbaumzweige aus dem eigenen Garten zusammenbinden möchte, um diese segnen zu lassen, könnte den Kirchgang womöglich mit leeren Händen antreten, denn: Immer häufiger fällt diese Pflanze, die im Christentum als Symbol für das ewige Leben gilt und an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert, einem ungebetenen Gast zum Opfer: Dem Buchsbaumzünsler.

Der weiße Falter mit dunkel umrandeten Flügeln stammt ursprünglich aus Ostasien. Die nur rund acht Tage lebenden Weibchen legen ihre Eier gezielt auf Buchsbäumen ab. Die daraus schlüpfenden, rund fünf Zentimeter langen grün-schwarzen Raupen laben sich bis zur Verpuppung an dessen Blättern. Selbst die Rinde ist nicht vor ihnen sicher. Fressfeinde hat der Buchsbaumzünsler nicht: Die Raupen lagern die Gifte der Pflanze in sich ein – und gelten daher etwa für Vögel als ungenießbar.

In Europa seit 2006

Seit rund zehn Jahren ist der Buchsbaumzünsler auch in Mitteleuropa heimisch. Erste Sichtungen wurden 2006 und 2007 aus Süddeutschland und der Schweiz gemeldet. Seitdem verbreitet sich der Falter, der eine Flügelspannweite von rund vier Zentimetern hat, in alle Richtungen. „Auch in Luxemburg ist der Buchsbaumzünsler in vielen Gebieten zu finden“, erklärt der Gartenexperte und ehemalige Direktor des „natur musée“ Georges Bechet. „Der Falter ist 2015 schon in Wasserbillig aufgefallen – und danach ging es mit der Verbreitung recht schnell.“

Die eigentliche Heimat des Falters ist Ostasien.
Die eigentliche Heimat des Falters ist Ostasien.
Foto: Shutterstock

Noch dramatischer als im Großherzogtum sei die Situation etwa im Süden Frankreichs, wo der gewöhnliche Buchsbaum in großer Anzahl in der Natur zu finden ist. „Dort sind einige Landstriche schon ganz verwüstet. Millionen von Schmetterlingen fliegen umher – dort müsste man gegen sie großflächig mit Gift vorgehen.“

Doch ganz so einfach ist die Bekämpfung nicht: Einige der wirksamen Insektizide sind auch für Bienen gefährlich. Wirksamer und umweltfreundlicher ist hingegen der Einsatz von Mitteln auf der Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis. Dieses kann aber nur dann wirken, wenn die Raupen gerade mit dem Fressen beginnen. Einige Hobbygärtner empfehlen zusätzlich das frühzeitige Anbringen von engmaschigen Netzen um die Pflanzen, um den Falter vom Ablegen der Eier abzuhalten.


Flatterulme ist Baum des Jahres
Die seltene Flatterulme, die, wie die anderen Ulmenarten, leicht an ihren asymmetrischen Blättern zu erkennen ist, ist laut natur&ëmwelt zum luxemburgischen Baum des Jahres gekürt worden.

„Ich kenne Leute, die jede Raupe einzeln aufsammeln und abtöten“, so Georges Bechet. Auch der Einsatz von Hochdruckreinigern und das anschließende Einsammeln der herabgefallenen Raupen sei eine Möglichkeit, um dem Befall Herr zu werden. „Wenn man im Mai alle Raupen entfernt hat, heißt das aber leider nicht, dass sie nicht schon wieder im Sommer zurückkehren, schließlich bringt der Falter pro Jahr mehrere Generationen hervor.“

Wacholder und Co. als Alternative

Wer dem weißen Eindringling nichts entgegensetzen konnte, muss jedoch nicht verzagen. Wacholder, Thuja, Eibe, Stechpalmer oder auch Haselruten und Weidenzweige bieten sich als Alternativen zum Buchsbaum an – zumindest für die Verwendung als Palmzweig.

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