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"Offene Feindschaft": Wie sich Meghan und die Royals bekriegen
Panorama 2 3 Min. 04.03.2021

"Offene Feindschaft": Wie sich Meghan und die Royals bekriegen

Der britische Thronfolger Prinz Charles (l-r), Herzogin Camilla, die britische Königin Elizabeth II., Herzogin Meghan, Prinz Harry, Prinz William und Herzogin Kate stehen auf dem Balkon des Buckingham-Palasts, um eine Luftparade zum 100. Jahrestag der britischen Luftwaffe zu beobachten. Herzogin Meghan hat dem britischen Königshaus vorgeworfen, Unwahrheiten über sie stehenzulassen.

"Offene Feindschaft": Wie sich Meghan und die Royals bekriegen

Der britische Thronfolger Prinz Charles (l-r), Herzogin Camilla, die britische Königin Elizabeth II., Herzogin Meghan, Prinz Harry, Prinz William und Herzogin Kate stehen auf dem Balkon des Buckingham-Palasts, um eine Luftparade zum 100. Jahrestag der britischen Luftwaffe zu beobachten. Herzogin Meghan hat dem britischen Königshaus vorgeworfen, Unwahrheiten über sie stehenzulassen.
Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa
Panorama 2 3 Min. 04.03.2021

"Offene Feindschaft": Wie sich Meghan und die Royals bekriegen

„Schmutzkampagne“ oder Mobbing? Der Palast befeuert schwere Vorwürfe gegen Herzogin Meghan. Der Riss innerhalb der Familie ist gewaltig.

(dpa) - Der „Megxit“ wird zur Schlammschlacht - dem britischen Königshaus droht ein offener Bruch im engsten Kreis. Auf der einen Seite: Prinz Harry, Enkel von Queen Elizabeth II., und seine Ehefrau Herzogin Meghan. Auf der anderen Seite steht die Königin (94) selbst. Vom „Krieg der Familie Wales 2.0“ sprechen Kommentatoren in London bereits - in Anlehnung an den öffentlichen Streit mit der gestorbenen Queen-Schwiegertochter Diana, Harrys Mutter und ehemalige „Princess of Wales“.

Auslöser ist nun offensichtlich ein Interview von Meghan (39) und Harry (36) mit US-Starmoderatorin Oprah Winfrey, das in der Nacht zum Montag (MEZ) ausgestrahlt werden soll. Erwartet wird, dass Meghan scharf gegen den Palast schießt - und das Königshaus feuert präventiv zurück. Aber der Reihe nach.


ARCHIV - 22.02.1996, Pakistan, Lahore: Prinzessin Diana vor der britischen Fahne. Die einen priesen sie als Mischung aus Super-Modell und Mutter Teresa, andere hielten sie für eine rachsüchtige Ehefrau: Als die BBC am 20. November 1995 ein Interview mit Prinzessin Diana ausstrahlte, stockte wegen des brisanten Inhalts nicht nur den Briten der Atem. (zu dpa "Königin der Herzen: Vor 25 Jahren erschütterte Diana die Monarchie") Foto: John Giles/PA/epa/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Vor 25 Jahren erschütterte Lady Di die Monarchie
Als die BBC am 20. November 1995 ein Interview mit Prinzessin Diana ausstrahlte, stockte nicht nur den Briten der Atem.

Der innere Frieden im Buckingham-Palast ist bereits seit einem Jahr angespannt, als Harry und Meghan sich entschieden, ihren royalen Pflichten zu entsagen und mit Söhnchen Archie, der im Mai zwei wird, in die USA auszuwandern, das Heimatland der ehemaligen Schauspielerin („Suits“). Mittlerweile haben sie zusammen mit der Queen entschieden, nicht ins royale Leben zurückzukehren. Seine militärischen Ehrentitel, die ihm viel bedeuteten, hat Harry zurückgegeben.

Der treibende Grund für den „Megxit“: Er habe seine Familie schützen müssen, sagte der Herzog von Sussex jüngst dem Moderator James Corden. In einem vorab veröffentlichten Clip aus dem Interview mit Winfrey betont Harry: „Meine größte Sorge war, dass sich die Geschichte wiederholen könnte“ - eine deutliche Anspielung auf den Tod seiner Mutter Diana, die 1997 von Paparazzi verfolgt bei einem Verkehrsunfall starb.

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Um das Interview ist, glaubt man Royals-Experten in London, nun ein heftiger Streit entbrannt. Einerseits wird kritisiert, dass das Paar weiterhin an der Ausstrahlung des Interviews festhält, obwohl der Ehemann der Queen, Prinz Philip (99), seit mehr als zwei Wochen im Krankenhaus liegt. Am Donnerstag teilte der Palast mit, der Herzog von Edinburgh habe einen medizinischen Eingriff am Herzen überstanden. Er bleibe aber zur Erholung und weiteren Behandlung noch einige Tage in der Klinik.


ARCHIV - 22.07.2020, Großbritannien, London: Der britische Prinz Philip, Herzog von Edinburg, lächelt. Der 99 Jahre alte Prinz Philip hat einen medizinischen Eingriff am Herzen überstanden. «Der Herzog von Edinburgh hat gestern im St. Bartholomäus-Krankenhaus einen erfolgreichen Eingriff wegen einer Vorerkrankung am Herzen überstanden», teilte der Buckingham-Palast am 04.03.2021 mit. Foto: Adrian Dennis/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Prinz Philip erfolgreich am Herz operiert
Der Eingriff wegen eines Herzleidens des 99-jährigen Prinz Philip ist erfolgreich verlaufen.

Andererseits muss der Palast fürchten, dass Meghan scharfe Geschütze auffährt. In einem weiteren Vorab-Clip, der in der Nacht zum Donnerstag veröffentlicht wurde, sagt Meghan: „Ich verstehe nicht, wie sie nach all dieser Zeit erwarten können, dass wir noch immer still bleiben, wenn die Firma eine aktive Rolle dabei spielt, Unwahrheiten über uns aufrechtzuerhalten.“ Auch Mitglieder selbst sollen das Königshaus gelegentlich als „Firma“ bezeichnen. Dass Meghan die Royals ebenso bezeichnet, dürfte jedoch kein Zufall sein.

Schwere Mobbing-Vorwürfe gegen Meghan

Ihre Aussage wirkt wie eine direkte Reaktion auf die Ankündigung des Buckingham-Palastes vom Mittwoch, Mobbing-Vorwürfe ehemaliger Angestellter gegen die Herzogin untersuchen zu lassen. Allerdings wurde das Interview bereits früher aufgezeichnet.


ARCHIV - 06.03.2020, Großbritannien, Silverstone: Prinz Harry, Herzog von Sussex, steht an der Silverstone Circuit Rennstrecke während der offiziellen Eröffnung des Automobilsport-Museums «The Silverstone Experience». (zu dpa "Harry: Queen hat Archie zu Weihnachten ein Waffeleisen geschenkt") Foto: Joe Giddens/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Prinz Harry: „The Crown“ basiert lose auf der Wahrheit
Bei einer Stadtrundfahrt durch L.A. gewährt Prinz Harry dem Late-Night-Moderator James Corden Einblick in sein Privatleben und redet dabei über Waffeleisen und den Netflix-Erfolg "The Crown".

Ehemalige Mitarbeiter hatten einem Bericht in der „Times“ zufolge erzählt, von der Herzogin zu deren Londoner Zeiten gemobbt worden zu sein. Mit seinem Statement gab der Palast dem Thema die größtmögliche Umdrehung, wie der „Guardian“ analysierte. Keine Rede mehr davon, dass Harry und Meghan „sehr geliebte Mitglieder der Familie“ bleiben sollten, wie noch vor gerade einmal zwei Wochen beteuert.

Das Paar ließ die Anschuldigungen scharf zurückweisen. „Lassen Sie es uns als das bezeichnen, was es ist: eine kalkulierte Schmutzkampagne, die auf irreführenden und schädlichen Fehlinformationen basiert“, teilte ihr Sprecher mit. Es sei kein Zufall, dass Jahre alte Vorwürfe kurz vor der Ausstrahlung des Interviews an Medien durchgestochen würden.

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Die Lage ist verfahren, die öffentlich zur Schau gestellte innige Familienatmosphäre längst verflogen. In einem Jahrzehnt habe sie nie eine solch „offene Feindseligkeit“ erlebt, sagte die Royal-Reporterin Victoria Murphy. Dass die Familie den Riss kitten kann, wirkt derzeit unwahrscheinlich. Meghan scheint das durchaus bewusst zu sein. In dem vorab veröffentlichten Clip spricht sie auch von der Gefahr, die Beziehung mit ihrer Offenheit weiter zu belasten: „Wenn das das Risiko mit sich bringt, Dinge zu verlieren, denke ich … viel ist schon verloren gegangen.“

Aus dem Königshaus kam zunächst kein weiterer Kommentar. Dort herrschte demonstrativ „business as usual“. Auf ihrem offiziellen Twitter-Kanal würdigte die Royal Family den internationalen Tag des Buches.


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