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Nichts ist sicher vor „Pokémon Go“
Panorama 3 Min. 13.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Fans überrennen das Weiße Haus, Gedenkstätten und Museen

Nichts ist sicher vor „Pokémon Go“

In der Nähe von „Hotspots“ wie Museen, Sehenswürdigkeiten oder Gedenkstätten findet man in den meisten 
Fällen die größte Anzahl an Pokémon.
Fans überrennen das Weiße Haus, Gedenkstätten und Museen

Nichts ist sicher vor „Pokémon Go“

In der Nähe von „Hotspots“ wie Museen, Sehenswürdigkeiten oder Gedenkstätten findet man in den meisten 
Fällen die größte Anzahl an Pokémon.
Foto: AFP
Panorama 3 Min. 13.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Fans überrennen das Weiße Haus, Gedenkstätten und Museen

Nichts ist sicher vor „Pokémon Go“

Kevin WAMMER
Kevin WAMMER
Der „Pokémon Go“-Hype ist riesig: Die Menschen schwärmen weltweit in Scharen aus. Doch nicht alle Orte sind wirklich geeignet für die virtuelle Jagd.

(dpa/kw) - Sie sind inzwischen überall: Spieler der neuen Smartphone-App „Pokémon Go“ schwärmen weltweit aus. Sie sorgen dabei nicht nur für Menschenansammlungen und skurrile Phänomene, sondern mancherorts auch für Ärger. Dabei war die App eigentlich erst in den USA, Kanada und Neuseeland verfügbar, erst seit Mittwoch gibt es sie offiziell auch in Deutschland. In Luxemburg gibt es das Spiel derzeit nur über Umwege. 

Spieler und die virtuellen Taschenmonster machen selbst vor dem Weißen Haus in Washington nicht Halt. Dort errichtete ein besonders eifriger Spieler bereits eine „Gym“-Station, wie die Website „Kotaku“ berichtete. Ein Screenshot wurde als Beweis auf Twitter veröffentlicht. Hat sich möglicherweise US-Präsident Barack Obama selbst diesen Spaß erlaubt und ist Besitzer des ersten „Pokémon“ im Weißen Haus? 

Der New Yorker Central Park war zwischenzeitlich zu einer Art Hauptquartier von „Pokémon-Go“-Spielern geworden. Wie auf Twitter verbreitete Videoaufnahmen zeigen, strömten die Menschen in Scharen mit ihren Smartphones in die sonst beschauliche Großstadtoase und machten sich dort auf die Suche nach Taschenmonstern und neuen Herausforderungen. Bei der App sind „Pokémon“-Figuren an verschiedensten Orten platziert. Um sie auf dem Smartphonebildschirm zu sehen und zu fangen, muss der Spieler sich in die Nähe begeben. 

Unterdessen sorgten euphorische „Pokémon-Go“-Spieler mit ihren Smartphones auch im fernen Australien für Aufsehen und Ärger. Als sie in Scharen in einen ruhigen Vorort von Sydney einfielen, riefen die Bewohner dort die Polizei und bewarfen die Spieler mit Wasserbomben. Es sei ein „komplettes Chaos“ entstanden, als Hunderte Gamer mitten in der Nacht lärmend auf die Suche nach „Pokémon“ gegangen seien, berichteten Bewohner des Stadteils Rhodes. 

Gegenwehr in Europa 

In Amsterdam setzten sich die Mitarbeiter eines Krankenhauses ebenfalls gegen „Pokémon-Go“-Spieler zur Wehr. Wie die „Welt“ berichtete, forderte das Akademische Medizinische Zentrum in der niederländischen Metropole die Besucher auf, nicht mehr auf der Jagd nach „Pokémon“ in nicht öffentliche Bereiche des Krankenhauses einzudringen. „Es gibt tatsächlich ein krankes Pokémon im AMC, aber wir sorgen gut für es. Bitte besucht es nicht“, teilte die Klinik über Twitter mit. 

Viele „Pokémon-Go“-Begeisterte zücken allerdings auch in Gedenkstätten ihre Smartphones – und die Einrichtungen sind nicht glücklich darüber. So ermahnte der Arlington-Ehrenfriedhof in Washington die Besucher bei Twitter, dass das unangemessen sei. Auch das Holocaust-Museum in der US-Hauptstadt appellierte an die Besucher über den Kurznachrichtendienst, respektvoll zu bleiben. Man versuche, den Ort aus dem Spiel entfernen zu lassen, erklärte ein Sprecher dem Sender NPR am späten Dienstag. 

Unangemessene Orte melden 

Die Entwickler – Nintendos Pokémon Company und die Spielefirma Niantic Labs – geben die Möglichkeit, unangemessene Orte zu melden. Bereits im vergangenen Jahr hatte es ähnlichen Ärger gegeben. Das ebenfalls ortsbasierende Spiel von Niantic Labs, „Ingress“ hatte zuerst auch virtuelle Portale auch an ehemaligen Nazi-Konzentrationslagern platziert. Nach Kritik wurden sie schnell wieder entfernt. 

Unterdessen soll der Hype um das Spiel auch schon ein Hundeleben gerettet haben. In Texas stieß eine Frau auf der Suche nach virtuellen „Pokémon“ überraschend nicht auf ein „Pummeluff“ genanntes Monster, sondern auf einen ausgesetzten und verletzten kleinen Hund. Mit Hilfe eines Pizzaboten wurde das Tier in eine Klinik geschafft, in der ihm das gebrochene Bein geschient wurde. Ebenfalls in Texas meldete die Polizei auch einen Auffahrunfall in Zusammenhang mit dem Spiel. Ein Fahrer stellte seinen Wagen regelwidrig ab, um auszusteigen und ein „Pokémon“ zu fangen, wie die Polizei bei Twitter erklärte. Kurz darauf sei ein anderes Auto von hinten aufgefahren.


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