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Nicht zu viel vornehmen: Neun Tipps für ein entspanntes Wochenbett
Panorama 3 Min. 14.12.2016 Aus unserem online-Archiv

Nicht zu viel vornehmen: Neun Tipps für ein entspanntes Wochenbett

In den ersten Wochen nach der Geburt sollten sich Mütter nicht zu viel zumuten - sondern sich vor allem Zeit für das Baby und sich selbst nehmen.

Nicht zu viel vornehmen: Neun Tipps für ein entspanntes Wochenbett

In den ersten Wochen nach der Geburt sollten sich Mütter nicht zu viel zumuten - sondern sich vor allem Zeit für das Baby und sich selbst nehmen.
Foto: Westend61/HalfPoint
Panorama 3 Min. 14.12.2016 Aus unserem online-Archiv

Nicht zu viel vornehmen: Neun Tipps für ein entspanntes Wochenbett

Wochenbett - für viele werdende Eltern klingt das altmodisch. Dann sind sie überrascht, wie anstrengend die erste Zeit mit Baby ist. Ein paar Tipps zur Vorbereitung können Müttern und Vätern helfen.

(dpa/tmn) - Etwa 40 Wochen verändert sich der Körper einer Frau vor der Geburt, sechs bis acht Wochen braucht er danach, um sich wieder zu erholen. Die Zeit nennt man Wochenbett, und früher wurde das noch wörtlich genommen. Inzwischen wollen viele Frauen in dieser Zeit ein straffes Programm durchziehen. Anja Constance Gaca ist Hebamme in Berlin und Co-Autorin des Buches „Das Wochenbett“ und meint: „Frauen nehmen sich zu schnell zu viel vor.“ Dabei dürfe man nicht von einem Normalzustand ausgehen. Aber Mütter und Väter können viel tun, um gut durch die erste Zeit zu kommen:

1. Keine falschen Erwartungen

Oma und Opa wollen das Baby sehen, die Tanten auch, und außerdem ist Heidi Klum schon wenige Wochen nach der Geburt wieder in Unterwäsche über den Laufsteg spaziert. „Wir bekommen ein völlig falsches Bild von der Zeit nach der Geburt vermittelt“, sagt Hebamme Anja Constance Gaca. Dagegen helfe nur, sich klarzumachen, dass nicht nur das Kind Zeit braucht, in der Welt anzukommen. „Auch die neue Familie muss sich erst einstellen“, sagt Gaca.

2. Besuchsplan aufstellen

Frauen sollten sich gut überlegen, wen sie in den ersten Tagen nach der Geburt empfangen wollen. „Das müssen Menschen sein, denen man auch im Bademantel, verheult und ohne aufzuräumen unter die Augen treten will“, sagt Gaca. Am besten ist es, wenn der Partner einen Besuchsplan aufstellt - und alle streicht, die nur Kaffee trinken und Baby gucken wollen. Willkommen ist dagegen jeder, der Essen mitbringt oder irgendwie mithilft.

3. Hilfe holen

Sollte das nicht gehen, und kann auch der Partner keinen Urlaub nehmen, sollten Frauen über eine Haushaltshilfe nachdenken. Man kann sich die Hilfe anstelle des 100. Stramplers auch schenken lassen und sie das Kochen oder Spielen mit eventuellen Geschwisterkindern übernehmen lassen.

4. Essen einfrieren und große Suppentöpfe kochen

Eine Wochenbettsuppe ist das ideale Essen für Wöchnerinnen. So eine Suppe gibt nicht nur Kraft, sondern ist auch praktisch, weil sie lange reichen kann. Außerdem gut: Schon während der Schwangerschaft von jedem Gericht eines mehr kochen und einfrieren. Man sollte möglichst Speisen wählen, die gut bekömmlich sind und nicht blähen.

5. Großzügig Urlaub für den Partner planen

Der Partner sollte helfen können und sich mit Resturlaub und Elternzeitso viel Zeit wie möglich nehmen. Viele Väter nehmen sich nur zwei Wochen Urlaub. Gerade dann wird es aber oft richtig anstrengend, sagt Anja Constance Gaca. „Ab der dritten, vierten Woche schreit das Kind oft häufiger und lässt sich nicht mehr so einfach zum Schlafen ablegen.“ Wenn das mit dem Arbeitsbeginn des Papas zusammenfällt, ist das für Frauen oft die anstrengendste Zeit.

6. Mit dem Babyblues rechnen

Der Tag kommt bei vielen Müttern - und meist ist es der dritte nach der Geburt. Wenn die Milch läuft, laufen oft auch die Tränen, so die Erfahrung vieler Mütter, denn oft fällt der sogenannte Babyblues mit dem Milcheinschuss zusammen. Das ist körperlich anstrengend, die ersten Hormone nach der Geburt sind aufgebraucht, zwei, drei schlechte Nächte liegen hinter einem - da sind die Nerven dünn und die Frauen oft ängstlich und gereizt.

7. Den Körper heilen lassen

Eine alte Faustregel besagt: eine Woche im Bett, eine Woche am Bett, eine Woche ums Bett. „Eine Geburt ist anstrengend, der Körper lässt das die Frauen spüren - besonders nach einem Kaiserschnitt“, sagt Hebamme Gaca. Aber auch sonst sollten Mütter mindestens in den ersten zehn Tagen viel liegen und nicht schwer heben.

8. Frühzeitig um Hebamme und Kinderarzt kümmern

Wer die Geburt zu Hause machen möchte, sollte sich spätestens bis zur zwölften Schwangerschaftswoche um eine Hebamme gekümmert haben. Dann ist auch genug Zeit, sich zu beschnuppern, denn die Chemie zwischen Hebamme und Mutter sollte stimmen. Auch wichtig: Sich frühzeitig um einen Kinderarzt bemühen.

9. Anträge während der Schwangerschaft ausfüllen

Elterngeld, Kindergeld, Familienversicherung, Vaterschaftsanerkennung: Die meisten Anträge können schon vor der Geburt ausgefüllt und zurechtgelegt werden. Frauen sollten ruhig ihren Partner zum Standesamt schicken. Aber auch für den ist die erste Zeit nach der Geburt ein Ausnahmezustand. Umso besser, wenn alles schon vorbereitet ist.


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