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Neuseeland: Erste Pastafari-Hochzeit
Karen Martyn ist die Chefin - genannt: Ministroni - des neuseeländischen Ablegers.

Neuseeland: Erste Pastafari-Hochzeit

Foto: AFP
Karen Martyn ist die Chefin - genannt: Ministroni - des neuseeländischen Ablegers.
Panorama 16.04.2016

Neuseeland: Erste Pastafari-Hochzeit

Nathalie RODEN
Nathalie RODEN
Mit viel Witz, Wein und Bier hat die „Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters“ in Neuseeland erstmals eine amtlich gültige Trauung vollzogen. Dresscode: Piratenmontur.

(dpa/KNA) - Mit viel Witz, Wein und Bier hat die „Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters“ in Neuseeland erstmals eine amtlich gültige Trauung vollzogen. Marianna Young und Toby Ricketts gaben sich bei strahlendem Sonnenschein auf einem kleinen Schiff in Araroa bei Christchurch am Samstag das Ja-Wort. Neuseeland ist das erste Land, das der als Kirchenparodie gegründeten Bewegung die Erlaubnis zur Ausstellung rechtsgültiger Heiratsurkunden erteilt hatte. Die Spaghettimonster-Kirche legt viel Wert auf Nudeln und Piraten.

„Ich gelobe, stets das Salzwasser erst zum Kochen zu bringen, bevor ich die Pasta hineintue“, sagte Ricketts in voller Piratenmontur in seinem Eheversprechen. „Ich gelobe, keine abfälligen Bemerkungen über Deine Pastakochkünste zu machen“, sagte die Braut. Sie trug ein weißes Kleid mit viel Spitze und bekam zur Krönung ein Nudelsieb voller Spaghetti auf den Kopf gesetzt.

„Will er diese kratzbürstige Maid als rechtmäßig angetrauten besten Kumpel nehmen?“, fragte die Chefin des neuseeländischen Ablegers der Bewegung, „Ministroni“ Karen Martyn, den Bräutigam. Und: „Will sie diesen launischen Lump als rechtmäßig angetrauten Kumpel nehmen?“ Mit ihrem „Ja“ besiegelten Braut und Bräutigam die Ehe. Mit dem Piratenschlachtruf „ARRRR!“ prosteten zahlreiche Gäste im Piratenkostüm den Jungvermählten zu.

Satirische Vereinigung

Die "Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters" wurde 2005 gegründet. Laut Karen Martyn, der selbst ernannten "Päpstin" der satirischen Vereinigung, geht es darum, Menschen dazu zu bringen, ihren eigenen Glauben zu hinterfragen. "Wir sagen: Wir können die Existenz des Spaghettimonsters genauso wenig beweisen wie ihr die Existenz einer sprechenden Schlange oder einer Frau, die aus einer Rippe erschaffen wurde."

Man wende sind nicht gegen Religion. "Aber wir sind dagegen, dass gleichgeschlechtliche Ehen verboten sind; wir sind gegen Tabus; wir sind gegen den Glauben, dass Menschen als Sünder geboren werden."

Seit dem 10. Dezember vergangenen Jahres hat die Kirche in Martyns Heimat Neuseeland das Recht, Paare zu trauen. Ein zusätzlicher Termin beim Standesamt ist für die Rechtsgültigkeit nicht notwendig.

In einer ersten Version des Textes wurde die auf dem Foto abgebildete Karen Martyrn irrtürmlich als Braut bezeichnet.