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Neue Rechtschreibreform: Endlich keine Majonäse mehr
„Majonäse“ wird offiziell aus dem Duden gestrichen.

Neue Rechtschreibreform: Endlich keine Majonäse mehr

Foto: Guy Jallay
„Majonäse“ wird offiziell aus dem Duden gestrichen.
Panorama 30.06.2017

Neue Rechtschreibreform: Endlich keine Majonäse mehr

Nathalie RODEN
Nathalie RODEN
Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat Änderungen bekannt gegeben, die mit sofortiger Wirkung in Kraft treten. Es gibt drei wesentliche Neuerungen - darunter ein neuer Buchstabe.

(jz) - Das Eszett, das „scharfe S“, gibt es jetzt auch offiziell als Großbuchstaben. Bisher durfte das „scharfe S“ nur klein geschrieben werden. Der neue Buchstabe sieht aus wie ein Mittelding zwischen dem bisherigen, klein geschriebenen „ß“ und einem groß geschriebenen „B“. Das „scharfe S“ ist der einzige Buchstabe des lateinischen Schriftsystems, der heutzutage ausschließlich zur Schreibung deutscher Sprachen und ihrer Dialekte verwendet wird.

Diese Änderung wird keine Auswirkungen auf den Schulunterricht haben. Denn es gibt im Deutschen keine Wörter, die ein „scharfes S“ als Anfangsbuchstaben besitzen. Verwirrung gab es nur, wenn ein ganzes Wort aus Großbuchstaben geschrieben werden sollte – wie auf amtlichen Dokumenten. Bisher ersetzte man das ß meist durch ein doppeltes S. So hatten Menschen mit einem Nachnamen wie Oßner ein Problem: Wenn im Pass wegen der Großschreibung der Buchstaben anstelle des ß ein Doppel-S steht, blieb unklar, ob sie „Ossner“ oder „Oßner“ heißen.

Amtlich zulässig ist jetzt auch die Großschreibung des Adjektivs in Fällen wie „Goldene Hochzeit“ und „Neues Jahr“. Viele Menschen haben das schon in der Vergangenheit so geschrieben, aber streng genommen war das falsch. Dagegen bleibt bei wörtlichem oder bildhaftem Gebrauch wie in „der freie Mitarbeiter“ und „die gläserne Decke“ die Kleinschreibung der Regelfall.

Viele eingedeutschte Schreibweisen wurden gestrichen und sind nicht mehr erlaubt. Sie wurden aber auch nur wenig benutzt und in luxemburgischen Schulen, soweit ersichtlich, auch nicht gelehrt. Unzulässig ist ab sofort „Ketschup“ oder „Majonäse“, zulässig sind nur noch „Ketchup“ und „Mayonnaise“. Gleiches gilt für „Grislibär“ (amtlich erlaubt ist nur noch „Grizzlybär“), „Joga“ („Yoga“), „Komplice“ („Komplize“), „Roulett“ („Roulette“) oder „Wandalismus“ („Vandalismus“).