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Neue Freiheit: Kampusch will ihr Leben selbst in die Hand nehmen
Panorama 19.07.2016 Aus unserem online-Archiv

Neue Freiheit: Kampusch will ihr Leben selbst in die Hand nehmen

Natascha Kampusch war im Alter von zehn Jahren gekidnappt und mehr als acht Jahre lang in einem Haus gefangen gehalten worden.

Neue Freiheit: Kampusch will ihr Leben selbst in die Hand nehmen

Natascha Kampusch war im Alter von zehn Jahren gekidnappt und mehr als acht Jahre lang in einem Haus gefangen gehalten worden.
dpa
Panorama 19.07.2016 Aus unserem online-Archiv

Neue Freiheit: Kampusch will ihr Leben selbst in die Hand nehmen

Manon KRAMP
Manon KRAMP
Zehn Jahre nach der Flucht aus einem Kellerverlies ist Entführungsopfer Natascha Kampusch bereit für einen neuen Lebensabschnitt.

(dpa) - Zehn Jahre nach der Flucht aus einem Kellerverlies ist Entführungsopfer Natascha Kampusch bereit für einen neuen Lebensabschnitt. „Jetzt beginnt erst die Phase, wo ich wirklich versuche, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und mich zu entfalten“, sagte die 28-Jährige in einer am Montagabend ausgestrahlten Sendung des ORF-Fernsehens. Mit zehn Jahren wurde Kampusch 1998 auf dem Schulweg von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil entführt und acht Jahre auf kleinstem Raum gefangen gehalten.

Priklopil habe sie sogar heiraten wollen, so die Wienerin: „Ja, das war sein Plan. Er hat wohl gedacht, dass er das irgendwie vertuschen kann, sein Verbrechen.“ Das Haus im niederösterreichischen Strasshof in der Nähe von Wien, in dem sie gefangen gehalten wurde, ist ihr als Entschädigung zugesprochen worden. Alle zwei Monate kehrt sie zurück, um nach dem Rechten zu sehen. Zuletzt überlegte sie, das Haus einer Flüchtlingsfamilie zur Verfügung zu stellen. Das sei angeblich bislang aber an der Bürokratie gescheitert.

In ihrer Freizeit nimmt Kampusch Gesangs- und Reitunterricht. Auch ihr Abitur will sie nachholen. Nach ihrer Gefangenschaft zurück ins Leben zu finden, sei sehr schwierig gewesen. Die Gesellschaft sei ihr mit vielen Vorurteilen begegnet: „So richtig frei war ich in den vergangenen zehn Jahren nur in wenigen Momenten. Es war auch ein Gefängnis, in das ich zurückgekehrt bin“, sagte Kampusch.


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