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Nepals Regierung lässt Todesfälle am Mount Everest untersuchen

Nepals Regierung lässt Todesfälle am Mount Everest untersuchen

Foto: Sabina Bhattrai/epa/dpa
Panorama 8 2 Min. 13.06.2019

Nepals Regierung lässt Todesfälle am Mount Everest untersuchen

Nach der besonders tödlichen Klettersaison 2019, bei der 11 Personen auf dem höchsten Berg der Welt umgekommen sind, setzt sich die nepalesische Regierung nun mit dem Problem auseinander.

(dpa/SC) - Die nepalesische Regierung lässt die jüngsten Todesfälle am Mount Everest untersuchen. Der Premierminister des Himalaya-Staates, Khadga Prasad Sharma Oli, setzte am Donnerstag eine fünfköpfige Kommission ein. Sie solle die bestehenden Gesetze und Richtlinien für die Besteigung des höchsten Berges der Welt überprüfen und, wo nötig, Änderungen empfehlen, sagte der Generaldirektor der Tourismusbehörde, Dandu Raj Sharma.


(FILES) In this file handout photo taken on May 22, 2019 and released by climber Nirmal Purja's Project Possible expedition shows heavy traffic of mountain climbers lining up to stand at the summit of Mount Everest. - Three more climbers have died on Everest, expedition organisers and officials said on May 24, taking the toll from a deadly week on the overcrowded world's highest peak to seven. (Photo by Handout / Project Possible / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / PROJECT POSSIBLE" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS ---
Stau am Mount Everest - vier Todesfälle in zwei Tagen
Beobachter sagten, manche der Todesfälle könnten damit zusammenhängen, dass zu viele Bergsteiger auf einmal versuchten, den Mount Everest zu erklimmen.

An dem 8848 Meter hohen Gipfel sind in diesem Jahr schon elf Kletterer ums Leben gekommen. Neun von ihnen waren von der nepalesischen, zwei von der chinesischen Seite aufgestiegen. Weitere zehn Bergsteiger starben Berichten zufolge an anderen 8000er-Bergen im Himalaya wie dem Lhotse und dem Annapurna.

Zu den Todesopfern am Mount Everest gehören den Behörden zufolge ein nepalesischer Bergführer, vier Inder, ein US-Amerikaner, zwei Iren und ein Österreicher.

Eine Aufnahme vom 22. Mai 2019 zeigt, wie es sich auf dem letzten Stück zur Spitze des Everest staut. Durch die Eiseskälte und den geringen Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre kann ein längerer Aufenthalt in dieser "Death Zone" für unerfahrene Bergsteiger schnell zum Tod führen.
Eine Aufnahme vom 22. Mai 2019 zeigt, wie es sich auf dem letzten Stück zur Spitze des Everest staut. Durch die Eiseskälte und den geringen Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre kann ein längerer Aufenthalt in dieser "Death Zone" für unerfahrene Bergsteiger schnell zum Tod führen.
Foto: nimsdai Project Possible / AFP

Es hatte Kritik gegeben, dass Nepal viel zu viele Genehmigungen erteilt habe und dass zu viele unerfahrene Bergsteiger den Aufstieg wagten. Für die Genehmigung zahlen ausländische Bergsteiger umgerechnet rund 9000 Euro. Dieses Jahr wurden 375 Genehmigungen erteilt - ähnlich viele wie in vergangenen Jahren. Im vorigen Jahr hatte es fünf Todesfälle am Everest gegeben.  


This handout photo taken on May 15, 2019 and released by Seven Summit Treks shows Nepali mountaineer Kami Rita Sherpa posing at the top of Mount Everest after summiting it for the 23rd time, breaking his own world record set last year. - For the hardy few, climbing Everest is a bucket-list feat of endurance, danger and wonder. But Kami Rita Sherpa's 23rd record summit of the world's highest peak on May 15 was just another day at work. (Photo by Handout / Seven Summit Treks / AFP) / -----EDITORS NOTE --- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Seven Summit Treks " - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Rekord: 24 Mal den Everest bezwungen
Der nepalesische Sherpa Kami Rita hat seinen Rekord für die meisten Besteigungen des Mount Everest zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ausgebaut.

Fotos zeigten, wie sich im Mai am Gipfelgrat die Bergsteiger zeitweilig stauten. Wegen des Andrangs vieler Bergsteiger im kurzen Zeitfenster günstigen Wetters war es zu langen Wartezeiten am Gipfel gekommen. Die Klettersaison mit geeigneten Wetterbedingungen im April und Mai ist sehr kurz.

Den Traum, einmal oben auf dem "Dach der Welt" zu stehen, haben sich seit der Erstbesteigung im Jahr 1953 rund 5000 Menschen erfüllt. Mehr als 300 Bergsteiger kamen bei dem Versuch ums Leben.  

Sherpas finden vier Leichen beim Müllsammeln am Mount Everest

Während einer einmonatigen Säuberungsaktion im Himalaya hat eine zwölfköpfige Bergführergruppe elf Tonnen Müll zusammengetragen. Neben tonnenweise Müll haben die Sherpas am Mount Everest außerdem vier Leichen entdeckt, wie die nepalesische Tourismusbehörde mitteilte. Die Leichen wurden demnach Forensikern in Nepals Hauptstadt Kathmandu übergeben. Sie sind noch nicht identifiziert.

Bei dem gesammelten Müll handelte es sich um Hinterlassenschaften der Klettergruppen an den verschiedenen Camps am höchsten Berg der Welt, wie der Leiter der Tourismusbehörde, Dandu Raj Ghimire, erklärte. Darunter seien viele Sauerstoffflaschen, Dosen, Seile, Zelte und Verpackungen. Die Sherpas hätten den Müll im Basiscamp getrennt. Recyclebares werde in die Hauptstadt Kathmandu gebracht.

Für die vielen Expeditionen errichten Sherpas zu Beginn der Saison mehrere Camps auf unterschiedlichen Höhen. Die Regeln sehen vor, dass jeder Bergsteiger mindestens acht Kilo Müll beim Abstieg mitnimmt, um der Verschmutzung des anspruchsvollen Klettergebiets entgegenzuwirken. Allerdings wird dies nicht konsequent durchgesetzt.


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Der 85-jährige Min Bahadur Sherchan ist bei dem Versuch gestorben, als ältester Mensch den Mount Everest zu erreichen.