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Natalia Wörner: "Manchmal bin ich kompromisslos"
Panorama 3 Min. 04.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Natalia Wörner: "Manchmal bin ich kompromisslos"

Botschafterin Karla Lorenz (Natalia Wörner) arbeitet mit Kommissar Jan Horava (Alexander Beyer) zusammen.

Natalia Wörner: "Manchmal bin ich kompromisslos"

Botschafterin Karla Lorenz (Natalia Wörner) arbeitet mit Kommissar Jan Horava (Alexander Beyer) zusammen.
ARD Degeto/Roland Suso Richter
Panorama 3 Min. 04.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Natalia Wörner: "Manchmal bin ich kompromisslos"

Schauspielerin Natalia Wörner über ihre Rolle als Diplomatin Karla Lorenz und schlechte Politkomödien.

Von Cornelia Wystrichowski

Sie ist nicht nur eine populäre Schauspielerin, sondern auch die Lebensgefährtin des deutschen Außenminister Heiko Maas: Natalia Wörner. In der ARD-Reihe „Die Diplomatin“ spielt die Frau an der Seite von Deutschlands Chefdiplomat sinnigerweise eine deutsche Botschafterin. In der neuen Folge „Böses Spiel“, die an diesem Samstag, 4. Mai, um 20.15 Uhr von der ARD ausgestrahlt wird, kümmert sich die aktuell in Prag stationierte Karla Lorenz um den Fall einer schwer misshandelten deutschen Touristin. Hauptverdächtiger ist ausgerechnet der Sohn des französischen Botschafters.

Natalia Wörner, Sie spielen seit 2016 die Diplomatin Karla Lorenz. Sind Sie selbst ein diplomatischer Mensch oder tragen Sie Ihr Herz auf der Zunge?

Ich kenne beide Verhaltensweisen von mir. Manchmal bin ich absolut geduldig und verhandlungsbereit, aber manchmal bin ich auch kompromisslos und gebe meinem Bauchgefühl den Vorrang – oder sagen wir mal der Intuition.

Gab es für Ihre Rolle ein konkretes Vorbild?

Das nicht, aber es gab viele Begegnungen mit Frauen, die mich sehr beeindruckt haben. Ich bewundere diese Familien, die sich entschieden haben, so zu leben – egal, ob nun die Frau im diplomatischen Dienst ist oder der Mann: Es ist beeindruckend, wie Menschen in diesen Positionen das unstete Leben meistern. Ich kann das als Schauspielerin nachvollziehen, denn ich bin streckenweise auch arbeitsbedingt von zu Hause weg – manchmal gefühlt auch zu oft. Natürlich liebe ich meinen Beruf, aber manchmal scheue ich mich davor, schon wieder meine Koffer zu packen.

Wenn Sie Botschafterin wären: Welches Bild von Deutschland würden Sie gerne im Ausland vermitteln?

Ich glaube, dass zum Beispiel die europäische Staatengemeinschaft ein sehr viel positiveres Bild von Deutschland hat als wir selber. Natürlich ist das Aufflammen von rechtspopulistischen Tendenzen beängstigend, aber unser Land hat eine stabile Definition von Freiheit und Demokratie. Und die Tatsache, dass wir seit sehr vielen Jahren eine Bundeskanzlerin haben, eine Frau, die uns in der Welt repräsentiert, bringt Deutschland viel Respekt und Wohlwollen ein. Ganz ehrlich: Ich finde, Deutschland ist ein wunderbares Land.

Die Filmreihe „Die Diplomatin“ ist eines der wenigen fiktiven Formate im deutschen Fernsehen, das sich mit Politik befasst. Warum gibt es so wenige?

In anderen Ländern ist es gang und gäbe, realitätsnah, kritisch und zum Teil sehr kontrovers über Politik zu erzählen, schauen Sie sich tolle Serien wie „Borgen“ oder „House of Cards“ an. Bei uns scheitert es oft an den Drehbüchern. In Deutschland war Politik im Film bislang eher ein Thema für Komödien oder Satire, die, von Ausnahmen abgesehen, eher misslungen waren. Auch bei „Die Diplomatin“ ringen wir immer wieder um Inhalte, aber wir haben meiner Ansicht nach eine gute Mischung aus Politik und unterhaltsamem Fernsehen gefunden.


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Die vierte Folge dreht sich um Gewalt gegen Frauen. Ein Thema, das Ihnen am Herzen liegt?

Gewalt gegen Frauen ist ein Thema, das ich bei meinen Reisen für die Kindernothilfe immer wieder erlebt habe. Man muss differenzieren. Es gibt Gewalt gegen Frauen in Krisenregionen, wo sie gezielt als Kriegstaktik eingesetzt wird. Und es gibt die häusliche Gewalt gegen Frauen, um die es in unserem Film geht. Wir zeigen, dass das vollkommen unabhängig von der gesellschaftlichen Schicht geschieht, und ich bin froh, dass dieses Thema allmählich aus der Tabuzone heraustritt. Die Dunkelziffer ist erschreckend hoch.

Achten Sie sehr darauf, dass in den Filmen Abläufe rund um Botschaftsangelegenheiten realitätsnah dargestellt werden?

Wir achten in den entscheidenden Situationen sehr darauf, dass es sich nicht zu weit von der Realität entfernt. Aber wir drehen ja keine Dokumentationen, sondern Fiktion, und natürlich gibt es da immer Überhöhungen und Überspitzungen. Im letzten Film gab es zum Beispiel eine Verhörszene in der deutschen Botschaft, das gäbe es in der Wirklichkeit nicht, und daran kam dann auch prompt Kritik. Ich kenne das von der ZDF-Krimireihe „Unter anderen Umständen“. Da kommen dann Polizisten nach der Ausstrahlung und beschweren sich, wie man die Waffe hält.



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