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Nastassja Kinski: Die verwegene Schöne
Panorama 2 Min. 24.01.2021

Nastassja Kinski: Die verwegene Schöne

Nastassja Kinski nimmt heute nur mehr selten öffentliche Auftritte wahr.

Nastassja Kinski: Die verwegene Schöne

Nastassja Kinski nimmt heute nur mehr selten öffentliche Auftritte wahr.
Foto: dpa
Panorama 2 Min. 24.01.2021

Nastassja Kinski: Die verwegene Schöne

Schauspielerin und Model Nastassja Kinski feiert am Sonntag, dem 24. Januar, ihren 60. Geburtstag.

(dpa/nr) - Über manche Filme wird auch Jahrzehnte später noch gesprochen. Einer davon ist der „Tatort“-Krimi „Reifezeugnis“ aus dem Jahr 1977. Seine Bekanntheit verdankt der Film nicht zuletzt Nastassja Kinski, die damals noch ein Teenager war. Der Plot: Schülerin Sina (Nastassja Kinski) und ihr Lehrer (Christian Quadflieg) haben eine Affäre. Als ein Mitschüler davon mitbekommt, verlangt er für sein Schweigen Sex von Sina. Als er bei einem Treffen im Wald übergriffig wird, erschlägt sie ihn mit einem Stein. 

Die Filmszene aus dem legendären "Tatort"-Krimi "Reifezeugnis" zeigt Nastassja Kinski als Schülerin Sina und Christian Quadflieg als ihren Lehrer Helmut Fichte.
Die Filmszene aus dem legendären "Tatort"-Krimi "Reifezeugnis" zeigt Nastassja Kinski als Schülerin Sina und Christian Quadflieg als ihren Lehrer Helmut Fichte.
Foto: dpa

Im Schatten des Vaters

Blickt man in die Zeitungen von damals, schnitt nicht nur der Krimi gut ab. Die „Süddeutsche Zeitung“ sprach von einem Spitzenwerk dieses TV-Genres – und lobte Kinski als „Entdeckung, die Karriere-Folgen haben dürfte“. 

Der Satz hat sich bewahrheitet. Der Fernsehkrimi verlieh Nastassja Kinski im deutschsprachigen Raum in Windeseile einen hohen Bekanntheitsgrad. Innerhalb kurzer Zeit konnte sie sich aber auch international einen Namen machen. Sie drehte mit Regisseuren wie Wim Wenders oder Roman Polanski und arbeitete für diverse Modezeitschriften. Ihr Gesicht landete sogar auf dem Cover des Magazins „Time“. 

TV-Entertainer Rudi Carrell und Nastassja Kinski im Jahr 1977 während der Proben zur großen Silvestershow "Am laufenden Band".
TV-Entertainer Rudi Carrell und Nastassja Kinski im Jahr 1977 während der Proben zur großen Silvestershow "Am laufenden Band".
Foto: dpa

Geboren wurde Nastassja Kinski 1961 in Berlin. Ihr Vater war der berüchtigte Schauspieler Klaus Kinski (1926-1991). Er stand nicht nur wegen Tobsuchtsanfällen in der Kritik. Seine Tochter Pola machte nach seinem Tod Vorwürfe publik, ihr Vater habe sie jahrelang sexuell missbraucht. 


Nastassja Kinski nennt ihre Halbschwester Pola eine Heldin.
Nastassja Kinski ist zutiefst erschüttert
Schauspielerin Nastassja Kinski hat sich tief betroffen über Missbrauchsvorwürfe geäußert, die ihre Schwester gegen ihren Vater Klaus erhoben hat.

Nach der Buchveröffentlichung ihrer Halbschwester erklärte Nastassja Kinski, auch sie habe fürchterliche Angst vor ihrem Vater gehabt: „Er war ein Tyrann.“ 

Ruhe nach dem Sturm

Früher galt Nastassja Kinski als relative Größe in der Schauspielbranche und überzeugte mit tollen Szenen. Etwa im Roadmovie „Paris, Texas“ von Wim Wenders (1984): Sie spielt eine Mutter, die ihr früheres Leben hinter sich lässt und im pinken Pullover in einer Peepshow wieder auftaucht. Für ihre Rolle in Polanskis Drama „Tess“ (1979) gewann sie sogar einen „Golden Globe“. 

1978 wird Nastassja Kinski (r.) bei der "Bambi"-Verleihung in Deutschland als "Fernsehentdeckung des Jahres" ausgezeichnet. An ihrer Seite: Katerina Jacob, die als "Nachwuchsentdeckung des Jahres" geehrt wurde.
1978 wird Nastassja Kinski (r.) bei der "Bambi"-Verleihung in Deutschland als "Fernsehentdeckung des Jahres" ausgezeichnet. An ihrer Seite: Katerina Jacob, die als "Nachwuchsentdeckung des Jahres" geehrt wurde.
Foto: pa

Ihr Ruf war der der Schönen, der Verwegenen. Was jedoch manche in der Vergangenheit über sie und ihre Attraktivität als Mädchen geschrieben haben, will man heute ungern wiedergeben. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ fragte im Jahr 2013 entsprechend nach der Verantwortung von Filmemachern, die Kinski immer wieder als verführerische Lolita inszeniert hätten. 


Klaus Kinskis Ausbrüche waren legendär. Aber waren sie auch harmlos?
Zum 90. Geburtstag von Klaus Kinski: Bewunderung für ein Scheusal
Zum 80. Geburtstag wurde der 1991 gestorbene Klaus Kinski noch als Schauspielgenie gefeiert. Zu seinem 90. am Dienstag stellt sich die Frage: Darf man die künstlerische Leistung eines mutmaßlichen Verbrechers bewundern?

Mittlerweile ist es eher ruhig um die Schauspielerin geworden. Man sieht sie gelegentlich in einer Quizshow oder bei einer Preisverleihung. Beim Festival in Locarno etwa, wo sie 2017 mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde. In demselben Jahr sollte sie eigentlich auch im RTL-„Dschungelcamp“ mitmachen, aber dazu kam es dann doch nicht. Stattdessen nahm sie an der Show „Let's Dance“ teil. Interviews mit ihr sind eher rar – und so hüllt sich Nastassja Kinski auch zu ihrem 60. Ehrentag am Sonntag (24.Januar) in Schweigen.

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