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Nasa macht einen zweiten Anlauf beim Start ihrer Sonnensonde
Die US-Sonnensonde „Parker Solar Probe“ soll nun am Sonntagmorgen von Cape Canaveral in Florida abheben

Nasa macht einen zweiten Anlauf beim Start ihrer Sonnensonde

AFP
Die US-Sonnensonde „Parker Solar Probe“ soll nun am Sonntagmorgen von Cape Canaveral in Florida abheben
Panorama 2 Min. 11.08.2018

Nasa macht einen zweiten Anlauf beim Start ihrer Sonnensonde

Eigentlich sollte es am Samstag losgehen. Doch der Start einer ganz besonderen Nasa-Mission zur Sonne hat sich verschoben.

(dpa) - Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den Start ihrer spektakulärsten Sonnen-Mission verschoben. Die Raumfahrtbehörde will am Sonntagmorgen (Ortszeit) einen neuen Anlauf unternehmen, die weltweit ersten Sonde, die durch die Sonnenatmosphäre fliegen soll, auf den Weg zu bringen. Der Stopp sei angeordnet worden, weil eine Unregelmäßigkeit während der letzten Minuten des Countdowns beobachtet worden sei, teilte die Nasa am Samstag via Twitter mit. Am Samstag war das Zeitfenster für den Start abgelaufen.


60 Jahre NASA
In den sechs Jahrzehnten ihrer Existenz kann die NASA enorme Errungenschaften vorweisen. Ein Rückblick auf zehn Erfolgsmomente, die Weltraumgeschichte geschrieben haben, und ein Ausblick auf die Zukunft.

Die „Parker Solar Probe“ sollte ursprünglich am Samstag zwischen 9.33 und 10.38 Uhr (MESZ) starten - an Bord einer „Delta IV Heavy“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Mit Hilfe der Schwerkraft des Planeten Venus soll sie Richtung Sonne fliegen, von der die Erde durchschnittlich rund 150 Millionen Kilometer entfernt ist.

Geschützt von einem fast zwölf Zentimeter dicken Karbonpanzer werde die „Parker Solar Probe“ mehr Hitze und Strahlung aushalten müssen, als je ein Flugkörper zuvor, berichtete die Nasa. Die Sonde sei etwa so groß wie ein Kleinwagen. Sie soll sich dem Stern unseres Sonnensystems bis auf rund 6,2 Millionen Kilometer nähern und dabei fast 1377 Grad Celsius aushalten.

Reise zur äußeren Hülle der Sonnenatmosphäre

„Parker“ werde die Sonne in großen elliptischen Bahnen umkreisen und am geringsten Abstand schließlich eine Geschwindigkeit von 700 000 Kilometer pro Stunde erreichen. Damit würde sie von Hamburg nach Berlin gut eine Sekunde benötigen.

Die Sonde wird das erste menschengemachte Objekt sein, dass die äußere Hülle der Sonnenatmosphäre, die Korona, durchfliegt. In diesem Strahlenkranz der Sonne herrschen Temperaturen von mehreren Millionen Grad Celsius.

Die Nasa-Forscher versprechen sich von der bis 2025 angesetzten Mission Erkenntnisse darüber, warum die Korona um ein Vielfaches heißer ist als die Oberfläche der Sonne und somit auch über die Funktionsweise von Sternen. Die gesammelten Daten könnten zudem künftige Wettervorhersagen genauer machen.

Auf die Sonnen-Expedition der Nasa soll 2020 eine europäische folgen: Dann ist der Start des „Solar Orbiter“ der europäischen Raumfahrtagentur Esa geplant. Die Missionen wurden unabhängig voneinander entwickelt. Die Nasa-Sonde ist nicht die erste, die die Sonne aus der Nähe untersuchen wird. Bereits in den 1970er Jahren starteten die deutsch-amerikanischen Sonden Helios 1 und Helios 2, die jedoch mit rund 45 Millionen Kilometern einen gebührenden Abstand zum Hitzeball hielten.


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