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Nachhilfestunde für Hundebesitzer
Panorama 3 Min. 01.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Im Gespräch mit Martin Rütter

Nachhilfestunde für Hundebesitzer

Martin Rütter tritt am 2.März gegen 20 Uhr mit seinem Programm „NachSITZen“ in der Rockhal auf.
Im Gespräch mit Martin Rütter

Nachhilfestunde für Hundebesitzer

Martin Rütter tritt am 2.März gegen 20 Uhr mit seinem Programm „NachSITZen“ in der Rockhal auf.
Foto: Marc Rehbeck
Panorama 3 Min. 01.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Im Gespräch mit Martin Rütter

Nachhilfestunde für Hundebesitzer

Wenn erwachsene Menschen freiwillig zum „NachSITZen“ gehen und dafür sogar noch Eintritt zahlen, steckt der „Mann für alle Felle“, Martin Rütter, dahinter. Wir haben den Tierexperten schon vor seinem Auftritt am 2. März in der Escher Rockhal um eine kleine Lektion in Sachen Hundehaltung gebeten.

(nr) - Wenn erwachsene Menschen freiwillig zum „NachSITZen“ gehen und dafür sogar noch Eintritt zahlen, steckt der „Mann für alle Felle“, Martin Rütter, dahinter. Wir haben den Tierexperten schon vor seinem Auftritt am 2. März in der Escher Rockhal um eine kleine Lektion in Sachen Hundehaltung gebeten.

Hand aufs Herz: Gibt es Hunde an denen selbst Sie verzweifeln?

Sehr selten. Der Fall des unerziehbaren Hundes existiert zum Glück nicht so oft. Wenn aber die Mensch-Hund-Beziehung durch Kommunikationsmissverständnisse so belastet ist, dass ein Zusammenleben nur noch Stress für beide Parteien bedeutet, muss man in Erwägung ziehen, den Hund in eine andere Umgebung abzugeben. Grundsätzlich kann man aber viele Aspekte der Hundeerziehung mit der von Kindern vergleichen. Sehr wichtig ist, bei beiden konsequent zu sein. Es wäre jedoch fatal, sämtliche Aspekte der Erziehung eines Menschen eins zu eins auf die Hundeerziehung zu übertragen.

Gleichzeitig ein Kind und einen Hund zu haben, bereitet vielen Eltern Kopfzerbrechen ...

Hunde sehen kleine Kinder niemals als ranghöher an. Fühlt sich ein Hund von einem Kind bedrängt, ist es aus seiner Sicht daher vollkommen normal, dass er dieses Kind wie einen Welpen zurechtweist. Leider ist das für ein Kind gefährlich, denn ein Schnauzgriff oder ein Nackenstoß kann schnell zu Bissverletzungen führen. Daher müssen Hundehalter die Körpersprache ihres Hundes genau lesen lernen, denn manchmal sind die Anzeichen dafür, dass er sich bedroht fühlt, nicht einfach zu erkennen. Vielleicht hat er zuvor Beschwichtigungssignale gezeigt, indem er z.B. den Blick abgewendet oder sich über die Schnauze geleckt hat. Möglicherweise sind auch Zeichen von Drohverhalten sichtbar, wie ein intensives Fixieren des Kindes. Spätestens jetzt muss man den Hund aus dieser Situation bringen.

Thema „Kampfhunde“: Muss man sich vor den einschlägigen Rassen automatisch in Acht nehmen?

Lediglich die Zugehörigkeit zu einer Rasse ist kein Kriterium dafür, einen Hund als Problemhund einzustufen. Zum Beispiel glaube ich, dass der Rottweiler völlig verkannt wird. Gerade er gehört, wenn er seriös und vernünftig erzogen wird, zu den entspanntesten Hunderassen. Ob ein Hund freundlich, ängstlich oder aggressiv ist, hängt vor allem davon ab, welche Erfahrungen er gemacht hat. Dabei spielt die Erziehung durch die Mutterhündin sowie die Aufzucht durch den Züchter eine genauso große Rolle wie das Leben bei den neuen Haltern. Jedoch sollte man sich vor der Anschaffung eines Hundes immer genau über dessen Bedürfnisse und die notwendigen Anforderungen einer Haltung informieren, denn dies ist häufig der Grund dafür, dass es zu Problemen kommt. Klar ist: Wenn ein 50 Kilo schwerer Hund ausrastet, ist das ein Problem. Aber das gilt für alle großen, schweren Hunde.

Die schlimmste Fehleinschätzung von Hundebesitzern?

Menschen neigen leider häufig dazu, ihre Hunde zu vermenschlichen. Da werden Hunden Eigenschaften zugesprochen, die diese überhaupt nicht haben können. Sie sollen Bedürfnisse erfüllen, welche sie völlig überfordern.

Die richtige Ernährung ist auch ein viel diskutiertes Thema ...

Hunde sind Fleischfresser, brauchen aber auch Vitamine und Ballaststoffe. Will man seinen Hund mit frischem Fleisch füttern, muss man also auch Gemüse hinzufügen. Da Hunde die Pflanzenzellen aber nicht aufschlüsseln können, muss das Gemüse gedünstet oder stark zerkleinert werden. Und auch gutes Trockenfutter enthält ausreichend Gemüse. Die auf den Packungen angegebenen Mengen sind aber oftmals viel zu viel.


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