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Nachhaltigkeit im Blick
Nathalie Oberweis (l.) vom Comité pour une Paix Juste au Proche-Orient (CPJPO) und Ben Max von der ASTM (Action Solidarité Tiers Monde).

Nachhaltigkeit im Blick

Foto: Anouk Antony
Nathalie Oberweis (l.) vom Comité pour une Paix Juste au Proche-Orient (CPJPO) und Ben Max von der ASTM (Action Solidarité Tiers Monde).
Panorama 18.09.2018

Nachhaltigkeit im Blick

Immer mehr Menschen sind sich der Auswirkungen des alltäglichen Lebens auf Umwelt und Gesellschaft bewusst. Doch noch sind nicht alle Fragen geklärt. Abhilfe könnten die "Semaines de l'éducation au développement durable" leisten.

von Michael Juchmes

Was passiert mit dem Abfall, und wie lässt er sich reduzieren? Unter welchen Arbeitsbedingungen arbeiten die Menschen, die T-Shirts angefertigt haben, die tagtäglich getragen werden? Was kann jeder in Luxemburg tun, um nachhaltig zu leben? Diese und viele weitere Fragen stehen im Fokus der "Semaines de l'éducation au développement durable", die vom 23. September bis 7. Oktober stattfinden und an vielen Orten des Großherzogtums zum Entdecken, Erleben und Schmecken einladen.

Bei der diesjährigen Aktion, die sich erstmals über einen Zeitraum von zwei Wochen erstreckt, sind insgesamt 39 Akteure beteiligt – darunter 19 Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Auf dem Programm stehen verschiedene Aktivitäten: gastronomische Wanderungen, Filmabende, Diskussionsrunden. "Wir haben versucht, das Ganze interaktiv zu gestalten", erklärt Nathalie Oberweis vom Comité pour une Paix Juste au Proche-Orient (CPJPO). "Es soll alles spielerisch oder mit Humor funktionieren. Auch mal draußen in der Natur, denn das spricht uns Menschen doch am ehesten an."


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Keine Indoktrinierung

An eine besondere Ziel- oder Altersgruppe richtet sich keines der Events, wie Ben Max von der Action Solidarité Tiers Monde (ASTM) erklärt. "Natürlich gibt es einige, denen man bei solchen Events immer wieder begegnet", sagt Max. "Aber es interessieren sich immer mehr junge Leute für dieses Thema. Menschen, die denken, dass man an seinem Lebensstil einfach mal etwas ändern sollte. Schließlich kann es so nicht weitergehen."

Aufklärung steht dabei nicht unbedingt im Vordergrund, so die Veranstalter. Schließlich sei durch die Medien im Jahr 2018 schon jeder mit einer Fülle von Basisinformationen versorgt. "Wir wollen nicht indoktrinieren", so Max. "Es geht eher darum, alte Denkweisen hinter sich zu lassen." Außerdem könne man so das Gemeinschaftsgefühl stärken und neue Leute kennenlernen, die eine ähnliche Einstellungen und Interessen hätten.

Mit der Veranstaltungsreihe, die auch von staatlicher Seite unterstützt wird, will man auch darauf aufmerksam machen, dass auch im Großherzogtum noch Nachholbedarf besteht. "Gemessen am Bruttoinlandsprodukt kann man nicht unbedingt feststellen, wie ein Land funktioniert", so Max. Nachhaltigkeit ist und bleibt daher auch hier ein großes Thema. Denn wenn weltweit alle Menschen so leben würden wie die in Luxemburg, so das Fazit, dann bräuchte man eigentlich sieben Planeten Erde.

connectinglives.cercle.lu


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