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Nach Zeitungsaufrufen, E-Mails und Tweets: Wir haben den Trabi-Fahrer gefunden!
Panorama 1 24.11.2014

Nach Zeitungsaufrufen, E-Mails und Tweets: Wir haben den Trabi-Fahrer gefunden!

Andreas Holz heute - Frührentner nach der Pleite seines Arbeitgebers.

Nach Zeitungsaufrufen, E-Mails und Tweets: Wir haben den Trabi-Fahrer gefunden!

Andreas Holz heute - Frührentner nach der Pleite seines Arbeitgebers.
FOTO: PRIVAT
Panorama 1 24.11.2014

Nach Zeitungsaufrufen, E-Mails und Tweets: Wir haben den Trabi-Fahrer gefunden!

Mit seinem himmelblauen Trabi fuhr er 1 000 Kilometer von Dresden nach Luxemburg. Das war damals, drei Tage nach dem Mauerfall! Das „Luxemburger Wort“ berichtete über Andreas Holz, den Fahrer des Trabis. 25 Jahre später hat die Redaktion den Mann erneut gesucht – und ihn auch gefunden!

von Marc Thill

1 000 Kilometer „RängTängTäng“: ein Trabi mit dem typischen Zweitaktmotorgeräusch. Himmelblau war er und parkte am Boulevard Emmanuel Servais, gegenüber dem Lycée Robert Schuman.

Am 14. November 1989 berichtete das „Luxemburger Wort“ über diesen ersten Trabi, der vier Tage nach dem Mauerfall in Luxemburg gesichtet wurde. Der Wagen gehörte Andreas Holz. Der damals 32-Jährige wollte immer schon Radio Luxemburg besuchen, den Sender, den er sich als Jugendlicher in der DDR heimlich auf Kurzwelle angehört hat. Und mit seiner Reise schaffte er es nicht nur ins „Luxemburger Wort“, sondern auch ins Frühstücksfernsehen von RTL, das damals von Rainer Holbe moderiert wurde.

Das "Luxemburger Wort" suchte nach Andreas Holz, gerade jetzt 25 Jahre nach dem Mauerfall, und setzte alle Schalthebel in Bewegung. Viele Emails kamen in die Redaktion, doch war es ein Aufruf in der "Sächsischen Zeitung" der zu einem Volltreffer führte. Ein Freund von Andreas Holz hatte dort den Artikel gelesen und ihn benachrichtigt. Ein zwar kurzes, doch recht unterhaltsames Telefongespräch mit Andreas Holz kam zustande.

„Bei mir sieht es nicht gerade besonders gut aus“

Was aus ihm in den 25 Jahren geworden ist? „Ich bin in meiner Heimat geblieben, bin dann bei dem größten deutschen Baukonzern, bei Philippe Holzmann, angestellt worden. Da haben wir auch gutes Geld verdient, gut gearbeitet“.

Das war die Sonnenseite nach dem Mauerfall. Es gab auch eine Schattenseite: „Als Holzmann Pleite machte (der Insolvenzantrag wurde 1999 gestellt, die Insolvenz wurde 2002 gesprochen, Anm. d. Red.), ging es mit mir nur noch bergab. Heute bin ich Invalidenrentner, und, na ja, bei mir sieht es nicht gerade besonders gut aus, das muss ich schon sagen.“

Ich fahre jetzt einen Passat, Baujahr 1995, einen Kombi, das ist ja kein Vergleich.

Was wurde aus dem himmelblauen Trabi? Den hat Andreas Holz einem Freund geschenkt, als dieser seinen Führerschein machte. Als der Freund dann halbwegs sicher im Fahren war, wurde der Trabant verschrottet: „Er ist aber noch ein paar Jahre gelaufen. Jetzt ist er weg. Alles zu seiner Zeit! Trabi ist ja kein Luxusgefährt (lacht) und man gewöhnt sich schnell an Luxus. Ich fahre jetzt einen Passat, Baujahr 1995, einen Kombi, das ist ja kein Vergleich.“

Andreas Holz vor seinem Trabi, der damit vor 25 Jahren nach Luxemburg gereist war.
Andreas Holz vor seinem Trabi, der damit vor 25 Jahren nach Luxemburg gereist war.
FOTO: HORST GÖTZ-SCHMITT

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