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Nach United-Vorfall: Passagier bereitet Klage gegen Airline vor
Panorama 13.04.2017

Nach United-Vorfall: Passagier bereitet Klage gegen Airline vor

Probleme mit Überbuchungen sollen künftig noch vor dem Einstieg der Passagiere in die Flugzeuge gelöst werden.

Nach United-Vorfall: Passagier bereitet Klage gegen Airline vor

Probleme mit Überbuchungen sollen künftig noch vor dem Einstieg der Passagiere in die Flugzeuge gelöst werden.
AFP
Panorama 13.04.2017

Nach United-Vorfall: Passagier bereitet Klage gegen Airline vor

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Für die Fluggesellschaft United Airlines ist der Vorfall auf dem Flug 3411 mit dem Rauswurf eines Passagiers noch längst nicht vorbei. United droht nun eine Klage.

(dpa) - Der rabiate Rauswurf eines Passagiers aus einem Flugzeug könnte die US-Fluggesellschaft United Airlines noch teuer zu stehen kommen. Der betroffene Passagier leitete Medienberichten zufolge erste Schritte für eine Klage gegen die Airline ein. Ein Anwalt des Mannes beantragte demnach vor einem Bezirksgericht im US-Staat Illinois die Sicherung aller Videos über den Vorfall sowie aller relevanten Dokumente.

Dies umfasse auch Cockpit-Aufzeichnungen sowie Personalakten der Mitarbeiter der zuständigen Luftfahrtbehörde, die den Mann aus dem Flugzeug holten. Folgen könnte dann eine mögliche Klage etwa auf Entschädigung. Solche Klagen enden in den USA häufig mit hohen Vergleichssummen.

United hatte am Sonntagabend auf dem internationalen Flughafen von Chicago den Mann aus der Kabine zerren lassen. Videos zeigen, wie ihn Sicherheitsleute über den Boden des Kabinengangs zum vorderen Ausgang des Flugzeugs schleifen. Dies hatte weltweit Empörung ausgelöst. Die Airline hatte den Flug 3411 von Chicago nach Louisville (Kentucky) überbucht und Passagiere gebeten, den Flieger wieder zu verlassen. Einer der Gründe war, dass eine United-Crew dringend an Bord sollte, weil sie für einen Flug am folgenden Morgen in Louisville eintreffen musste.

Die US-Fluggesellschaft will nun alle Passagiere des Flugs 3411 in Höhe des Preises ihrer Tickets entschädigen, wie ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. United-Vorstandschef Oscar Munoz hatte sich nach Kritik und Boykottaufrufen in sozialen Netzwerken ausführlich für den Vorfall entschuldigt. So etwas werde „nie wieder passieren“, hatte Munoz am Mittwoch dem Sender ABC gesagt. Er hatte außerdem eine Überprüfung des Falls angekündigt. Dazu gehöre, wie United künftig mit Überbuchungen von Flugzeugen umgehe.

Unterdessen kündigte der demokratische US-Senator Chris van Hollen laut Medienberichten eine Gesetzesinitiative an. Demnach soll es künftig Fluggesellschaften verboten werden, Passagiere zwangsweise aus einer überbuchten Maschine zu holen. Die Airlines sollten mögliche Probleme bei überbuchten Fliegern außerdem vor dem Einsteigen der Passagiere ins Flugzeug lösen.


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