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Mutmacher in schwierigen Zeiten
Panorama 10 Min. 28.03.2020

Mutmacher in schwierigen Zeiten

Trostspenderin für viele Gläubige: Die Madonna mit Kind in der Echternacher Basilika.

Mutmacher in schwierigen Zeiten

Trostspenderin für viele Gläubige: Die Madonna mit Kind in der Echternacher Basilika.
Foto: Michael Merten
Panorama 10 Min. 28.03.2020

Mutmacher in schwierigen Zeiten

Wir haben gefragt, Sie haben geantwortet - und uns Lieder, Gebete, Gedanken oder Zitate geschickt, die Ihnen in der aktuellen Situation Mut machen.

Liebe Leserinnen und Leser, 

in der vergangenen Woche hatten wir Sie dazu aufgerufen, uns Bibelzitate, Gedanken oder Gebet zu schicken, die Ihnen in der aktuellen Situation Kraft schenken. Viele von Ihnen sind diesem Aufruf gefolgt, dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Eine Auswahl der Zuschriften haben wir in der Zeitung veröffentlicht, weitere Gedanken finden Sie nun hier. 

  • Erennren un dat schéint Gebied am Magnificat war besonnech déi eeler Leit nach kennen. Seele Christi heilige mich…
  • Das Gebet: Unter deinem Schutz und Schirm  
  • Das Lied von Dietrich Bonnhöfer, das er kurz vor seinem Tod in nationalsozialistischer Haft schrieb: "Von guten Mächten treu und still umgeben." 
  • In dieser Zeit geht mir jeden Tag das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer durch den Kopf. Schon oft haben seine Zeilen mir Kraft gegeben und mir einen Sonnenstrahl Hoffnung gegeben. Im Leben Bonhoeffers bewundere ich seinen Mut und seine Zuversicht. 

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer (1906 – 1945), lutherischer Theologe und NS-Opfer
  • Ei’s le’f Mamm ass do fir ei’s we’nach emmer ass Sie ei’s Beschuetzerin an allem.  
  • An allen schwéieren Liewenssituatiounen an Suergen hat ech ëmmer Vertrauen an d’Muttergottes. Si huet mir Kraaft a Vertrauen gin.
  • Ech si Koschter hei am Duerf a loossen d’Kierch opgespaart… ville Leit, besonnesch eeler Leit, sollen dohinner dierfe goën… natierlich sollen sie Ofstand halen. Et sin och ëmmer Leit, déi Käerzen umaache kommen.
Auch - oder gerade- in Krisenzeiten zünden Menschen gerne Kerzen an
Auch - oder gerade- in Krisenzeiten zünden Menschen gerne Kerzen an
Foto: Michael Merten
  • Aus der Enzyklika "Laudato Si": "Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert, mit deiner Zärtlichkeit umschliesst, giesse uns die Kraft deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten. Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und Schwestern Leben und niemandem schaden. Gott der Armen, hilf uns, die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind in deinen Augen, zu retten. Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung. Rühre die Herzen derer an, die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen und der Erde. Lehre uns, den Welt von allen Dingen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten; zu erkenne, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen, auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht. Danke, dass du alle Tage bei uns bist. Ermutige uns bitte in unserem Kampf für Gerechtigkeit und Frieden." Gott huet ons eng wonnerbar Äerd geschenkt, Mënschheet hut se net wn éieren gehallen. Dës Gebied all Dag liesen, datt Äerd erem zu rou gënnt.

In den Widrigkeiten des Augenblicks, die Ereignisse nicht tatenlos hinnehmen, sondern in Gott mit ihnen etwas Neues entstehen lassen.

Frère Roger von Taizé
  • Mehr Zeit zu Hause ist für Claudette Zeimes mehr Zeit für eine besondere Leidenschaft: Das Ikonenschreiben. "Ikonen zu schreiben ist Ausdruck meines Glaubens. Ikonen sind gemalte Gebete", sagt die 66-jährige Vorschullehrerin aus Hüncheringen. Seit 2005 schreibt sie Ikonen und gibt dazu auch Kurse in Luxemburg. Nach alter Tradition werden die Motive seit mehr als 1.000 Jahren immer wieder abgeschrieben. Gemalt wird auf Holzplatten, die mit Kalk beschichtet sind. Ikonen würden in der Stille gemalt, verrät Zeimes, "also ist diese Corona-Zeit sehr günstig". Mit Eigelb und Wasser rührt sie Farbpigmente an. Bei ihrer kontemplativen Arbeit stößt Zeimes auf Texte, die in diese Zeit passen, wie sie sagt. Vor allem die Psalmen geben ihr Kraft. Etwa Psalm 68, in dem es heißt: "Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag! Gott trägt uns, er ist unsere Rettung." (mer)
Claudette Zeimes schreibt schon seit langer Zeit Ikonen
Claudette Zeimes schreibt schon seit langer Zeit Ikonen
Ikonen: Claudette Zeimes
  •  Viele fragen sich, wohin soll ich mich in diesen bedrohlichen Tagen wenden, in denen wir auch noch auf Sozialkontakte verzichten müssen. Dabei würde es guttun, mit anderen zu sprechen. Doch wir können nicht ständig am Telefon oder in WhatsApp hängen. Ich habe schon immer Ikonen sehr geschätzt. Aber in dieser beunruhigenden Zeit begleitet mich die älteste Christusikone, die aus dem 6. Jahrhundert stammt und im Katharinenkloster auf dem Sinai aufbewahrt wird. Besonders das Gesicht ist mir Trost und Halt. Was drückt es aus? Christus sieht mich unmittelbar, aufmerksam und mit großen Augen an. Sein Blick ruht auf mir und gibt mir die Zuversicht, dass er, der selbst furchtbare Stunden erlebt hat, uns nicht alleine lässt. Er ist da und er bleibt dabei, auch wenn es schwer wird. Interessanterweise sind die beiden Gesichtshälften sehr unterschiedlich gestaltet. Die rechte Seite ist ruhig gehalten, der Blick richtet sich auf mich. Die linke ist lebendiger, die Augenbraue ist auffallend hochgezogen, so wie wir es reflexartig machen, wenn wir jemanden begrüßen. Vor allem ist die eine Gesichtshälfte lichtvoller als die andere. Auch in dunklen Zeiten gibt es lichte Momente. Mir kommt in den Sinn, dass meine Mutter in ausweglos erscheinenden Situationen zu sagen pflegte: Immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Dieses Hoffnungslicht wird für mich hier an Christus deutlich, der in dieser Ikone versinnbildlicht: Ich bin da und bleibe bei euch alle Tage! (Wolfgang Fleckenstein)  
  • Ich fühle mich gar nicht isoliert, sondern, aus der Kraft die Gott gibt, spüre ich die tägliche Einladung, für die vielen Menschen zu beten, die vom Leid der Pandemie hart betroffen sind, damit sie erfahren dass sie nicht allein sind, sondern dass Gott sie liebt. Dazu gehören die heroischen Ärzte, die unermüdlichen Krankenschwestern, Polizeibeamte, und auch die vielen Wissenschaftler und Virologen, die mt ganzem Herzen nach einem Wirkstoff gegen Coronavirus forschen. Gott ist diese Quelle: er lässt Dich niemals allein oder getrennt. Gott geht mit Dir, wohin Du auch gehst. In tiefer Solidarität, bete ich auch für die Heilung der Welt, dass sie die Augen öffnet, was der Heilige Geist uns zeigen will und was wir umsetzen könnten, in allen Bereichen, kollektiv und individuell, durch und nach dieser weltweiten Pandemie. Eine andere Welt ist möglich, wo wir solidarischer, kollektiver handeln, und dass die Welt eine zur Einheit berufene Menschheit beherbergt, wo Konflikte, Armut, Hunger, Rassismus, Ausbeutung, Umweltverachtung keinen Platz haben.
  • Was mir in diesen Tagen Halt gibt: Glaube und Gebet, Kontakt über E-Mail, SMS, Telefon mit Familie, Freunden und Bekannten, Gartenarbeit uä. Glaube und Gebet: Dankbarkeit für die guten kirchlichen Glaubensangebote über Internet: cathol.lu (Übertragung Sonntagsmesse aus Brouch), KTO, Jour du Seigneur, Internetseiten unterschiedlicher Bistümer wie zum Beispiel Wien, Lektüre der Bibeltexte vom jeweiligen Tag, Rosenkranzgebet mit meinem Mann am Abend in der Stube, Wichtige Bibeltexte: Ps130; Ps23; Röm 8, Wichtige Gebete: Herzensgebet und Rosenkranz, stilles Verharren, Wichtige Lieder: Wer unterm Schutz des Höchsten geht, Wie unsre Väter flehten, Klagt in Leid, Dans nos obscurités, Adoramus te Domine, Meine Zeit steht in deinen Händen, Musik: Bach - Mathäuspassion ea; Mendelssohn - Wie der Hirsch schreit,... Arvo Pärt …

Immanuel - Gott mit uns. Gestern - heute - morgen

  • Prayer! I pray that what the enemy meant for evil You Lord will turn it for Your Good! May revival break out throughout the world,help the helpless, the sick from this virus,that they all will give glory to Your goodness and Your mercy in Jesus mighty ...
  • Es gabt nie eine vergleichbare Situation wie die Corona-Pandemie. Da ich zu Hause im Home-Office bin, nutze ich die freie Zeit zur Besinnung in der Fastenzeit: Wer bin ich? Wie kann ich in meinem Leben mit meinen Talenten der Gemeinschaft dienen? Liebe ich Gott mit ganzem Herzen und ganzer Seele und den Nächsten wie mich selbst? Wie kann ich die Seligpreisungen leben, die Papst Franziskus als 'Personalausweis des Christen' bezeichnet? Setze ich im Leben und Sterben meine Hoffnung auf Jesus Christus allein. Ein Bibelzitat nehme ich mir zu eigen: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis. Aber habt Mut: Ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33). Was mich staunt, ist die gute Ausrüstung mit Informations- und Kommunikationstechnologien, die es erlaubt, angesichts des Verschwindens der Volkskirche mich mit anderen Christen übers Netz verbinden zu können. Noch nie habe ich in cathol.lu die Messen, den Angelus, die eucharistische Anbetung und das Rosenkranzgebet online mitverfolgen können. Über vaticannews.va kann ich die Frühmessen von Papst Franziskus in der Santa Marta Kapelle mitverfolgen, zu denen ich physisch keinen Zugang habe. Die Vorgänger von Papst Franziskus hatten ihre Messen zuvor in der päpstlichen Privatkapelle zelebriert. Ich hoffe, die online-Messen in der Notzeit mitzubekommen und nach dem Ende der Krise wieder wie gewöhnlich in der Kirche die Messen mitfeiern kann. (Jacques Bruch)

Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.

(Mt 28, 16-20)
  • "Chacun pour soi et Dieu pour tous", sagt ein französisches Sprichwort. In diesen Tagen scheint sich dies zu bewahrheiten. Jeder ist gehalten, für sich allein zu bleiben, aber Gott ist für alle da; Er lässt keinen allein. Wir haben das Glück, zu zweit zu sein. So setzen wir uns jeden Morgen zusammen, um Gott mit unsern Liedern und im freien Gebet zu loben. Wir nehmen Gottes Wort, die Bibel, und sagen Gott, was Er uns alles versprochen hat und wir nehmen es für uns in Anspruch. Besonders der Psalm 91, mit Vertrauen gebetet, gibt viel Kraft. Wir beten, mit Hilfe des Rosenkranzes, für alle, die wir kennen und für die wir Verantwortung tragen. Von König David heisst es, dass der Herr, sein Gott, ihm Kraft und Mut gab (1 Samuel 30, 6c). Diese Kraftquelle ist auch heute noch nicht versiegt: wir müssen sie nur anzapfen. Im Alten Testament und in der Apostelgeschichte finden wir so viele Berichte, wie Gott sein Volk aus Bedrängnis und Not herausgeführt hat; sollte Er heute dazu nicht mehr fähig sein? Paulus schreibt an seinen Schüler Timotheus. "Jede von Gott eingegebene Schrift ist nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit (2 Tim 3,16)." Und wir möchten hinzufügen: sie ist auch nützlich zum Aufbauen, zum Ermutigen und zum Stärken. Am Sonntag nach der Lesung sagen wir: "Wort des lebendigen Gottes"; dieses Wort nehmen wir im Glauben an und das gibt uns Ruhe, Frieden, Kraft, Mut und Hoffnung. Nach dem allmorgendlichen Gebet und des Lesens der Heiligen Schrift gehen wir an die Arbeit. Auch wenn wir nicht mehr draussen arbeiten, im Haushalt gibt es immer etwas zu tun. Ein ganz wichtiger Bestandteil unseres Tages ist auch das Telefonieren geworden: Freunde und Bekannte anrufen, um mit ihnen ... nicht über das Corona-Virus zu reden, sondern ihnen Mut zuzusprechen, mit ihnen den einen oder andern Bibeltext zu teilen und sie so aus ihrer Isolation herauszunehmen. So sind wir vom Morgen bis zum Abend beschäftigt und es kommt keine Langeweile und Spannung auf. Wir wünschen jedem diesen Halt in Gottes Wort, eine lebendige und vertrauensvolle Beziehung zu Jesus Christus, und die Gegenwart des Heiligen Geistes. Und natürlich: Bleiben Sie gesund! (Jacqueline und René Galles)

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Johannes 14,6
  • Was gibt mir in dieser schwierigen Zeit Halt? Meine Familie; Eine relativ gute Gesundheit zu haben. Wir leben auf dem Land. Ich kann relativ gut verzichten. Wir halten uns an den Beschluss, wenig "Außenkontakt" zu haben. Solidarität zu den schwerkranken Leuten. Kreativität. Soziale Medien – informative wie auch spirituelle Texte. Wir haben das große Glück, nicht in einem Kriegsgebiet zu leben, kein verschmutztes Trinkwasser zu haben, nicht in einem Erdbeben- oder Hochwassergebiet… zu leben. Deshalb hoffe ich, dass alle Staaten sich daran halten, Außenkontakt so gut es geht, zu meiden… Solidarität und Respekt wird verlangt. Ich hoffe auch sehr, dass die Politiker umsichtiger werden für Flüchtlinge aus Krisengebieten. Für die Menschen, die ausgebeutet werden - Kinderarbeit, Prostitution, die Leute, die auf Müllhalden ihr Brot verdienen müssen.
  • Meng léifste Bibelsprëch sin: "Der Herr ist mein Heil, er führt mich an Wasser des Lebens." "Seht ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Zeit."An och nach de Psalm 23 (22) 1 -3.4.5.6: "Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen."

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