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München rüstet sich fürs Oktoberfest: „Auf eine friedliche Wiesn“
Panorama 2 Min. 16.09.2016

München rüstet sich fürs Oktoberfest: „Auf eine friedliche Wiesn“

 „O'zapft is“ - für eine Maß Bier müssen Wiesn-Besucher in diesem Jahr bis zu 10,70 Euro zahlen.

München rüstet sich fürs Oktoberfest: „Auf eine friedliche Wiesn“

„O'zapft is“ - für eine Maß Bier müssen Wiesn-Besucher in diesem Jahr bis zu 10,70 Euro zahlen.
Foto: REUTERS
Panorama 2 Min. 16.09.2016

München rüstet sich fürs Oktoberfest: „Auf eine friedliche Wiesn“

Der Countdown läuft. München rüstet sich für das Oktoberfest. Bier, Fahrgeschäfte, Blaskapellen. Alles wie immer. Nur eben unter strengeren Sicherheitsvorkehrungen. Trotz Terrorangst wollen die Münchner unbeschwert feiern.

(dpa/ta) - Bierzelte, Riesenrad, die Achterbahn mit dem Olympia-Looping, darüber Sonne und wolkenlos blauer Himmel. Kurz vor der Eröffnung präsentiert sich das Oktoberfest wie aus dem Bilderbuch. Seit Tagen sind Münchner in Dirndl und Lederhose unterwegs, um sich bei Wiesn-Warm-ups in Stimmung zu bringen. Von Samstag an werden sie hier mit Besuchern aus aller Welt, zwei Wochen lang feiern.

Auf dem Wiesn-Gelände sind kurz vor dem Anstich Gabelstapler unterwegs, Biertische liegen zusammengeklappt hinter einem Zelt. Alles wie jedes Jahr - fast. Wenn Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auf dem größten Volksfest der Welt am Samstag das erste Fass Bier anzapft und das Fest mit dem traditionellen Ruf „Ozapft is! Auf eine friedliche Wiesn“ eröffnet, hat das einen besonderen Klang. Denn diesmal waren Sicherheit und Terrorangst das beherrschende Thema.

Die Stadt hat deswegen ihr Sicherheitskonzept rund um das Oktoberfest verschärft. „Wir haben alles getan, was erforderlich und angemessen ist“, sagt Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) am Donnerstag beim traditionellen Rundgang. Der Charakter dieses größten und schönsten Volksfestes ändert sich nicht.“

Neuer Zaun

Ganz richtig ist dies nicht, denn verborgen hinter den Zelten am westlichen Rand des Geländes stehen metallene Boxen mit dem aufgerollten Maschendrahtzaun. Er schließt einen letzten offenen Bereich. Erstmals in der mehr als 200-jährigen Geschichte des Volksfestes wird das Festareal vollständig abgesperrt sein. Ordner sollen dafür sorgen, dass sich der Zaun bei Gefahr binnen 50 Sekunden öffnet. An den Zugängen wird es schärfere Kontrollen geben als bisher; große Taschen und Rucksäcke sind verboten. 450 Ordner, fast doppelt so viele wie im Vorjahr, hat die Stadt engagiert. Die Polizei schickt hundert Beamte mehr.

Dabei kreieren diese Maßnahmen auch neue Herausforderung. Bis zu 500 000 Menschen schieben sich an manchen Tagen über das rund 30 Hektar große Areal.  Wenn das Volksfest am Samstag startet, wird sich erst zeigen, ob die Ordner die Zugangskontrollen meistern, ohne dass es endlose Schlangen gibt. Und wie gut die Gepäckaufbewahrung funktioniert, wenn am Abend auf einen Schlag Tausende Menschen ihre Taschen zurück haben wollen.

Wiesn wie immer

Ohne Preisaufschlag kann all dies nicht finanziert werden glauben die Veranstalter. „Dass das Oktoberfest keine Billigveranstaltung sein kann, ist klar“, sagt Wirt Roiderer. „Alle Kosten, die mehr anfallen, schlagen sich auf die Preise von Produkten nieder.“ Zum Beispiel auf die Maß Bier, die dieses Jahr 10,40 bis 10,70 Euro kostet.

Politiker, Trachtler, Kabarettisten und andere Prominente haben trotzdem dazu aufgerufen, sich nicht von einem Besuch abhalten zu lassen - mit Erfolg. Für Wirte-Sprecher Toni Roiderer ist es eine Wiesn wie immer. Stornierungen habe es nicht mehr gegeben als sonst auch. „Drei Tische haben wir mittags zurück bekommen - und dafür 150 Anfragen für den Abend."


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