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„Meilenstein“ der Raumfahrt: US-Sonde „Osiris Rex“ besucht Asteroiden "Bennu"
Panorama 3 Min. 09.09.2016

„Meilenstein“ der Raumfahrt: US-Sonde „Osiris Rex“ besucht Asteroiden "Bennu"

Die Mission zum Asteroiden Bennu begann mit einem Traumstart.

„Meilenstein“ der Raumfahrt: US-Sonde „Osiris Rex“ besucht Asteroiden "Bennu"

Die Mission zum Asteroiden Bennu begann mit einem Traumstart.
Foto: AFP
Panorama 3 Min. 09.09.2016

„Meilenstein“ der Raumfahrt: US-Sonde „Osiris Rex“ besucht Asteroiden "Bennu"

Eines Tages könnte "Bennu" der Erde gefährlich nahe kommen. Das Risiko ist zwar gering, trotzdem will die Nasa den Asteroiden ganz genau erforschen. Deswegen hat sich die Sonde „Osiris Rex“ jetzt auf den Weg gemacht.

(dpa) - Klatschen und Jubel im Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Ohne jede Komplikation und unter strahlendblauem wolkenlosen Himmel ist die Sonde „Osiris Rex“ als erster US-amerikanischer Flugkörper zu einem Asteroiden aufgebrochen, von dem sie eine Probe zurückschicken soll. „Alles ist glatt gelaufen“, sagt Nasa-Manager Tim Dunn nach dem Abheben der etwa 19 Gebäudestockwerke großen „Atlas“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral am Donnerstagabend (Ortszeit). „Perfektes Wetter, perfekter Start - ein Traum für einen Raketenstart-Manager.“

Rund eine Stunde nach dem Start löst sich „Osiris Rex“ dann hoch im Weltall über der Westküste Australiens auch erfolgreich von seinem Transporter. „Die Sonde funktioniert selbstständig und wir kommunizieren mit ihr“, sagt Nasa-Manager Geoffrey Yoder und strahlt. „Alles funktioniert, das ist ein großartiger Tag für die Raumfahrt.“ Nasa-Chef Charles Bolden spricht von einem „Meilenstein“.

Mehr als 650 Millionen Kilometer muss „Osiris Rex“ (die Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) nun zurücklegen, um den Asteroiden "Bennu" zu erreichen. 2018 soll es soweit sein.

Die Atlas V Rakete startete von der Air Force Station in Cape Canaveral, Florida, aus.
Die Atlas V Rakete startete von der Air Force Station in Cape Canaveral, Florida, aus.
Foto: AFP

2020 soll die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde sich Bennu dann soweit nähern, dass sie eine Probe von mindestens 60 und bis zu 2000 Gramm aufsaugen kann. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren. Bereits 2005 war die japanische Raumsonde „Hayabusa“ auf einem solchen Himmelskörper gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Ein gewisses Restrisiko

Der tiefschwarze Asteroid "Bennu" mit einem Durchmesser von 500 Metern könnte der Erde in mehr als 150 Jahren gefährlich nahe kommen. Auch wenn das Risiko sehr gering ist, zählt die Nasa "Bennu" zu den gefährlichsten der derzeit bekannten Asteroiden. Mit fünf wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras soll die vom US-Unternehmen Lockheed Martin gebaute Sonde „Osiris Rex“ Bennu ausgiebig untersuchen. Von der rund eine Milliarde Dollar teuren Mission erhoffen sich die Nasa-Wissenschaftler Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

„Der Start war schon einmal großartig“, sagt Nasa-Manager James Garvin. „Die Mission ist so aufregend - manche sagen, "Bennu" ist besser als Beyoncé. Aber bislang haben wir noch gar nichts gesehen. Wir müssen ja noch einen ganzen Asteroiden analysieren. Macht euch bereit!“

Asteroiden und Asteroiden-Missionen

Die Erforschung von Asteroiden dient nicht nur dazu, die Entstehung unseres Planetensystems zu verstehen. Etliche Asteroiden könnten auch der Erdumlaufbahn gefährlich nahe kommen. Ein Überblick über die wichtigsten Missionen der vergangenen 20 Jahre:

  • „NEAR Shoemaker“, 1996: Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt gelang es der US-Weltraumagentur Nasa im Jahr 2001, auf einem Asteroiden zu landen. Ein kontrollierter Absturz, denn die Sonde von der Größe eines Autos besaß noch keine Landeinstrumente. Dass sie den Aufprall überstehen würde, hatten Experten bezweifelt. Nach ihrer Landung sendete sie dann sogar Daten zur Erde.
  • „Deep Space 1“, 1998: Die Sonde startete vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral zum Asteroiden mit dem späteren Namen Braille. In einem Abstand von nur 16 Kilometern zeichnete die Sonde im Jahr 1999 Daten über den Himmelskörper auf und schickte sie zur Erde.
  • „Hayabusa“, 2003: Die ersten Bodenproben, die auf einem Asteroiden (25143 Itokawa) je eingesammelt wurden, brachte die japanische Sonde 2010 zur Erde. Der Rückflug war von technischen Problemen überschattet, die Mission aber dennoch erfolgreich.
  • „Dawn“, 2007: Die Nasa-Raumsonde besuchte zunächst den Asteroiden Vesta. Das Kamerasystem ermöglichte den Experten einen Blick auf dessen Krater und Berge. 2011 ging es weiter auf die Reise zum Zwergplaneten Ceres, den „Dawn“ 2015 als erster Flugkörper erreichte.

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