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Mehr als nur Schimanski
Panorama 2 Min. 23.07.2018

Mehr als nur Schimanski

Horst Schimanski (Götz George, l.) und Frieder Schoen (Klaus Wennemann) im "Tatort"-Krimi "Freunde"

Mehr als nur Schimanski

Horst Schimanski (Götz George, l.) und Frieder Schoen (Klaus Wennemann) im "Tatort"-Krimi "Freunde"
Foto: WDR
Panorama 2 Min. 23.07.2018

Mehr als nur Schimanski

Das Fernsehen würdigt den 80. Geburtstag des verstorbenen Götz George einen kompletten Themenabend lang mit einer Auswahl seiner Filme.

von Cornelia Wystrichowski

Raubeinig, hemdsärmelig und immer ein Schimpfwort auf den Lippen: Für die meisten Zuschauer ist der Name Götz George (1938–2016) untrennbar mit dem Duisburger "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski verbunden. Dass George aber weit mehr war als nur Schimmi, belegt die Filmauswahl, mit der das Fernsehen nun an den Star erinnert: Heute würde der vor zwei Jahren verstorbene Starschauspieler seinen 80. Geburtstag feiern – aus diesem Anlass werden an diesem Tag zahlreiche Krimis, TV-Dramen und Komödien Georges wiederholt. Darunter sind natürlich auch einige Krimis mit dem Ruhrpott-Kommissar Schimanski, der die deutsche Krimilandschaft bei seinem Debüt 1981 revolutionierte.

Der ARD-Digitalsender One widmet dem Ausnahmeschauspieler heute einen kompletten Themenabend. Zum Auftakt läuft um 20.15 Uhr das Drama "Besondere Schwere der Schuld" aus dem Jahr 2014, einer der letzten Filme, die George drehte, bevor er sich ins Privatleben zurückzog. Der Schauspieler verkörpert darin einen entlassenen Sträfling, der lange wegen Mordes hinter Gittern saß und nun beweisen will, dass er unschuldig ist.

Um 22 Uhr folgt der Krimi "Tatort: Zahn um Zahn", der erste Kinoausflug von Horst Schimanski aus dem Jahr 1985, der damals 2,7 Millionen Zuschauer an die Kasse lockte – zum Vergleich: Til Schweigers "Tatort: Off Duty" zog nur 280 000 Fans ins Kino. Vor dem Film ist ein 15-minütiges Interview mit Götz George zu sehen, in dem der Darsteller über die besonderen Produktionsbedingungen des Leinwand-"Tatorts" spricht. Um 23.35 Uhr steht Schimmis zweites Kinoabenteuer auf dem Programm, der Krimi "Zabou", der seinerzeit aber als langweilig kritisiert wurde.

Meilenstein des deutschen Films

Von einer ganz anderen Seite ist Götz George in der Liebeskomödie "Alpenglühen" aus dem Jahr 2003 (12.30 Uhr, MDR) zu erleben, in der er als hanseatischer Kavalier glänzt, der einer von Christiane Hörbiger gespielten Almbäuerin den Hof macht. Auch einer von Georges wichtigsten Filmen ist heute Abend (22.10 Uhr, WDR) zu sehen: Die legendäre Satire "Schtonk!", in der Helmut Dietl 1991 den Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher aufs Korn nahm. George verkörpert darin einen Skandaljournalisten, der die gefälschten Tagebücher für eine Illustrierte erwirbt – der Erfolg steigt ihm so zu Kopf, dass er an der Seite einer Nichte des Nazi-verbrechers Hermann Göring dessen pompösen Lebensstil imitiert: ein Meilenstein der deutschen Filmgeschichte.

"Der Deutschen liebster Schnauzer", so wurde Götz George in der Presse mitunter salopp genannt. Privat galt der Star als scheu und sensibel, Interviews mit ihm waren bei Journalisten gefürchtet. Als Schauspieler war er jedoch eine Urgewalt. Davon kann man sich unter anderem auch in dem Doku-Drama "George" (23.55 Uhr, WDR) ein Bild machen, in dem Götz George seinen eigenen Vater darstellt: George kam 1938 in Berlin als Sohn der Schauspielerin Berta Drews und des Schauspielers Heinrich George zur Welt, der wegen seiner Tätigkeit während der NS-Zeit umstritten ist.

Auf dem Programm steht heute Abend außerdem der Krimi "Tatort: Gebrochene Blüten" (22.15 Uhr, RBB), in dem Ralf Moeller seine erste kleine Fernsehrolle hatte, und der Thriller "Die Katze" (23.45 Uhr, NDR) aus dem Jahr 1988 mit Gudrun Landgrebe. Fans von Götz George, der am 19. Juni 2016 im Alter von 77 Jahren nach kurzer Krankheit starb, werden auch nach dem Geburtstag im Programm fündig. So würdigt das Erste den Mann, der eben nicht nur Horst Schimanski war, am 25. Juli (20.15 Uhr) mit dem gesellschaftskritischen Drama "Zivilcourage".


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