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Maroon 5 im Super-Bowl-Dilemma
Hollywood 2017: Adam Levine (3.v.l.) mit seiner Band Maroon 5.

Maroon 5 im Super-Bowl-Dilemma

AFP
Hollywood 2017: Adam Levine (3.v.l.) mit seiner Band Maroon 5.
Panorama 02.02.2019

Maroon 5 im Super-Bowl-Dilemma

Eigentlich ist ein Auftritt beim Super Bowl für US-Musiker wie ein Sechser im Lotto. Wäre das Spektakel nur nicht so politisch aufgeladen.

(dpa) - Mit ihrem Auftritt in der Halbzeitshow beim Super Bowl steht die Popband Maroon 5 am Sonntagabend (Ortszeit, etwa 2.30 Uhr am Montag MEZ) vor Millionen Zuschauern auf der Bühne. Ihr Auftritt beim Football-Spiel zwischen den New England Patriots und den Los Angeles Rams wird überschattet von der Kontroverse um Quarterback Colin Kaepernick und Proteste innerhalb der Liga NFL. Diese drehen sich um die Unterdrückung von Schwarzen und Polizeigewalt.


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Pink-Floyd-Mitgründer Roger Waters forderte Maroon 5 dazu auf, während ihres Auftritt beim Super Bowl am Sonntag im Protest niederzuknien. Die Aktion solle ein Zeichen der Solidarität für den Football-Spieler Colin Kaepernick sein, schrieb der 75-Jährige bei Facebook. Maroon 5 sollten niederknien „für jedes Kind, das auf diesen harten Straßen erschossen wird, für alle trauernden Mütter, Väter, Brüder und Schwestern“, schrieb Waters.

Kaepernick hatte vor zweieinhalb Jahren einen ligaweiten Protest gegen die Unterdrückung von Schwarzen und Polizeigewalt begonnen. Seit zwei Jahren wurde der Quarterback von keinem Team mehr unter Vertrag genommen.


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Maroon 5 stehe nun vor der Wahl, sich diesem Protest anzuschließen, schrieb Waters. Die fünfköpfige Popband aus Los Angeles täte „das Richtige“, auch wenn sie sich mit so einer Aktion viele Feinde machen würde. Waters postete dazu ein Video, das ihn und seine Band bei einem vergleichbaren Protest in Connecticut im Herbst 2017 zeigt.


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