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Mark Forster: „Bei uns wird niemand vorgeführt“
Panorama 2 5 Min. 11.09.2019

Mark Forster: „Bei uns wird niemand vorgeführt“

Nicht nur die Brille ist ein Muss: Laut eigener Aussage besitzt Mark Forster Hunderte Baseball-Kappen, unter denen er sein immer dünner und grauer werdendes Haupthaar versteckt.

Mark Forster: „Bei uns wird niemand vorgeführt“

Nicht nur die Brille ist ein Muss: Laut eigener Aussage besitzt Mark Forster Hunderte Baseball-Kappen, unter denen er sein immer dünner und grauer werdendes Haupthaar versteckt.
Foto: Jens Koch
Panorama 2 5 Min. 11.09.2019

Mark Forster: „Bei uns wird niemand vorgeführt“

Der deutsche Popstar Mark Forster spricht im Interview über die neue Staffel von „The Voice of Germany“, die Karrierechancen der Gewinner und den Jakobsweg.

Interview: Cornelia Wystrichowski

Bei der Castingshow „The Voice of Germany“ dreht sich auch in der neuen Staffel erneut das Personalkarussell: Gleich mehrere Coaches haben ihre Sessel geräumt, nur Mark Forster bleibt an Bord, wenn am 11. September um 20.15 Uhr auf ProSieben neue Folgen der populären Castingshow starten. Gemeinsam mit den Musikern Sido, Rea Garvey und Alice Merton als neuen Juroren sucht der 35-Jährige nach dem besten Sänger oder der besten Sängerin – die vorige Staffel hatte der Student Samuel Rösch gewonnen, dessen großer Durchbruch bislang aber ausblieb.

Mark Forster, in der neuen Staffel von „The Voice of Germany“ müssen alle Jury-Sessel außer Ihrem neu besetzt werden. Was ist denn da passiert?

Tja, ich habe eben alle anderen gezielt vergrault, aber leider werden sie ja jetzt von neuen Coaches ersetzt. (lacht) Nein, Spaß beiseite: Ich habe die anderen natürlich nicht vergrault, ich habe die Jungs von den Fantastischen Vier geliebt, auch Michael Patrick Kelly und sogar Yvonne Catterfeld habe ich ins Herz geschlossen, aber ich freue mich auch über die neuen Kollegen. Es ist eine sehr coole Runde in diesem Jahr.

Unter anderem ist Rapper Sido dabei, mit dem Sie schon mehrere Songs aufgenommen haben. Haben Sie ihn an Bord geholt?

Ich habe auf jeden Fall ordentlich Werbung für ihn gemacht, weil ich weiß, dass er ein absoluter Musikfachmann ist und auch sehr lustig. Er ist außerdem jemand, der seine Meinung sagt. Ich bin superfroh, dass er dabei ist.

„The Voice“ hat einen besseren Ruf als viele andere Castingshows im Fernsehen …

Bei uns stehen die Musik und die Stimme im Vordergrund, nicht das Aussehen oder andere Dinge. Es wird super respektvoll mit den Talenten umgegangen und es wird niemand vorgeführt oder lächerlich gemacht. Ich habe auch das Gefühl, dass gerade die Talente, die am besten singen und Musik am ernstesten nehmen, zu „The Voice of Germany“ kommen. Die Show steht einfach für Qualität.

Die neue Jury: Rea Garvey, Sido, Alice Merton und Mark Forster (v.l.n.r.).
Die neue Jury: Rea Garvey, Sido, Alice Merton und Mark Forster (v.l.n.r.).
Foto: SAT.1/ProSieben/André Kowalski

Zuletzt wurde die Sendung aber dafür kritisiert, dass das drollige Kabbeln unter den Juroren zu sehr im Mittelpunkt stand. Soll die Musik in der neuen Staffel wieder stärker im Vordergrund stehen?

Auf jeden Fall. Alle Coaches meinen es ernst damit, jemanden zu finden, mit dem man nach der Sendung eine Karriere starten kann. Wir sind, glaube ich, die kritischste und schwierigste Coachbesetzung, die es je gab. So schwer wie dieses Jahr war es noch nie, den Sprung von den Blind Auditions in die Phase mit den Battles zu schaffen und ich glaube, die musikalische Qualität ist diesmal sehr hoch.

Die wenigsten Sieger von „The Voice of Germany“ sind bislang so richtig durchgestartet. Woran liegt das?

Das Missverständnis in den letzten Jahren war, dass man als Gewinner der Show quasi die Abkürzung nimmt und sofort ein Superstar ist. Das ist natürlich Quatsch. Aber die Teilnahme bei „The Voice“ kann ein Türöffner und ein guter Einstieg sein in die Musikwelt. Wenn man bereit ist, danach viel zu arbeiten und zu investieren, kann es zeitverzögert klappen, so wie bei Max Giesinger und Michael Schulte. Die beiden haben „The Voice“ zwar nicht gewonnen, aber sie haben es in die Liveshows geschafft und danach eine Karriere gestartet.


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Was ist Ihr wichtigster Ratschlag für die Kandidaten?

Man muss das Ganze als schönes Abenteuer nehmen, als spannende Reise – und als Angebot. Das Feedback, das man von uns Coaches und unseren Teams bekommt, ist immer total konstruktiv und da kann man eine Menge lernen.

Vor welchen Herausforderungen stehen junge Musiker heute?

Die ganze Welt hat sich extrem verändert durch die sozialen Medien und dadurch, dass man Musik nicht mehr auf einem Tonträger kaufen muss, sondern auf YouTube oder bei Streamingportalen wie Spotify hören kann. Früher musste ein junger Künstler Musik auf Kassette aufnehmen oder eine CD brennen, heute hat jeder auf seinem Laptop ein Musikprogramm, mit dem er schon vernünftige Produktionen machen kann. Das ist zwar total geil, weil jeder den Zugang hat, aber die Konkurrenz wird dadurch unermesslich groß. Man muss schon etwas Besonderes machen, um da noch herauszustechen.

Und sich zum Beispiel ein Markenzeichen zulegen, so wie Sie die Baseballkappen. Tun Sie Ihren Fans in der neuen Staffel mal den Gefallen und zeigen sich ohne Kopfbedeckung?

Natürlich nicht, dann würde ich wie Dracula im Sonnenlicht zu Staub zerfallen. (lacht) Wenn ich mein Käppi absetze und eine andere Brille aufsetze, dann erkennt mich nämlich keiner, wenn ich einkaufen oder zum Bahnhof gehe. Das ist für mein Leben sehr nützlich und das will ich mir natürlich nicht selber wegnehmen.

Dass Sie mal ein Star werden, war Ihnen nicht in die Wiege gelegt. Sie haben zunächst BWL studiert und dann beim Pilgern beschlossen, Musiker zu werden.

Ich bin den Jakobsweg gegangen und habe dort über ganz viele Sachen nachgedacht. Dort habe ich den Entschluss gefasst, dass ich es mal probieren will mit der Musik, dass ich da Zeit und Muße investieren und es angehen will.

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Was ist vom Abenteuer Jakobsweg hängen geblieben?

Ich habe mich durch das Pilgern ganz schön verändert. Das Offensichtliche, was übrig geblieben ist, das ist natürlich mein Bart – den trage ich seitdem. (lacht) Ich habe damals aber auch gelernt, dass es gut ist, sich Zeit für sich zu nehmen. Für mich war beim Pilgern ja der spirituelle Aspekt nicht das große Ding, sondern die Tatsache, sechs Wochen weg zu sein vom Alltag und nichts zu tun zu haben, außer jeden Tag 30 Kilometer zu spazieren.

Bei „The Voice“ sind Sie Juror und Coach – könnten Sie sich auch vorstellen, mal eine eigene Show zu moderieren?

Ich sehe mich in erster Linie als Musiker, der Lieder schreibt, Konzerte spielt und so. Ich bin gerne im Fernsehen, aber es müssen schon Formate sein, die was mit Musik zu tun haben und da gibt es meines Erachtens nur zwei gute im Fernsehen: „Sing meinen Song“ und „The Voice“ – und beim einen war ich, beim anderen bin ich.

Sie sind in der Nähe von Kaiserslautern aufgewachsen, leben aber seit Jahren in Berlin. Was verbindet Sie noch mit Ihrer Heimat?

Ganz viel natürlich, allen voran meine Familie und meine Freunde. Ich bin zwar nicht oft daheim, weil ich so weit weg wohne, aber ich bin viel unterwegs als Musiker, auch dort in der Ecke, und immer wenn ich es irgendwie verbinden kann, fahr ich zu Hause vorbei. Und natürlich verbindet mich mein Lieblingsfußballverein, der 1. FC Kaiserslautern, mit meiner Heimat.

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