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Magier Siegfried Fischbacher mit 81 Jahren verstorben
Panorama 7 1 2 Min. 14.01.2021

Magier Siegfried Fischbacher mit 81 Jahren verstorben

Wie man sie kannte: Siegfried Fischbacher (l.) und Roy Horn mit ihren weißen Tigern im Jahr 1999.

Magier Siegfried Fischbacher mit 81 Jahren verstorben

Wie man sie kannte: Siegfried Fischbacher (l.) und Roy Horn mit ihren weißen Tigern im Jahr 1999.
Foto: DPA
Panorama 7 1 2 Min. 14.01.2021

Magier Siegfried Fischbacher mit 81 Jahren verstorben

Er war Teil des legendären Zauberkünstler-Duos "Siegfried und Roy". Roy Horn war bereits im Mai an den Folgen einer Corona-Infektion erlegen.

(KNA/dpa) - „Siegfried liegt im Sterben“, titelte eine Boulevard-Zeitung Anfang der Woche. Hoffnung gebe es keine, der Bauchspeicheldrüsenkrebs habe schon zu sehr gestreut. Am Donnerstag kam dann die traurige Nachricht: Nach Roy Horn, der im Mai 2020 an Covid-19 starb, ist nun auch der andere Teil des Magierduos „Siegfried & Roy“ tot. 


ARCHIV - 30.11.1980, USA, Las_Vegas: Die deutschen Magier und Dompteure Siegfried Fischbacher (r) und Uwe Horn, alias Roy (l), aufgenommen im Frühjahr 1981 mit einem ihrer Tiger auf ihrem Anwesen in Las Vegas«Siegfried & Roy»-Magier Roy Horn ist in Las Vegas an den Folgen von Covid-19 gestorben. Foto: Horst Ossinger/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Magier Roy Horn an Covid-19 gestorben
Von der Tigerattacke in Las Vegas hatte sich Roy Horn von „Siegfried & Roy“ nie richtig erholt. Nun ist er mit 75 Jahren infolge von Covid-19 gestorben.

Der aus Rosenheim stammende Siegfried Fischbacher starb laut Medienberichten am Mittwochabend deutscher Zeit mit 81 Jahren auf seinem Anwesen „Little Bavaria“ in Las Vegas. Seine Schwester bestätigte dies gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Er war zu Hause in Las Vegas“, sagte Fischbachers Schwester. Sie habe ihn noch angerufen. „Ich konnte mit ihm noch beten und ihm sagen, dass ich mit meinen Herzensgedanken immer bei ihm bin.“ Nach dem Gespräch habe er sich hingelegt und sei dann eingeschlafen.  

Kennengelernt hatten sich die beiden Magier auf einem Luxusliner Anfang der 1960er-Jahre, wo sie ihr Geld im Service verdienten. Zur Unterhaltung der Gäste durfte Siegfried, der hobbymäßig zauberte, hin und wieder ein paar Tricks zeigen; der ihm assistierende Roy hatte heimlich den Geparden Chico mit an Bord gebracht. 

Nachdem er in einem Bremer Zoo lange den Tierpflegern geholfen hatte, war ein inniges Verhältnis zu der Raubkatze entstanden, die er sogar an der Leine führte. Sie bekam eines Abends einen Überraschungsauftritt. Keine weißen Tauben flogen gen Himmel, sondern Chico tat einen Sprung aus einer Kiste. Der Kapitän war entsetzt. Der unter den Gästen weilende amerikanische Präsident der Reederei Norddeutscher Lloyd sah jedoch eine Chance - und so nahm eine märchenhafte Karriere ihren Anfang. 

Siegfried und Roy 1981.
Siegfried und Roy 1981.
Foto: Horst Ossinger/dpa

Im internationalen Unterhaltungs-Business setzten „Siegfried & Roy“ Maßstäbe. Waren Zauberer in Las Vegas zuvor nur Beiwerk, so schafften es diese Deutschen in der Stadt des Entertainments, abendfüllende Zaubershows zu veranstalten - für die ganze Familie. Ab 1990 hatten sie im Hotel Mirage ein nach ihren Wünschen konzipiertes Theater, in dem pro Vorstellung über 1.500 Leute Platz fanden. 

Mit den Magiern traten ihre tierischen Kollegen auf: die berühmten weißen Tiger, aber auch weiße Löwen, eine weiße Riesenschlange und ein Elefant. Die Musik dazu schrieb Michael Jackson. Über 30 Jahre, sechs Tage die Woche, zweimal am Abend, war Showtime - nur zwölf Wochen im Jahr blieb es im Theater dunkel. Wer die Show je gesehen hat, erlebte ein Spektakel aus Licht und Magie, bei der Raubtiere zu friedlichen Schmusekatzen mutierten, weil Roy mit ihnen eins zu werden schien. Der blonde Siegfried verkörperte auf der Bühne klischeehaft den Drachentöter. 

Dramatischer Unfall im Jahr 2003

Doch auch Helden sind verletzbar. Das wurde am 3. Oktober 2003 offenbar. An Roys 59. Geburtstag griff diesen ein Tiger an und verletzte ihn so schwer, dass das Aus der Show besiegelt war. Der Tierflüsterer überlebte, doch es wurde still um die „Meister des Unmöglichen“. Ihr Zauberspruch „SARMOTI“, der sich aus den Anfangsbuchstaben von „Siegfried and Roy, Masters of the Impossible“ zusammensetzt, verklang. 

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Die Entertainer zogen sich zurück. In ihrem „kleinen Bayern“ hatten sie sich ein Fantasy-Reich mit Palmen, Pool und Buddha samt bayerischem Herrgottswinkel eingerichtet. Auch Malereien, die Michelangelos berühmtem Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle entlehnt sind, durften nicht fehlen. 

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