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Mads Mikkelsen: „Gehen Sie ins Kino!“
Panorama 2 3 Min. 25.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Zum Kinostart von „Men & Chicken“

Mads Mikkelsen: „Gehen Sie ins Kino!“

Mads Mikkelsen (r.) und seine fünf Jahre ältere Frau Hanne Jacobsen. Der Schauspieler und die Choreografin haben zwei gemeinsame Kinder – Viola und Carl.
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Mads Mikkelsen: „Gehen Sie ins Kino!“

Mads Mikkelsen (r.) und seine fünf Jahre ältere Frau Hanne Jacobsen. Der Schauspieler und die Choreografin haben zwei gemeinsame Kinder – Viola und Carl.
Foto: AFP
Panorama 2 3 Min. 25.05.2016 Aus unserem online-Archiv
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Mads Mikkelsen: „Gehen Sie ins Kino!“

Er war der Bösewicht im James-Bond-Film „Casino Royale“ und ist Titelheld der TV-Serie „Hannibal“: Mads Mikkelsen gilt als Dänemarks erfolgreichster Schauspieler. Wir stellten ihm ein paar Fragen.

von André Wesche

In Jensens neuem Werk „Men & Chicken“ spielt Mads Mikkelsen einen von fünf skurrilen Brüdern, die auf der Suche nach ihrer Herkunft sind. Ein Gespräch über die dänische Mentalität und das äußerst heikle Thema Sodomie.

Müssen Sie noch überlegen, wenn Ihnen Anders Thomas Jensen ein neues Filmprojekt vorschlägt?

Ich muss das Drehbuch gar nicht erst lesen. Ich vertraue ihm. Selbst wenn wir anfangs mal unterschiedlicher Meinung sein sollten, so weiß ich doch, dass er es hinbiegt und wir am Ende eine Lösung finden, die alle befriedigt. Die Welten, die er in seinen eigenen Filmen schafft, sind sehr speziell. Sie sind magisch, poetisch, verrückt. Ich bin ein großer Fan. Deshalb würde ich nie zögern, „Ja“ zu Anders Thomas Jensen zu sagen.

Wie war es, sich zum ersten Mal in der Maske von „Men & Chicken“ zu sehen?

Wir haben verschiedene Sachen ausprobiert. Eine Variante war ziemlich gut aussehend, wie eine ältere Version von Joaquin Phoenix. Das fand ich ziemlich nett, aber gleichzeitig musste man diesen Gesamteindruck auch wieder verderben, damit es interessant wird. Das Resultat ist dann nicht mehr so attraktiv wie Joaquin Phoenix.

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War der Bart Ihre Idee?

Ja. Ich habe mir auch das lockige Haar gewünscht. Man kann mit dem Haar nicht allzu viel variieren. Ich habe mir einen Look vorgestellt, den man bei mir noch nie zuvor gesehen hat. Ein Lockenkopf ist eng mit den Eitelkeiten der 1980er-Jahre verbunden. Der Schnurrbart kam ins Spiel, weil dieser Mann etwas verbergen möchte. Was ihm aber nicht gelingt. Meine Kinder mögen den Film und finden ihn sehr lustig. Aber als ich den Bart und die Haare mehrere Wochen lang auch Zuhause trug, wollten sie sich nicht unbedingt mit mir sehen lassen.

In einem Interview haben Sie gesagt, dass Dänen niemals ein Blatt vor den Mund nehmen und über alles reden.

Ja, aber natürlich gibt es immer Tabus. Es gibt zwischenmenschliche Tabus und Menschen unterschiedlichen Glaubens. Ich halte es für eine wichtige Eigenschaft Dänemarks, dass wir uns Raum für unterschiedliche politische Ansichten geben, ohne uns gleich gegenseitig dafür zu hassen. Wenn wir einer Sache nicht zustimmen, können wir es offen aussprechen. Kein Vorwurf schwingt unterschwellig mit und entwickelt sich so zu Hass. Die Fähigkeit zur Diskussion ist ein großes Werkzeug der Menschheit.

„Men & Chicken“ ist kein Film über Sodomie, aber das Thema schwingt durchaus mit. Stimmt es, dass Sodomie in Dänemark nicht illegal ist?

Sie wurde vergangenes Jahr verboten. Vorher gab es ein Gesetz, das Sodomie erlaubte, solange das Tier nicht leiden muss, oder mit einer ähnlich verrückten Formulierung. Anscheinend hielt man das für ausreichend. Dann hat sich herausgestellt, dass sich ein Dänemark-Tourismus für Leute mit diesem speziellen Bedürfnis entwickelt hat. Unser Film hat das Thema wieder in den Mittelpunkt gerückt und offensichtlich sah man sich genötigt, neue Regeln aufzustellen. Also hat der Film zumindest in dieser Beziehung etwas bewirkt. Wir wollen nicht zu viel verraten, aber in „Men & Chicken“ ist die Sodomie nicht aus der Luft gegriffen. Sie hat einen Grund.

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Viele Kinofans kennen Sie auch aus der Serie „Hannibal“. Schauen Sie selbst Serien?

Ich habe leider keine Zeit, um mir Kinofilme oder TV-Serien anzuschauen. Wenn ich fernsehe, dann Sportsendungen. Ich bin süchtig danach, und zwar nach allen Sportarten. Ich schaue hin und wieder auch Filme, meistens im Flugzeug. Natürlich ist das das Schlimmste, was ich sagen kann. Eifern Sie mir nicht nach! Gehen Sie ins Kino! (lacht). Eine Serie, die mich gepackt hat und die ich so gut es geht verfolge, ist „The Walking Dead“. Ich liebe Zombies! Und in dieser Serie kann man sich Folge drei anschauen und dann zu Folge acht springen, man wird immer auf Zombies treffen und sie versuchen noch immer, dich zu fressen. Man muss nicht viel von der Geschichte mitbekommen, das ist perfekt! Ich liebe dieses Konzept.


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sd