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Luxemburgerin schoss noch Erinnerungsfoto mit Daniel Küblböck
Panorama 8 4 Min. 11.09.2018

Luxemburgerin schoss noch Erinnerungsfoto mit Daniel Küblböck

Von dem im Meer vor Kanada vermissten früheren DSDS-Star Daniel Küblböck fehlt jede Spur. Die Küstenwache stellt die Suche ein. Ein letztes Foto ist aufgetaucht - geschossen von einer Passagierin aus Luxemburg.

(mth/dpa) - Die intensive Suche nach dem in den Atlantik gestürzten Popsänger Daniel Kaiser-Küblböck ist nach gut einem Tag eingestellt worden. Die Schiffe in dem Seegebiet vor Kanada würden aber informiert und hielten weiterhin Ausschau, hieß es in einer Mitteilung auf der Website des früheren Fernsehstars. „Wir, die Familie, Angehörige und engen Freude, hoffen auf ein Wunder!“ Man bitte darum, auf Spekulationen rund um das Verschwinden Küblböcks zu verzichten und die Familie in Ruhe zu lassen. Man habe „derzeit keine Kraft, die Vorfälle zu kommentieren“.

Der 33-Jährige war nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntag in der Labrador See, etwa 185 Kilometer nördlich von St. John's/Neufundland, über Bord gegangen. Die Wassertemperatur beträgt dort nur etwa 10,5 Grad. Ohne Hilfe liegt die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden.

Der Kreuzfahrt-Veranstalter äußerte schon am Sonntag die begründete Annahme, dass der privat an Bord befindliche Kaiser-Küblböck gesprungen sei. Am Montag teilte Aida mit: „In dieser schwierigen Zeit sind wir mit unseren Gedanken bei der Familie des Vermissten. Das AIDA Care Team ist in engem Austausch mit den Angehörigen, um ihnen in allen Fragen zur Seite zu stehen.“

Die kanadische Küstenwache hatte am Montag ihre Suche nach dem Vermissten auch mit Unterstützung aus der Luft zunächst fortgesetzt. Am Mittag (Ortszeit/in Deutschland Montagabend) wurde die Suche dann eingestellt. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, teilte der Sprecher der Küstenwache in Halifax, Mark Cough, der Deutschen Presse-Agentur mit. Man habe zusammengerechnet 80 Stunden lang eine Fläche von 1227 Quadrat-Seemeilen abgesucht. „Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden“, sagte Cough.

Am Sonntag waren noch zwei Schiffe sowie ein Aufklärungsflugzeug und ein Hubschrauber im Einsatz. Über Nacht suchte nur ein Schiff der Küstenwache weiter. Von Aida hieß es am Montag, nach Anbruch der Dunkelheit am Sonntagabend (Ortszeit) seien die Kreuzfahrtschiffe von der Küstenwache aus der Suchaktion entbunden worden. „AIDAluna befindet sich jetzt auf dem Weg nach Halifax.“

Ein letztes Erinnerungsfoto

Die Luxemburgerin Chantal Sassel, die als Passagierin an Bord des Kreuzfahrtschiffs ist, berichtete davon, wie das Schiff stundenlang auf der Suche nach dem Vermissten im Kreis gefahren sei. "Heute ging das Programm an Bord normal weiter. Morgen legen wir in Halifax an, wo die Polizei an Bord kommen soll, um Spuren zu sichern", so die Luxemburgerin am Montagabend. Chantal Sassel machte zwei Tage vor seinem Verschwinden noch ein Erinnerungsfoto mit Küblböck - ohne zu wissen, dass es eines der letzten Fotos von ihm sein würde. 

Mobbing-Vorwürfe und ein geschmackloser Pullover

Die zuletzt von Kaiser-Küblböck besuchte Berliner Schauspielschule wies am Montag Mobbing-Vorwürfe zurück. „Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück“, hieß es in einer Erklärung der ETI Schauspielschule Berlin des Vereins Europäisches Theaterinstitut. „Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers Daniel Kaiser-Küblböck.“ In Gedanken sei man bei der Familie, den Freunden und Fans. Im Internet kursiert ein angeblich von Küblböck verfasster Netz-Eintrag, in dem von monatelangem Mobbing an der Schule die Rede ist und einer Dozentin vorgeworfen wird, nichts dagegen getan zu haben.

Einige Kritik erntete am Montag ein Statement von Musikproduzent Dieter Bohlen, der sich in einem bei Instagram geposteten Video „total geschockt“ zeigte. Der DSDS-Chefjuror trug darin einen Kapuzen-Pullover, der ausgerechnet die Aufschrift „Be one with the Ocean“ (Sei eins mit dem Ozean) hat. Zudem trug der Post den Hashtag #Anzeige, weil es sich bei dem Pullover um Ware von Bohlens Sponsor handelt. 

Später entschuldigte sich Bohlen dafür: „Das ist völlig falsch rübergekommen.“ Wenn es falsch verstanden worden sei, „dann tut's mir wirklich wirklich leid“.

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Daniel Küblböck #anzeige

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Über Kaiser-Küblböck sagte der 64-jährige Bohlen: „Er war auf der einen Seite ein unheimlich lustiges Kerlchen, was man so im Fernsehen gesehen hat, aber wenn er bei mir zu Hause war, gab es eben auch das totale krasse Gegenteil: Er konnte unheimlich traurig und unheimlich depressiv sein. Und ich habe mich dann damals gewundert, wie unheimlich schnell das so hin und herging bei ihm.“

Vom schrägen Teenager zur tragischen Figur

Als Daniel Küblböck war der damalige Teenager mit der ersten Staffel der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) vor bald 16 Jahren berühmt geworden. Im März 2003 wurde er Dritter bei DSDS - hinter Alexander Klaws und Juliette Schoppmann. Nicht zuletzt wegen seiner aufgeweckten und aufgekratzten Art bekam er damals viel Medienaufmerksamkeit.


ARCHIV - ARCHIV - 25.04.2016, Schleswig-Holstein, Kiel: Das Kreuzfahrtschiff "Aidaluna" liegt am Ostseekai. (zu dpa:"Aida Cruises: Daniel Küblböck bei Kreuzfahrt über Bord gegangen" vom 09.09.2018) Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hoffnungen auf Rettung von Ex-TV-Star Küblböck schwinden
Der frühere TV-Star Daniel Küblböck wird weiter vermisst. Der Sänger soll auf einer Kreuzfahrt über Bord gegangen sein. Die Chancen, den 33-Jährigen im eiskalten Wasser lebend zu bergen, sind nur gering.

Anfang 2004 war er dann auch in der ersten Staffel des RTL-Dschungelcamps „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ einer der Teilnehmer. Damals wurde er in fünf von zwölf Ekel-Prüfungen geschickt und musste beispielsweise den sogenannten Kakerlakensarg überstehen. Sieger wurde damals Costa Cordalis.

Vor vier Jahren bewarb sich Kaiser-Küblböck vergeblich mit dem Lied „Be A Man“ um die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Vor drei Jahren nahm er als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show „Let’s Dance“ teil. Zuletzt lebte der 33-Jährige in Berlin und Palma de Mallorca.


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