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Luxemburger leben am längsten

Luxemburger leben am längsten

Foto: Shutterstock
Panorama 2 Min. 12.09.2018

Luxemburger leben am längsten

Weniger Alkohol als in den Jahren zuvor, weniger Raucher als in anderen Ländern Europas - laut WHO schneidet das Großherzogtum im Vergleich gar nicht mal so schlecht ab.

(mij/nr/dpa) - Die Europäer leben länger und gesünder, aber viele können nicht von ihren Lastern lassen: Rauchen, Alkohol und Übergewicht sind in vielen Staaten ein Problem – auch in Luxemburg. Dies geht aus dem neuesten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Europäische Region hervor. Dazu zählen 53 Länder, vor allem in Europa, aber auch einige im Kaukasus und in Zentralasien.

In Luxemburg ist der Alkoholkonsum sehr hoch. Wer älter als 15 Jahre ist, trinkt den Ergebnissen zufolge in der Europäischen Region durchschnittlich 8,6 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Im Großherzogtum sind es rund 11 Liter – wobei es 1970 noch bemerkenswerte 19 Liter waren. Spitzenreiter Litauen kommt aktuell auf 15,2 Liter. In Russland habe der Alkoholkonsum laut Bericht abgenommen und liegt bei rund 10 Litern – parallel dazu sei dort auch die Zahl der Verkehrsunfälle gesunken.


Masern: Der schützende Stich
Die Anzahl der Maserninfektionen steigt in Europa rasend schnell an. In Luxemburg bestätigt sich dieser Trend dank hoher Impfrate aber nicht.

In Europa beträgt der Anteil der Raucher in der Gruppe der über 15-Jährigen rund 30 Prozent. Luxemburg schneidet hier mit rund 25 Prozent vergleichsweise gut ab. Während im restlichen Europa deutlich mehr Männer als Frauen zum Glimmstängel greifen, halten die Luxemburgerinnen mit ihren Landsmännern mit.

Nichtsdestotrotz: „Die höchste Lebenserwartung in der Europäischen Region gibt es mit 83 Jahren in der Schweiz und in Luxemburg“, sagt WHO-Expertin Claudia Stein. „Das liegt unter anderem am guten Zugang zum Gesundheitssystem.“ Frauen werden im Großherzogtum rund 86 Jahre alt, Männer 81.

Entsprechend gut ist es hier auch um die Impfraten bestellt. Sie liegt bei Masern bei fast 100 Prozent. Schlusslicht sei hier laut Claudia Stein die vom Krieg gebeutelte Ukraine mit 42 Prozent. „Masern sind eine potenziell tödliche Krankheit“, so die WHO-Abteilungsleiterin für Information, Forschung und Innovation. Ähnlich sehen die luxemburgischen Impfraten betreffend Kinderlähmung aus. Auch gegen diese Krankheit sind fast 100 Prozent der hiesigen Bevölkerung geimpft.

Zunahme an Schwergewichten

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Europäischen Region bringt zu viele Kilos auf die Waage – Tendenz steigend. „In den meisten Ländern waren mehr Männer als Frauen übergewichtig, doch litten mehr Frauen an Adipositas, also extremem Übergewicht, als Männer“, heißt es in der Studie.


Prof. Rejko Krüger - Parkinson-Erkrankung - Photo : Pierre Matgé
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Die Zahlen für das Großherzogtum decken sich weitestgehend mit dem europäischen Durchschnitt. Luxemburgs Männer bringen allerdings etwas mehr auf die Waage als der internationale Durchschnitt. Bei den Frauen verhält es sich umgekehrt.

Insgesamt zieht die Weltgesundheitsorganisation ein positives Fazit: In der Europäischen Region sei die Lebenserwartung demnach binnen fünf Jahren um ein Jahr gestiegen. Vor allem die verfrühten Todesfälle durch die wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten – Krebs, Herzleiden, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen – gingen deutlich zurück; zuletzt um zwei Prozent pro Jahr.

Der Report zur Europäischen WHO-Region, zu der auch Länder wie Tadschikistan und Usbekistan gehören, wird alle drei Jahre veröffentlicht. In dem Gebiet leben fast 900 Millionen Menschen.


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