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Eine App aus Luxemburg macht das Wohnzimmer zum Mondkrater
Panorama 3 1 3 Min. 23.11.2022
Wissenschaft in der erweiterten Realität

Eine App aus Luxemburg macht das Wohnzimmer zum Mondkrater

Die App lässt Wissenschaftsbegeisterte in acht unterschiedliche Themenwelten eintauchen. In der hier gezeigten Grafik werden die Neuronen im menschlichen Gehirn dargestellt.
Wissenschaft in der erweiterten Realität

Eine App aus Luxemburg macht das Wohnzimmer zum Mondkrater

Die App lässt Wissenschaftsbegeisterte in acht unterschiedliche Themenwelten eintauchen. In der hier gezeigten Grafik werden die Neuronen im menschlichen Gehirn dargestellt.
Foto: FNR
Panorama 3 1 3 Min. 23.11.2022
Wissenschaft in der erweiterten Realität

Eine App aus Luxemburg macht das Wohnzimmer zum Mondkrater

Sebastian WEISBRODT
Sebastian WEISBRODT
Mit der Neuauflage der App „letzScience“ erhalten Wissenschaftsfans nun einen Einblick in die hiesige Forschung. Der Nutzer wird dabei aktiv in die Themen eingebunden.

Gesteinsproben von der Mondoberfläche sammeln, Krebszellen bekämpfen, Solarenergie erzeugen, die Auswirkungen von zu hohen Temperaturen auf die Pflanzenwelt nachstellen oder den Zustand der Luxemburger Böden anhand von mikroskopisch kleinen Kieselalgen bestimmen. Wer sich für Themen wie diese interessiert, kann nun wieder ohne teure Hilfsmittel oder Gerätschaften tief in die Welt der Wissenschaft eintauchen – und zwar mit dem Smartphone vom eigenen Wohnzimmer aus. 

Möglich macht das die App „letzScience“, die seit dieser Woche wieder für iOS und Android kostenlos heruntergeladen werden kann und in drei Sprachen (Deutsch, Französisch und Englisch) verfügbar ist. Die App stellt in verständlicher Art und Weise verschiedene Themen vor, an denen Forschende derzeit im Großherzogtum arbeiten und die vom Fonds National de la Recherche (FNR) gefördert werden. 

In den Tiefen einer Photovoltaikanlage

Die Nutzer und Nutzerinnen der App werden durch den Einsatz der sogenannten Augmented Reality (AR) aktiv in die wissenschaftlichen Abläufe eingebunden. Diese Technik – sie ist mit einem Filter der Kamera vergleichbar – kombiniert Gegenstände und Räume in der realen Welt mit computergenerierten Inhalten. Der Kamera des Smartphones wird also eine visuelle Ebene hinzugefügt. 

Die Anwendung stellt das Parkett des Wohnzimmers beispielsweise als Mondkrater dar, auf dem ein Rover die Umgebung scannt und nach einer Befehlseingabe des Nutzers Mineralien aufnimmt und deren Bedeutung für geplante Mondmissionen erklärt. Beim Thema Solarenergie wird auf dem Display eine virtuelle Photovoltaikanlage angezeigt, die in der echten Umgebung steht. Lässt der Nutzer nun die Sonne auf die Paneele scheinen, zeigt die App an, was auf atomarer Ebene in den Tiefen der Anlage vor sich geht. 

Einen vereinfachten Blick in die mikroskopische Welt der Zellen des menschlichen Körpers erhalten die Nutzer beim Thema Krebs. Hier wird erklärt, wie Krebszellen entstehen, dass unser Körper sie mit T-Killerzellen bekämpft und dass sie der Abwehr des Körpers entkommen können. Warum Letzteres geschieht, ist eine der Fragen, die Krebsforscher und Krebsforscherinnen in Luxemburg zu beantworten versuchen. 

Entwickelt wurde die App zu 100 Prozent im Großherzogtum: Für die angezeigten AR-Erlebnisse zeichnet das Start-up-Unternehmen Virtual Rangers verantwortlich, das grafische Design stammt vom Studio Polenta, die Inhalte vom FNR.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Schutz der Differdinger Bäume

Die Neuauflage von „letzScience“ bietet im Vergleich zu der Vorgängerversion aus dem Jahr 2020 nicht nur ein aufgefrischtes Erscheinungsbild, sondern auch acht AR-Erlebnisse (siehe Infobox), von denen zwei völlig neu sind und drei auf den neuesten Stand der Forschung gebracht wurden. Unterteilt sind die wissenschaftlichen Themen in drei Kategorien:  Gesundheit, Technik und Natur. Die Entwickler der App planen, künftig regelmäßig neue Forschungsgebiete in die App zu integrieren.


IPO , Min Education Nationale , PK Rapport National sur l`Education 2021 , Claude Meisch , Foto:Guy Jallay/Luxembourg
Wie die Forschung gefördert wird
Bildungs- und Hochschulminister Claude Meisch stellt Mehrjahres-Plan vor: 1,7 Milliarden Euro für fünf Institutionen.

Wer sich für eines der behandelten wissenschaftlichen Phänomene besonders interessiert, erhält zudem einen Link zur Website letzscience.lu, auf der die Forschungsthemen und -gruppen im Detail vorgestellt und veranschaulicht werden. 

Auf dem Gebiet der Ökohydrologie sind etwa Stan Schymanski und sein Team am Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) tätig. Sie untersuchen die Auswirkungen des Klimawandels auf das Ökosystem anhand der sogenannten Stomata, winzige Spaltöffnungen, über die Pflanzen bei der richtigen Temperatur Wasser an ihre Umgebung abgeben. Die Forschung des Teams wurde bereits in der Praxis auf lokaler Ebene angewandt – zum Schutz der Bäume nach Dürreperioden in Differdingen. 

Darüber hinaus enthält die Website zahlreiche Informationen zum FNR und dessen Arbeit – etwa, dass der Fonds in Luxemburg seit dem Jahr 2000 insgesamt 4.395 wissenschaftliche Projekte mit rund 887 Millionen Euro unterstützt hat.

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